Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
Google News Alle Themen
Projekt Debug

Wie Google Moskitos mit mehr Moskitos bekämpfen will

Google-Logo vor Fenstern eines Wohnhauses.
Die US-Umweltschutzbehörde prüft derzeit den Antrag für einen groß angelegten Moskito-Versuch in Florida und Kalifornien Foto: Getty Images
Artikel teilen
TECHBOOK Logo
TECHBOOK Redaktion

5. Juni 2026, 10:56 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Google möchte in den USA ein ungewöhnliches Vorhaben umsetzen. Der Technologiekonzern hat bei den zuständigen Behörden einen Antrag eingereicht, um innerhalb von zwei Jahren bis zu 32 Millionen Moskitos in Kalifornien und Florida freizusetzen. Mit dem Projekt namens „Debug“ soll die Zahl jener Moskitoarten reduziert werden, die Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika, Chikungunya oder das West-Nil-Virus übertragen können.

Zwischen Hoffnung und Kontrolle

Für das Vorhaben von Google sollen ausschließlich männliche Moskitos eingesetzt werden, wie das „Smithsonian Magazine“ berichtet. Diese Tiere stechen nicht. Zusätzlich tragen sie das natürlich vorkommende Bakterium Wolbachia. Treffen die freigesetzten Männchen auf weibliche Wildmücken und paaren sich mit ihnen, entsteht kein lebensfähiger Nachwuchs. Dadurch soll die Population der betroffenen Moskitoarten nach und nach zurückgehen.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA prüft den Antrag derzeit. Vorgesehen ist die Freisetzung von bis zu 16 Millionen Moskitos pro Jahr in den beiden Bundesstaaten. Bevor die Behörde eine Entscheidung trifft, können sich Bürger und Fachleute im Rahmen eines öffentlichen Verfahrens zu dem Vorhaben äußern.

Mehr zum Thema

Erfahrungen aus anderen Ländern

Die Methode kommt nicht zum ersten Mal zum Einsatz. Mehrere Länder haben vergleichbare Programme bereits getestet. In Singapur etwa sollen die Ergebnisse besonders positiv ausgefallen sein. Dort meldeten die Behörden deutlich kleinere Moskitobestände sowie einen Rückgang von Dengue-Infektionen in den betroffenen Regionen.

Auch interessant: Google vereinfacht das Sichern von Fotos mit Takeout

Trotz dieser Erfahrungen wird das Projekt kontrovers diskutiert. Kritiker sehen mögliche Risiken für lokale Ökosysteme und verlangen eine sorgfältige Untersuchung möglicher Langzeitfolgen. Befürworter argumentieren dagegen, dass die Methode krankheitsübertragende Moskitos gezielt bekämpft und den Einsatz von Insektiziden reduzieren könnte.

Darum steckt Google hinter dem Projekt

Dass sich ein Internetkonzern mit Moskitos beschäftigt, wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Das Projekt „Debug“ stammt jedoch aus der Innovationssparte von Alphabets Forschungsaktivitäten. Dort arbeiten Wissenschaftler an sogenannten „Moonshot“-Projekten. Gemeint sind technologische Ansätze, die Lösungen für große gesellschaftliche Herausforderungen liefern sollen.

Für Alphabet gehört das Moskito-Projekt zu einer umfassenderen Strategie. Das Unternehmen investiert neben seinem Kerngeschäft auch in Bereiche wie Gesundheit, Biotechnologie und künstliche Intelligenz. Das Vorhaben rund um die Moskitos ist Teil dieser langfristigen Ausrichtung.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.