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Aufstieg und Kontroverse

So wurde Sam Altman zum Gesicht von ChatGPT

Sam Altman
Der OpenAI-Chef zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der KI-Branche Foto: Getty Images
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Max Dockhorn

5. Juli 2026, 8:51 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

OpenAI zählt inzwischen zu den wertvollsten Unternehmen der Technologiebranche. Ende Februar 2026 teilte das Unternehmen mit, dass eine neue Finanzierungsrunde den Gesamtwert auf 840 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 725 Milliarden Euro, steigen lasse. Im Mittelpunkt dieses Aufstiegs steht Samuel „Sam“ Altman. Der OpenAI-Chef gilt als einer der bekanntesten Unternehmer im Bereich der künstlichen Intelligenz. Seine Karriere verlief jedoch nicht ohne Konflikte und öffentliche Kritik.

Frühe Begeisterung für Computer

Sam Altman kam im April 1985 in Chicago zur Welt und wuchs, laut „Britannica“, in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri auf. Schon als Kind beschäftigte er sich intensiv mit Technik. Nach Angaben des Online-Magazins „Business Insider“ erhielt er im Alter von acht Jahren seinen ersten Apple Macintosh. Anschließend brachte er sich das Programmieren bei und beschäftigte sich auch mit Computer-Hardware. Nach der Schulzeit begann Altman 2003 ein Informatikstudium an der Stanford University. Parallel dazu arbeitete er in einem Labor, das sich mit künstlicher Intelligenz befasste.

Während seiner Studienzeit spielte Altman häufig Poker. Nach eigenen Aussagen lernte er dabei, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen, Risiken einzuschätzen und mit strategischen Situationen umzugehen.

Sein Interesse verlagerte sich zunehmend auf eigene Unternehmensprojekte. Laut „Fortune“ brach er 2005 die Universität ab, um das Start-up Loopt zu gründen. Die dazugehörige App ermöglichte Nutzern unterschiedlicher Mobilfunk-Plattformen, ihren Standort miteinander zu teilen. 2012 verkaufte Altman das Unternehmen für 43,4 Millionen US-Dollar.

Kurz davor wurde er Partner bei Y Combinator. Von 2014 bis 2019 leitete er das bekannte Gründerzentrum. Nach Angaben der „Tagesschau“ unterstützte er in dieser Zeit unter anderem Airbnb und Stripe bei ihrer Entwicklung. Außerdem gehörte er zwischen 2014 und 2022 dem Vorstand von Reddit an. Zusätzlich investierte er in das Sicherheitsunternehmen Okta.

Der Aufstieg von OpenAI

Gemeinsam mit Elon Musk gründete Altman laut „Manager Magazin“ 2015 die Organisation OpenAI. Sie entstand zunächst als Non-Profit-Unternehmen. Musk verließ das Projekt 2019 wieder. Im selben Jahr übernahm Altman die Leitung des profitorientierten Unternehmens OpenAI. Microsoft stellte damals 1 Milliarde US-Dollar sowie Zugang zur Cloud-Plattform Azure bereit. 2020 veröffentlichte OpenAI GPT-3.

Der große Durchbruch gelang ChatGPT 2022. Innerhalb von zwei Monaten gewann der Chatbot 100 Millionen Nutzer. 2023 investierte Microsoft weitere 10 Milliarden US-Dollar und integrierte ChatGPT in Azure sowie Office.

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Konflikte an der Unternehmensspitze

Im November 2023 kam es zu einem Machtkampf bei OpenAI. Das Unternehmen erklärte damals, Altman sei nicht aufrichtig gewesen, und entließ ihn als Geschäftsführer. Laut „ZEIT“ stand dahinter ein Streit über die Ausrichtung von OpenAI.

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Demnach vertraten Altman und Chefwissenschaftler Ilya Sutskever unterschiedliche Ansichten darüber, ob die Kommerzialisierung oder die gemeinnützigen Ziele im Vordergrund stehen sollten. Der Verwaltungsrat entschied sich für die Entlassung. Nach Protesten vieler Mitarbeiter kehrte Altman jedoch bereits fünf Tage später zurück.

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Kritik an Zusammenarbeit mit dem Kriegsministerium

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Anfang 2025 gerieten OpenAI und Altman erneut stärker in die Kritik. Altman trat im Weißen Haus auf, um eine Investition von 500 Milliarden US-Dollar in KI-Technologie vorzustellen.

Im Frühjahr 2026 sorgte besonders die Zusammenarbeit mit dem heutigen „Department of War“ für Diskussionen. Während Anthropic nach eigenen Angaben eine Kooperation ablehnte, weil Claude nicht für Massenüberwachung oder militärische Zwecke eingesetzt werden solle, entschied sich OpenAI für eine Zusammenarbeit mit dem Pentagon. Damit durfte ChatGPT im Rahmen der Vereinbarung genutzt werden.

Altman verteidigt die Entscheidung

Nach Kritik aus den eigenen Reihen räumte Altman Fehler ein. Der Deal sei „definitiv überstürzt und mache keinen guten Eindruck“. Gleichzeitig sprach er sich gegen den Ausschluss von Anthropic aus. „Eine gute Beziehung zwischen der Regierung und den Unternehmen, die diese Technologie entwickeln, wird in den nächsten Jahren von entscheidender Bedeutung sein“, sagte er.

OpenAI veröffentlichte anschließend einen Auszug des Vertrags. Darin heißt es, die Technologie dürfe „für alle rechtmäßigen Zwecke“ genutzt werden. Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf bestehende US-Gesetze und Richtlinien, die Einschränkungen bei der Überwachung von US-Bürgern und beim Einsatz autonomer Waffen vorsehen.

Trotzdem blieb die Kritik bestehen. Zeitweise überholte die Claude-App ChatGPT sogar in den App-Charts. Für Sam Altman bleibt damit neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch die öffentliche Debatte ein ständiger Begleiter.

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