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WhatsApp plant kostenlosen Backup-Speicher

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WhatsApp-Backups greifen auf iCloud- oder Google-Drive-Speicher zu – damit könnte bald Schluss sein Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie | Rene Traut
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Adrian Mühlroth
Redakteur

16. Juli 2026, 9:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Cloud-Backup-Funktion von WhatsApp garantiert nicht nur, dass Chats nie verloren gehen, sondern erleichtert auch den Umzug auf ein neues Smartphone. Wer allerdings oft Bilder und Videos verschickt, treibt die Größe der Backup-Datei schnell in die Höhe. Das Problem: WhatsApp-Backups bedienen sich beim Speicher von iCloud und Google Drive. Deshalb arbeitet der Messenger jetzt an einer Alternative – mit eigenem, kostenlosem Cloud-Speicher.

WhatsApp plant eigenen Backup-Dienst

Dem WhatsApp-Blog „WABetaInfo“ zufolge testet der Messenger derzeit in der Beta der iOS-App (Version 26.28.10.16) eine Backup-Alternative zu iCloud. Bereits im April sind erste Hinweise auf das neue Cloud-Angebot für Android aufgetaucht. Die neue Funktion scheint bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium zu sein, da „WABetaInfo“ sowohl für die Android- als auch die iOS-Version Screenshots davon vorliegen.

In der aktuellen WhatsApp-Beta für iOS erscheint demnach die Option „Wähle Deinen Backup-Anbieter“, die zwei Möglichkeiten zur Auswahl stellt. Nutzer können zwischen „WhatsApp“ und „iCloud“ wählen. Laut „WABetaInfo“ soll Letzteres vorerst die Standardeinstellung bleiben – wer nicht wechseln möchte, muss also nichts tun.

Kostenloser Speicherplatz mit WhatsApp-Backup

WhatsApp könnte Nutzer jedoch mit einem entscheidenden Vorteil zum Umstieg bewegen: kostenloser Backup-Speicher. Zum Start soll es 2 Gigabyte geben, die für die Sicherung von Chats, Dokumenten sowie Fotos und Videos zur Verfügung stehen. Bislang zahlen WhatsApp-Backups bei iOS auf den iCloud-Speicher und bei Android auf den Google-Drive-Speicher ein. Vor allem iPhone-Nutzer können den 5 GB großen iCloud-Speicher, den sie kostenlos von Apple erhalten, schnell mit Backup-Dateien überfrachten.

Zumindest für die grundlegende Sicherung von Chats, Dokumenten und ein paar Fotos könnte der kostenlose WhatsApp-Speicher somit eine echte Alternative darstellen. Allerdings blähen sich Backups schnell auf mehrere Gigabyte auf, wenn darin auch Videos – vor allem in HD-Qualität – enthalten sind.

Zusätzliche Kosten für mehr Speicher

„WABetaInfo“ zufolge erwägt WhatsApp deshalb, auch größere Speicheroptionen anzubieten – allerdings gegen Bezahlung. Für 50 GB könnten 0,99 US-Dollar pro Monat fällig werden, ähnlich wie bei iCloud. Auch eine 1-Terabyte-Option für Intensivnutzer soll im Gespräch sein.

Für größere Backups prüft WhatsApp offenbar kostenpflichtige Modelle. Genannt werden ein Tarif mit 50 Gigabyte für rund 0,99 US-Dollar pro Monat sowie ein Angebot mit einem Terabyte Speicher.

Nutzer können jederzeit zwischen WhatsApp- und iCloud/Google-Drive-Backups wechseln können. Es steht noch nicht fest, ob der Messenger obsolete Backup-Dateien nach dem Umstieg auf die WhatsApp-Option automatisch aus iCloud löscht. Nutzer können das jedoch manuell in den iPhone-Einstellungen > Account-Name > „iCloud“ > „Speicher“ > „WhatsApp Messenger“ > „Daten aus iCloud löschen“ erledigen.

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Verschlüsselung und bestehende Backups

Anders als bei iCloud sollen Backups auf WhatsApp-Servern standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein. Der Messenger bietet diese Option zwar auch für iCloud-Backups an, allerdings müssen Nutzer sie manuell aktivieren. Nutzern, die der Speicherung ihrer Daten auf WhatsApp-Servern skeptisch gegenüberstehen, soll die standardmäßige Verschlüsselung mehr Sicherheit signalisieren.

Die App soll direkt einen Passkey zur Sicherung des Backups vorschlagen, sodass Nutzer per Face ID darauf zugreifen können. Alternative Methoden sind ein normales Passwort und ein 64-stelliger Schlüssel.

Auch interessant: Android-Backup speichert künftig auch Dokumente

Vereinfachter Wechsel zwischen iOS und Android

Die eigene Backup-Lösung könnte später auch Wiederherstellungen zwischen Android und iOS erleichtern. Aktuell gibt es keine Möglichkeit, Backups von einer Plattform auf die andere umzuziehen, da iCloud und Google Drive nicht miteinander kommunizieren. Ob die gemeinsame Backup-Infrastruktur tatsächlich Teil der fertigen Funktion wird, ist allerdings noch offen.

Die aktuelle WhatsApp-Beta für iOS steht nur registrierten Testern über Apples TestFlight-App zur Verfügung. Einen offiziellen Zeitplan gibt es nicht. Bis zur Veröffentlichung können sich zudem Speichergrößen, Preise und der Funktionsumfang noch ändern.

Adrian Mühlroth
Redakteur

„Kluger Schachzug“

„Seit jeher hat WhatsApp ein riesiges Problem: Der Messenger kann seine enorme User-Basis nicht direkt monetarisieren. Um Geld einzuspielen, sind deshalb Umwege wie Werbeanzeigen im WhatsApp-Status und bezahlte Business-Tools erforderlich. Denn niemand, den ich kenne, bezahlt 2,49 Euro monatlich für ein WhatsApp-Plus-Abo.

Die Einführung eines eigenen Cloud-Backups ist deshalb ein wirklich kluger Schachzug. Erst einmal wirkt die Funktion wie ein Freebie, das man mal mitnimmt, um Speicher bei iCloud und Google Drive zu sparen. Aber das WhatsApp-Backup wird nur wachsen und selbst bei konservativer Verwaltung schnell den 2-GB-Rahmen sprengen. Alles darüber hinaus kostet aber monatlich Geld und ist damit bares Einkommen für Meta.“

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