2. Mai 2026, 14:10 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Wer künftig einen Hund oder eine Katze abgibt, muss sich innerhalb Europas auf strengere Vorgaben einstellen. Die Tiere benötigen künftig einen Mikrochip. Das Parlament der Europäischen Union hat ein Paket beschlossen, das zunächst noch die formelle Zustimmung der Mitgliedstaaten braucht.
Danach greifen nicht alle Pflichten sofort, sondern stufenweise. Die Vorgaben sollen helfen, Tiere besser zu schützen und verbotene Geschäfte schwerer zu machen. Grundlage ist eine inhaltliche Einigung aus dem November zwischen EU-Parlament und den Mitgliedsländern.
Zeitplan für Halter
Für Tiere, die schon privat in Wohnungen oder Häusern leben, lässt Brüssel viel Zeit. Bei Hunden wird der Mikrochip zehn Jahre nach dem Start der neuen Vorschriften nötig. Für Katzen beträgt die Spanne 15 Jahre. Deutlich schneller betrifft es Verkauf und Zucht: Nach Ablauf von vier Jahren dürfen dort ausschließlich Tiere mit Chip abgegeben werden. Bauernhofkatzen bleiben ausgenommen.
Eine Regelung, die hierzulande lückenlos sämtliche Hunde sowie Katzen umfasst, besteht bisher nicht. Trotzdem haben mehrere Städte und Länder eigene Vorgaben. Manuela Ripa arbeitete als deutsche Abgeordnete im Umweltausschuss an dem Vorhaben mit. Sie verlangt von der Bundesregierung, eine solche Pflicht schon vor Ablauf der EU-Fristen umzusetzen.
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So soll die Registrierung helfen
Sobald die Vorgaben vollständig angewendet werden, sollen Haustiere in nationalen Registern stehen. Die Mitgliedstaaten vernetzen diese Angaben. So kann etwa ein Tierheim außerhalb Deutschlands schneller erkennen, zu wem ein entlaufener Hund gehört. Außerdem sinkt die Chance, Tiere weiterzureichen, die rechtswidrig gehalten oder nach Europa gebracht wurden.
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Vorgaben für die Zucht
Wer Tiere verkauft oder züchtet, bekommt zusätzlich klare Anforderungen an die Haltung. Die Versorgung muss artgerecht sein. Nicht zur Züchtung eingesetzt werden dürfen Tiere mit „extremen Merkmalen“, wenn dadurch ein „hohes Risiko“ für Leiden entsteht. Die genaue Abgrenzung soll die EU-Kommission gemeinsam mit Experten bis Juli 2030 ausarbeiten. Als Beispiel gelten Hunde mit stark verkürzten Nasen, die oft für Atemprobleme sorgen.
Der Markt für Haustiere ist groß. Nach offiziellen Angaben leben in der Europäischen Union mehr als 72 Millionen Hunde sowie 83 Millionen Katzen. Mit dem Handel werden pro Jahr rund 1,3 Milliarden Euro umgesetzt.