23. Oktober 2025, 8:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Viele Android-Nutzer teilen täglich persönliche Informationen, ohne zu wissen, dass diese womöglich mitgelesen werden. Laut einem Bericht von „Ars Technica“ greift seit Juli 2025 auch Google über seine KI Gemini auf Inhalte vom Bildschirm und Drittanbietern, wie WhatsApp, zu.
Die KI ist inzwischen tief in das Android-Betriebssystem integriert und analysiert dem Bericht zufolge alles, was sich auf dem Bildschirm abspielt – einschließlich Texteingaben in Drittanbieter-Apps wie WhatsApp. Selbst wenn Nutzer entsprechende Zugriffe zuvor deaktiviert haben, soll Gemini dennoch mitlesen und die erfassten Daten bis zu 72 Stunden auf Google-Servern speichern.
Mögliche Einsicht durch Mitarbeiter
US-Nutzer erhielten dem Bericht zufolge bereits eine E-Mail von Google, in der das Unternehmen darauf hinweist, dass die gespeicherten Daten von internen Mitarbeitern und externen Dienstleistern eingesehen und verarbeitet werden können. Datenschützer kritisieren, dass sich Anwender kaum wirksam gegen diese Datenerfassung schützen können. Auch Googles eigene Anleitung zur Deaktivierung der Funktion gilt laut Bericht als unübersichtlich und widersprüchlich.
Da Gemini fest im System integriert ist, lässt sich die KI nur schwer umgehen. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, um den Datenzugriff zu begrenzen.
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So prüfen Sie, ob Gemini aktiv ist
Öffnen Sie auf Ihrem Android-Gerät die Einstellungen und wählen Sie den Punkt „Apps“. Unter „Standard-Apps“ finden Sie im Bereich „Digitale Assistenz-App“, welcher Sprachassistent aktiv ist. Ist hier Gemini eingetragen, können Sie stattdessen wieder den Google Assistant auswählen. Dadurch verliert Gemini automatisch bestimmte Zugriffsrechte.
In den App-Einstellungen können Sie zusätzlich die Zugriffsrechte der Gemini-App manuell einschränken oder ganz entziehen. Auch in den Datenschutzeinstellungen Ihres Google-Kontos lässt sich die Datenerhebung verwalten: Unter „Daten aus Apps und Diensten“ können Sie Gemini auswählen und die Datenspeicherung deaktivieren.
Google reagiert auf die Vorwürfe
Wie „ComputerBILD“ (gehört wie TECHBOOK zu Axel Springer) berichtet, hat Google inzwischen Stellung zu den Vorwürfen genommen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass eine Datenübertragung an Gemini nur dann stattfinde, wenn Nutzer aktiv eine Anfrage stellen und die Verbindung zu Apps wie WhatsApp explizit aktivieren. Eine automatische Mitlesefunktion gebe es demnach nicht.
Laut Google können Anwender in der Gemini-App die App-Verbindungen individuell erlauben oder blockieren. Wird der Zugriff deaktiviert, hat die KI keinen Zugang mehr zu den Daten. Außerdem lassen sich im Aktivitätsmenü gespeicherte Informationen rückwirkend löschen.
Trotzdem empfehlen Experten, grundsätzlich vorsichtig zu sein: Wer sensible Informationen über WhatsApp teilt, sollte sich bewusst machen, dass selbst gut geschützte Systeme nicht vollkommen sicher sind.