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Rücksetzdienst

Neue PIN für Online-Ausweis – diese Änderung kommt 2026

EU-Flagge
Wer die PIN für den Online-Ausweis vergessen hat, muss bislang meist persönlich zum Bürgeramt gehen Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski

16. Mai 2026, 16:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Viele Behördengänge sollen inzwischen online funktionieren. In der Praxis scheitert das aber oft an einer wichtigen Voraussetzung: der PIN des Online-Ausweises. Wer die Nummer vergessen hat oder die Online-Ausweisfunktion erstmals nutzen möchte, muss derzeit meist persönlich zum Bürgeramt. Dort können Nutzer die Funktion freischalten oder eine neue PIN setzen lassen. Gerade bei langen Wartezeiten auf Termine wird das schnell zum Problem.

Die Bundesregierung will diese Hürde nun offenbar reduzieren. Künftig soll es wieder möglich sein, eine neue PIN einfacher anzufordern, ohne direkt einen Termin beim Amt vereinbaren zu müssen.

PIN-Rücksetzdienst soll 2026 zurückkommen

Wie das Online-Magazin „Heise“ unter Berufung auf das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) berichtet, plant die Bundesregierung die Rückkehr des PIN-Rücksetzdienstes für den elektronischen Personalausweis. Der Neustart soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen und für Bürger kostenlos bleiben.

Wer seine PIN vergessen hat oder die Online-Ausweisfunktion erneut freischalten möchte, soll dann wieder online einen Brief mit neuer PIN und Aktivierungscode anfordern können. Aus Sicherheitsgründen soll die Zustellung nicht einfach über den normalen Briefkasten erfolgen. Stattdessen ist eine Übergabe per Postident vorgesehen. Dabei kontrolliert die Zustellerin oder der Zusteller die Identität der empfangenden Person direkt bei der Übergabe.

EUDI-Wallet erhöht den Druck auf einfache Lösungen

Der geplante Neustart steht auch im Zusammenhang mit einem größeren Digitalprojekt der Bundesregierung. Anfang 2027 soll in Deutschland die sogenannte EUDI-Wallet starten. Dabei handelt es sich um eine digitale Brieftasche für das Smartphone.

In dieser Wallet sollen Bürger ihren Ausweis und weitere Nachweise speichern und bei Bedarf weitergeben können. Ziel ist es, den elektronischen Identitätsnachweis stärker auf Smartphones zu bringen und damit alltagstauglicher zu machen.

Die bisherige Ausweis-App dient hauptsächlich dazu, sich online auszuweisen. Die EUDI-Wallet soll dagegen deutlich mehr Möglichkeiten bieten. Geplant ist eine Nutzung bei Behörden, Unternehmen oder auch auf Reisen. Damit die digitale Identität dort tatsächlich verwendet werden kann, müssen Nutzer ihren Online-Ausweis aber zunächst aktivieren und einrichten können. Genau an diesem Punkt soll der geplante PIN-Rücksetzdienst helfen.

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Viele kennen ihre PIN nicht mehr

Wie groß die Hürde beim Online-Ausweis aktuell ist, zeigen Zahlen des Branchenverbands Bitkom. Grundlage ist eine repräsentative Befragung unter 1004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

Nur 18 Prozent der Befragten haben demnach die Online-Ausweisfunktion aktiviert und kennen ihre PIN noch. Weitere 21 Prozent haben die Funktion zwar freigeschaltet, erinnern sich aber nicht mehr an ihre PIN. Mehr als die Hälfte der Befragten hat die Online-Ausweisfunktion gar nicht aktiviert. Weitere 5 Prozent machten keine Angaben oder wussten es nicht.

Auch interessant: Das hat sich bei der Beantragung von Reisepass und Personalausweis geändert

Früherer Dienst wurde wegen Kosten eingestellt

Ganz neu ist der PIN-Rücksetzdienst nicht. Der Bund hatte ihn bereits im Februar 2022 eingeführt. Ende 2023 wurde das Angebot jedoch wieder eingestellt. Als Grund wurden später fehlende Haushaltsmittel genannt.

In weniger als zwei Jahren verschickte der Bund fast zwei Millionen PIN-Briefe. Die Kosten lagen laut Angaben bei mehr als 29 Millionen Euro. Zwischenzeitlich stand deshalb auch ein kostenpflichtiger Rücksetzdienst im Raum. Nutzer hätten dafür 14 Euro zahlen sollen. Der Vorschlag fand im Bundesrat allerdings keine Mehrheit.

Nun soll die kostenlose Variante zurückkehren und den Zugang zum Online-Ausweis wieder erleichtern.

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