8. Januar 2026, 16:22 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Apples Dynamic Island, der Display-Bereich rund um das Kameramodul auf der Frontseite, wurde mit dem iPhone 14 Pro eingeführt, um sogenannte Live-Aktivitäten anzuzeigen. Im Alltag kann das praktisch sein – Werbung gehört dort jedoch ausdrücklich nicht hin.
Doch genau diese Grenze hat der Sprachlern-Anbieter Duolingo offenbar zeitweise überschritten. Laut Nutzerberichten, unter anderem auf Reddit, erschien in der Dynamic Island ein „Super Offer“ mit Countdown, der für ein vergünstigtes Abo warb. Apple verbietet solche Nutzung seit Jahren klar in seinen Entwickler-Richtlinien. TECHBOOK hat bei Apple nachgefragt, bislang jedoch keine Rückmeldung erhalten.
Klare Regeln von Apple
Apple untersagt Werbung in Live-Aktivitäten ausdrücklich. In den Entwickler-Richtlinien heißt es: „Nutzen Sie Live-Aktivitäten nicht, um Werbung oder Werbeaktionen anzuzeigen. Live-Aktivitäten helfen Nutzern, über laufende Ereignisse und Aufgaben informiert zu bleiben. Daher ist es wichtig, nur Informationen anzuzeigen, die mit diesen Ereignissen und Aufgaben in Zusammenhang stehen.“
Wie Duolingo diese Regelung umgehen konnte, ist bislang unklar. Inzwischen scheint die Werbeanzeige aus der Dynamic Island wieder verschwunden zu sein. Ob es sich um einen kurzfristigen Test oder eine bewusst begrenzte Aktion handelte, lässt sich nicht abschließend klären. Duolingo ist für derartige A/B-Tests bekannt und setzt zunehmend auf automatisierte und KI-gestützte Funktionen, was in der Vergangenheit bereits zu Kritik aus der Nutzerschaft geführt hatte. In der Folge entstanden auch alternative Sprachlern-Angebote wie Lingonaut.
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Werbung per Benachrichtigung bleibt Grauzone
Werbung über klassische iOS-Benachrichtigungen sorgt schon länger für Unmut. Apple hatte solche Inhalte ursprünglich ebenfalls untersagt, ließ später jedoch Ausnahmen zu. Inzwischen erlaubt das Regelwerk „marketing or promotional content“, sofern Nutzer dem ausdrücklich zugestimmt haben. Eine zentrale Einstellung, um Werbenachrichten grundsätzlich abzulehnen, existiert allerdings nicht. Auch müssen App-Anbieter keinen Nachweis erbringen, dass diese Zustimmung tatsächlich vorliegt.
Wie Apple den Vorfall bewertet und ob er Konsequenzen für Duolingo nach sich zieht, ist derzeit offen. Das Unternehmen hat sich bislang nicht öffentlich dazu geäußert. Ob es sich um einen einmaligen Verstoß, einen Test oder einen Regelbruch mit möglichen Folgen handelt, bleibt daher unklar.