30. März 2026, 17:34 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
OpenAI hat überraschend das KI-Projekt Sora eingestellt und die Kooperation mit dem Disney-Konzern beendet. Sora galt als einer der beeindruckendsten Videogeneratoren des ChatGPT-Entwicklers. Das Tool ermöglichte es, allein durch Texteingaben fotorealistische Videos zu erstellen. Die Technologie war beeindruckend, brachte aber auch erhebliche Risiken für Missbrauch mit sich.
Ursprünglich hatte OpenAI 2025 einen Milliarden-Deal mit Disney abgeschlossen. Der Konzern wollte rund eine Milliarde US-Dollar investieren und seine bekannten Marken wie Disney, Marvel und Star Wars für die Videoproduktion über Sora freigeben. Ziel war es, dass Nutzer eigene Clips aus diesen Universen generieren konnten. Dieses Vorhaben ist nun hinfällig.
Fokuswechsel und Ressourcenprobleme
OpenAI teilte mit, dass Sora nicht nur aus der offiziellen App entfernt, sondern auch über Schnittstellen nicht mehr verfügbar sein wird. Ein konkreter Grund für das Ende des Projekts wurde nicht genannt. Das Unternehmen erklärte lediglich, sich aufgrund des steigenden Bedarfs an Rechenleistung neu ausrichten zu wollen. Das Forschungsteam, das bisher an Sora gearbeitet hat, soll künftig an der Simulation realer Umgebungen und vor allem an Robotik-Projekten forschen, wie „The Wall Street Journal“ berichtet.
Laut anonymen Quellen von „Reuters“ soll Sora zu viele Ressourcen verbraucht haben, die anderswo gefehlt hätten. Projektleiter William Peebles hatte bereits 2025 angedeutet, dass die Nachfrage die Kapazitäten überstieg und die kostenlosen Nutzungskontingente nicht nachhaltig gewesen seien. OpenAI entschied sich daher gegen eine kostenpflichtige Nutzung und für die komplette Einstellung des Projekts.
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Sora 2 kam zu spät
Die aktuelle Version Sora 2 war erst im September 2025 erschienen und sollte in ChatGPT integriert werden. Offenbar hatte OpenAI jedoch bereits am 23. März 2026 gemeinsam mit Disney an einem Sora-Projekt gearbeitet und verkündete kurz darauf das Ende. Ein Sprecher von Disney äußerte Verständnis für die Entscheidung, sich in dieser frühen Phase der KI-Videotechnologie zurückzuziehen und andere Bereiche zu fokussieren. Insider berichten, dass die in Aussicht gestellte Investition von Disney noch nicht erfolgt ist und nun wohl ausbleiben wird.