ChatGPT als Flirtpartner? Für die meisten ein No-Go
Vorsicht: Wer Liebesbotschaften von einer KI texten lässt, riskiert das Aus Foto: TECHBOOK
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Rainer Schuldt
16. Juli 2026, 17:48 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Künstliche Intelligenz hält auch beim Online-Dating Einzug. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass die meisten Singles zwar KI als Hilfsmittel akzeptieren, bei automatisch verfassten Nachrichten aber klare Grenzen ziehen.
KI hilft beim Schreiben – die Gefühle sollen trotzdem echt sein
ChatGPT und andere KI-Chatbots werden inzwischen von vielen Menschen regelmäßig genutzt – auch beim Online-Dating. Das zeigt eine Studie der Dating-Plattform Parship unter mehr als 1000 Singles. Demnach hat knapp jeder Zweite bereits Erfahrungen mit KI gesammelt, rund ein Drittel verwendet entsprechende Tools regelmäßig. Besonders verbreitet ist die Nutzung bei den 18- bis 29-Jährigen, während sie mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt.
Auch beim Kennenlernen sind viele Singles grundsätzlich offen für technische Unterstützung. 57 Prozent finden es in Ordnung, sich von einer KI für Nachrichten inspirieren zu lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die eigentliche Nachricht anschließend selbst formuliert wird. KI wird damit eher als kreative Schreibhilfe denn als Ersatz für die eigene Kommunikation gesehen.
Automatisch erzeugte Nachrichten kommen schlecht an
Geht die KI über diese Rolle hinaus, endet die Offenheit schnell. Laut der Studie würden 64 Prozent der Befragten den Kontakt abbrechen, wenn sie feststellen, dass ihr Gegenüber vollständig KI-generierte Nachrichten verschickt. Frauen reagieren dabei etwas kritischer als Männer, und insbesondere ältere Singles legen großen Wert auf authentische Kommunikation.
Nur rund jeder Fünfte könnte sich vorstellen, die gesamte Unterhaltung von einer KI schreiben zu lassen. Mit zunehmendem Alter sinkt diese Bereitschaft weiter. Für Parship-Psychologin Lisa Fischbach ist das wenig überraschend: Beim Dating gehe es darum, einen Menschen möglichst authentisch kennenzulernen. Perfekt formulierte Nachrichten könnten zwar beeindrucken, Vertrauen entstehe jedoch meist erst durch eine persönliche und individuelle Ausdrucksweise.
Auch beim Profil bleibt Authentizität entscheidend
Ähnlich zurückhaltend zeigen sich Singles bei der Gestaltung ihres Dating-Profils. Lediglich 34 Prozent lassen sich dabei von KI unterstützen. Vor allem jüngere Nutzer greifen auf Chatbots zurück, während ältere Generationen ihre Profiltexte lieber vollständig selbst verfassen.
Interessant ist zudem die Einschätzung der Befragten zur Erkennbarkeit von KI-Inhalten. Jeder zweite Single ist überzeugt, automatisch erzeugte Texte erkennen zu können. Besonders ausgeprägt ist dieses Vertrauen bei den 40- bis 49-Jährigen. Die Ergebnisse der Studie deuten damit auf einen klaren Trend hin: KI wird beim Online-Dating zunehmend als Werkzeug akzeptiert – die eigentliche Kommunikation und der erste Eindruck sollen jedoch möglichst menschlich bleiben.
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