23. März 2026, 7:56 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Google Maps soll in Deutschland künftig deutlich präzisere Informationen zum öffentlichen Personennahverkehr liefern. Statt wie bisher häufig nur geplante Abfahrtszeiten anzuzeigen, möchte der Dienst aktuelle Daten direkt in der App darstellen. Nutzer können dann sehen, ob Busse und Bahnen pünktlich sind oder Verspätung haben.
Die Angaben werden kontinuierlich aktualisiert und bilden damit den tatsächlichen Betrieb ab. Ziel ist es, die Planung im Alltag zuverlässiger zu machen und Überraschungen bei der Nutzung von Bus und Bahn zu reduzieren.
Zusammenarbeit mit DELFI als Datengrundlage
Die neuen Funktionen basieren auf einer Kooperation zwischen Google und dem Dienst Connect Fahrplanauskunft. Dieser gehört zum Verein DELFI, der sich mit digitalen Fahrgastinformationen beschäftigt. DELFI ist ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern. Zu den Mitgliedern zählen Verkehrsverbünde und Unternehmen aus dem Mobilitätsbereich. Der Verein sammelt Daten aus unterschiedlichen Regionen, prüft sie und stellt sie in einheitlicher Form bereit. Google erhält Zugriff auf diese Informationen und kann sie in Maps integrieren.
Laut Ankündigung entstehen dadurch klare Zuständigkeiten sowie eine verlässliche Grundlage für die Weiterverarbeitung der Daten. Für Nutzer bedeutet das, dass sie sich bei der Planung stärker auf die angezeigten Verbindungen verlassen können. Ein zentrales Ziel von DELFI ist es, die Fahrgastinformationen deutschlandweit zu vereinheitlichen. Dafür werden Fahrplandaten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und in geprüfter Qualität bereitgestellt.
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Durch diese Bündelung entsteht eine zentrale Datenbasis, die auch von externen Diensten genutzt werden kann. Google greift nun genau auf diese Daten zu. Für Fahrgäste bringt das vor allem mehr Übersicht. Sie müssen nicht mehr mehrere Apps verschiedener Verkehrsverbünde installieren, um an aktuelle Informationen zu kommen. Stattdessen können sie sich direkt in Google Maps über Verbindungen, Verspätungen und mögliche Alternativen informieren.
Erste Einsätze bereits bei der EM 2024
Die Kooperation zwischen Google und DELFI wurde nicht erstmals angekündigt, sondern bereits praktisch eingesetzt. Während der Fußball-Europameisterschaft 2024 stellte DELFI deutschlandweit Daten zu Haltestellen, Fahrplänen und aktuellen Verspätungen bereit. Google nutzte diese Informationen und integrierte sie in Maps. Zusätzlich ergänzte der Dienst die Angaben um Hinweise zu Orten und Aktivitäten in der Umgebung. So entstand bereits damals eine Kombination aus Verkehrs- und Zusatzinformationen, die direkt in der App verfügbar war.
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Parallel zur Integration von Echtzeitdaten entwickelt Google Maps auch seine Funktionen im Bereich künstliche Intelligenz weiter. Der KI-Chatbot Gemini ist inzwischen Teil der Anwendung. Nutzer können darüber per Sprache zu einem Ziel geführt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Verbindung aus aktuellen Verkehrsdaten und KI-gestützten Funktionen soll Google Maps stärker zu einem umfassenden Begleiter im Alltag machen.