2. Januar 2026, 8:04 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Dass die Geräte des weltweit führenden Technikkonzerns nach einer uralten Obstsorte benannt sind, ist für uns inzwischen ähnlich selbstverständlich wie andere – mitunter bei genauerer Betrachtung ungewöhnliche – Namen aus der Branche. TECHBOOK geht näher darauf ein, wieso die Tech-Marken Apple, Google und Co. heißen, wie sie heißen.
Marketing-Experten wissen: Der Erfolg steht und fällt oft mit dem Namen. Als eine der wichtigsten Regeln bei der Benennung gilt dabei der Faktor Authentizität. Außerdem sollte ein Firmenname idealerweise kurz und eingängig sein. Beides trifft auf Apple, Google und einige vergleichbare große Tech-Marken ohne Zweifel zu, und dabei stecken oft interessante Geschichten dahinter.
Apple
Der Name Apple geht auf Steve Jobs zurück, Mitgründer und langjähriger CEO des US-Konzerns. Mehr dazu ist in Walter Isaacsons autorisierter Biografie über den Unternehmer nachzulesen. Jobs habe damals eine Obstdiät gehalten, wie er es offenbar häufiger getan hat, und die Idee sei ihm nach der Rückkehr von einer Apfelplantage gekommen. „Der Name klang freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd“, erklärte er einst. Er nahm nicht bloß dem Begriff Computer die Schärfe, sondern hatte noch einen weiteren Vorteil: Apple würde „im Telefonbuch“ vor Atari aufgeführt werden.
Amazon
Auch bei diesem rund 20 Jahre später gegründeten Unternehmen spielte bei der Benennung eine prominente Nennung in alphabetisch geordneten Listen eine Rolle. Ebenso wollte Jeff Bezos, der sein Unternehmen laut der Amazon-Website im Jahr 1994 in seiner Garage in Seattle gegründet hat, einen exotisch klingenden Namen, der Größe vermittelt. Da lag der Amazonas, der längste Fluss der Welt, als Symbol natürlich auf der Hand.
Larry Page und Sergey Brin, die Gründer von Google, haben ihre Tech-Marke nach Googol benannt. „Das ist eine 1 mit hundert Nullen und sieht ziemlich beeindruckend aus“, heißt es dazu im Google-Blog. Ein passender Name für eine Suchmaschine, da er sinnbildlich für eine beträchtliche Menge an vorhandenen Informationen stehen soll – und somit auch für das Ziel des Unternehmens: „die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nützlich zu machen“.
Samsung
Der Name der koreanischen Tech-Marke Samsung ist ein Wort: Samsung (삼성) bedeutet auf Koreanisch „Drei Sterne“, wie es auch auf der Website des Konzerns erklärt wird. Damit wollte der Gründer Lee Byung-chull seine Vision ausdrücken: ein Unternehmen, das groß und stark ist und am Himmel hell wie Sterne leuchtet. Das Logo hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verändert, der Name ist geblieben.
Nvidia
Nvidia, ein bedeutender Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Spielkonsolen und Computer, wurde 1993 von drei Elektroingenieuren gegründet – zunächst noch ohne Namen, wie das Markenlexikon „Brandslex“ berichtet. Die Gründer nutzten intern das Kürzel „NV“ für „Next Version“ und wollten es auch im Unternehmensnamen unterbringen. Bei der Suche stießen sie auf das lateinische Wort invidia, das „Neid“ bedeutet – ein Gefühl, das manch ein Konkurrent ihnen sicherlich entgegenbringt: Heute gehört Nvidia zu den nach Börsenwert wertvollsten Unternehmen aller Zeiten.
Microsoft
Microsoft ist ein sogenanntes Kofferwort, genauer gesagt eine Kombination aus den Wörtern „Microcomputer“ und „software“. Denn, wie „Brandslex“ in Erinnerung ruft, waren die Begriffe „Home Computer“ oder „Personal Computer“ damals noch nicht geläufig. Mitgründer Paul Allen soll zunächst einen Bindestrich für den Namen der Tech-Marke vorgeschlagen haben. Doch bald wurde aus Micro-Soft das heute bekannte Microsoft.
