9. Mai 2026, 7:48 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland könnte sich deutlich verändern. Grundlage dafür ist ein Haushaltsentwurf für das Jahr 2027, über den zuerst das Online-Magazin „Mobiflip“ berichtet hat. Demnach prüft die Bundesregierung neue Regeln für Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten.
Bislang galt: Wer Kryptowährungen länger als zwölf Monate hält, kann sie anschließend steuerfrei verkaufen. Genau diese Regel steht nun zur Diskussion und könnte künftig wegfallen.
Debatte über pauschale Besteuerung
Konkrete Beschlüsse gibt es bisher nicht, doch ein mögliches Modell ist bereits im Gespräch. Diskutiert wird eine pauschale Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen. Diese würde sich an der Abgeltungssteuer orientieren. Das bedeutet: 25 Prozent Steuer auf Gewinne, zusätzlich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Damit würde die Besteuerung ähnlich funktionieren wie bei Aktiengeschäften.
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Für einige Anleger könnte das sogar Vorteile haben. Aktuell werden kurzfristige Gewinne nämlich oft mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, der deutlich höher ausfallen kann.
Auswirkungen auf verschiedene Anlegergruppen
Sollte die bisherige Haltefrist entfallen, hätte das vor allem Folgen für langfristig orientierte Investoren. Wer bislang auf steuerfreie Gewinne nach einem Jahr gesetzt hat, müsste umdenken. Gleichzeitig könnten sich neue Vorteile ergeben. Dazu zählt eine vereinfachte Möglichkeit, Verluste mit Gewinnen zu verrechnen. Für bereits bestehende Investments sind zudem Übergangsregelungen denkbar.
Parallel dazu gibt es auch auf europäischer Ebene Überlegungen, zusätzliche Einnahmen aus Kryptowerten zu generieren. Insgesamt bleibt die steuerliche Zukunft von Bitcoin und anderen Kryptowährungen damit offen.