KI-Kosten explodieren! Unternehmen zahlt 500 Millionen US-Dollar in nur einem Monat
Claude von Anthropic steht im Mittelpunkt einer Debatte über steigende KI-Ausgaben in Unternehmen Foto: Getty Images
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Sandra Bültermann
13. Juni 2026, 8:25 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Künstliche Intelligenz soll Unternehmen effizienter machen und Arbeitsabläufe beschleunigen. Viele Firmen investieren deshalb in leistungsfähige KI-Werkzeuge und stellen diese ihren Beschäftigten zur Verfügung. Doch mit der zunehmenden Verbreitung steigen auch die Kosten. Ein aktueller Fall zeigt, welche Folgen fehlende Regeln und unkontrollierte Nutzung haben können.
Fehlende Vorgaben treiben die Kosten in die Höhe
Ein großes Unternehmen, dessen Name nicht bekannt ist, musste innerhalb eines Monats rund 500 Millionen US-Dollar zahlen. Das entspricht etwa 429 Millionen Euro. Die Summe entfiel allein auf die Nutzung von Claude, dem KI-System von Anthropic.
Auslöser war weder eine technische Störung noch eine außergewöhnlich hohe Belastung. Stattdessen fehlten klare Begrenzungen für die Nutzung. Mitarbeitende konnten ohne Einschränkungen auf das System zugreifen. Dadurch nahm die Zahl der Anfragen innerhalb kurzer Zeit stark zu. Da jede Eingabe zusätzliche Kosten verursacht, entstand aus vielen einzelnen Vorgängen eine Rechnung, die selbst für einen Großkonzern erheblich ausfiel.
Auch einfache Anfragen können teuer werden
Nicht alle Beschäftigten nutzten die KI für komplexe Aufgaben. Entwickler und Bürokräfte fragten beispielsweise das Wetter über die KI ab oder automatisierten einfache Routinearbeiten.
Solche Anfragen erscheinen zunächst unproblematisch. In großer Zahl können sie jedoch spürbare Kosten verursachen. Besonders hoch fällt der Verbrauch bei autonomen KI-Agenten aus. Diese Systeme bearbeiten Aufgaben in mehreren Schritten und benötigen dafür deutlich mehr Rechenleistung. Experten zufolge kann der Ressourcenverbrauch bis zu tausendmal höher liegen als bei einer gewöhnlichen Textanfrage.
Unternehmen hinterfragen ihre Investitionen
Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Immer mehr Unternehmen prüfen inzwischen, ob sich ihre Investitionen in KI wirtschaftlich auszahlen.
Mehrere Konzerne haben bereits reagiert. Microsoft hat den Einsatz von Claude in bestimmten Bereichen reduziert. Auch bei Uber rücken die laufenden Ausgaben stärker in den Mittelpunkt. Der erwartete Produktivitätsschub bleibt vielerorts hinter den Hoffnungen zurück. Deshalb stellen Führungskräfte zunehmend die Frage, ob die Vorteile die hohen Kosten rechtfertigen.
Viele KI-Anbieter rechnen ihre Dienste über sogenannte Token ab. Für Eingaben und Antworten fallen Gebühren an. Einzelne Anfragen kosten häufig nur wenige Cent oder sogar weniger.
In großen Unternehmen summieren sich diese Beträge jedoch schnell. Wenn Tausende Beschäftigte täglich Dokumente analysieren, Texte erstellen oder Daten auswerten lassen, steigt der Verbrauch deutlich an. Aus vielen kleinen Kostenpunkten können so innerhalb kurzer Zeit Millionenbeträge werden. Nach Ansicht von Experten liegt ein wesentliches Risiko darin, dass viele Unternehmen zunächst auf eine schnelle Einführung der Technologie setzen und Kontrollmechanismen erst später etablieren.
Firmen setzen inzwischen auf Kostenkontrolle
Während der ersten Phase des KI-Booms förderten manche Unternehmen eine möglichst intensive Nutzung ihrer Systeme. Laut Berichten gab es bei Amazon interne Ranglisten, die den Tokenverbrauch einzelner Teams erfassten. Daraus entstand das sogenannte Tokenmaxxing. Teilweise lagerten Beschäftigte sogar wenig relevante Aufgaben an die KI aus, um bessere Werte in den Statistiken zu erreichen.
Amazon hat diesen Ansatz inzwischen aufgegeben. Heute steht der konkrete Nutzen für Kundinnen und Kunden im Vordergrund. Viele Unternehmen verfolgen inzwischen einen ähnlichen Kurs. Sie achten stärker auf Wirtschaftlichkeit und kontrollieren ihre Ausgaben genauer. Administratoren erhalten strengere Vorgaben, während Abteilungen mit festen Budgets und klar definierten Kontingenten arbeiten. Ziel ist ein gezielter Einsatz der Technologie statt eines unkontrollierten Verbrauchs.
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