Spotify
Ganz lustig ist die Geschichte hinter dem Namen dieser Tech-Marke. Auf den ersten Blick scheint „Spotify“ durchaus Hand und Fuß zu haben: Naheliegend ist die Deutung als Kombination aus „spot“ und „identify“, also das Entdecken von Musik und die Identifikation mit ihr – eine Interpretation, die inzwischen auch offiziell kommuniziert wird. Wie jedoch unter anderem die Medienfachzeitschrift „W&V“ berichtet, soll der Name tatsächlich aus einem Missverständnis entstanden sein. Die Gründer Daniel Ek und Martin Lorentzon riefen sich während eines Brainstormings verschiedene Namensvorschläge zu, wobei einer einen Vorschlag falsch verstand – oder im Nachhinein betrachtet genau richtig.
Adobe Systems
John Warnock und Charles Geschke galten als Visionäre, als sie 1982 Adobe gründeten. Mit der Entwicklung und Vermarktung der Seitenbeschreibungssprache PostScript legten sie den Grundstein für die Digitalisierung des Druck- und Verlagswesens. Der heute weltweit bekannte Firmenname geht auf den Adobe Creek zurück, erfährt man auf dem Unternehmes-Blog: einen Fluss in Kalifornien, der demnach direkt hinter dem Haus von Mitbegründer John Warnock verlief.
Tesla
Elon Musk ehrte mit dem Namen für seine Elektrofahrzeug-Firma das Lebenswerk des serbischen Physikers und Erfinders Nikola Tesla. Doch beinahe hätte er diesen Vorsatz verwerfen müssen, wie er im Jahr 2019 auf X (damals noch Twitter) verriet. „Tesla wäre beinahe Faraday genannt worden, weil sich der ursprüngliche Inhaber der Marke Tesla Motors geweigert hat, sie an uns zu verkaufen.“
Die Geschichte hinter dem PDF
Die 6 kuriosesten Klagen der Tech-Welt
Nintendo
Heute ist Nintendo vor allem als Tech-Marke sowie für seine Spielekonsolen und Videospiele bekannt. Gegründet wurde das Unternehmen jedoch bereits 1889 – als Hersteller von Hanafuda-Spielkarten. Der Name Nintendo wird häufig sinngemäß mit „Überlasse das Glück dem Himmel“ übersetzt, was sich aus den verwendeten japanischen Schriftzeichen ableiten lassen soll.
Interessant ist, dass in seinem Buch „The History of Nintendo Vol. 1 – 1889–1980: From Playing-Cards to Game & Watch“ der Autor Florent Gorges den Namen stärker in den historischen Kontext der Unternehmensgründung einordnet. Demnach lässt sich die Bedeutung unmittelbar mit dem ursprünglichen Kartenspielgeschäft verknüpfen. Darin spielen Glück und Zufall bekanntlich eine zentrale Rolle. Die verbreitete Übersetzung versteht sich somit weniger als feste Definition denn als sinnbildliche Beschreibung der damaligen Geschäftsidee. Eine eindeutige Erklärung für die Namenswahl gibt es bis heute nicht.
Nokia
Laut „Brandslex“ geht der Name Nokia auf einen Ort und einen Fluss im Südwesten Finnlands zurück. 1859 erbte der Unternehmer Adolf Törngren das Landgut Nokia am Fluss Nokianvirta. Der Ortsname stammt vermutlich aus dem Altfinnischen und bezeichnete ursprünglich Pelztiere wie Biber oder Marder. Nach Törngrens wirtschaftlichem Scheitern übernahm der Ingenieur Knut Fredrik Idestam das Gelände und gründete 1871 gemeinsam mit dem Politiker Leo Mechelin die Aktiengesellschaft Nokia. Der Name bezog sich zunächst nur auf den Standort und wurde später zur Dachmarke Nokia Osakeyhtiö, lange bevor das Unternehmen für Technik bekannt wurde.