15. April 2026, 8:59 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Digitalisierung staatlicher Angebote kommt in Deutschland seit Jahren nur langsam voran. Vieles funktioniert noch immer nicht online. Termine bei Behörden lassen sich oft nicht digital buchen und umfassende Services fehlen vielerorts komplett. Jetzt gibt es jedoch Bewegung: Die Bundesregierung hat offenbar zwei große Unternehmen mit der Entwicklung einer zentralen Bürger-App beauftragt.
Wie das „Handelsblatt“ (Bezahlschranke) berichtet, arbeiten Deutsche Telekom und SAP an einer Anwendung, die verschiedene staatliche Leistungen bündeln soll. Grundlage der Informationen sind interne Projektdokumente sowie Aussagen von Teilnehmenden einer Präsentation des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Auf Nachfrage bestätigten die Beteiligten diese Pläne.
App soll Zugang zu wichtigen Leistungen vereinfachen
Die geplante Anwendung soll vor allem Bürokratie abbauen und den Alltag für Bürger erleichtern. Ziel ist eine zentrale Plattform, über die sich staatliche Leistungen unkompliziert nutzen lassen. Laut Bericht stehen zunächst Angebote aus dem Bereich Arbeit und Soziales im Fokus.
Zu den ersten genannten Funktionen gehören: Kindergeld beantragen, Wohnsitz anmelden, Grundsicherung im Alter beantragen und Unternehmensgründung starten. Damit würde die App mehrere bislang getrennte Prozesse an einem Ort bündeln. Bis zur fertigen Version dürfte es jedoch noch dauern.
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Erste Tests starten in mehreren Städten
Ein erster Prototyp der App soll noch im April 2026 getestet werden. Testläufe sind geplant in Hamburg, Dresden, Nürnberg und Wiesbaden. Zusätzlich soll die Anwendung bei der Bundesagentur für Arbeit eingesetzt werden. Dabei handelt es sich jedoch zunächst nur um einen technischen Test. Ziel ist es, die Machbarkeit der Lösung zu überprüfen.
Nach Angaben von „heise.de“ erklärte das BMDS, dass für die endgültige Umsetzung noch eine öffentliche Ausschreibung geplant ist. Der aktuelle Prototyp basiert auf bestehenden Verträgen mit SAP und der Telekom. Später könnten sich auch andere Unternehmen an der Entwicklung und am Betrieb beteiligen.
Technische Details und offene Fragen
Zuvor hatte das Handelsblatt berichtet, dass keine Ausschreibung vorgesehen sei. Demnach sollte die Telekom-Tochter T-Systems den Betrieb übernehmen, während SAP die technische Grundlage liefert. Dazu gehören auch die Business Technology Platform sowie „lernende KI-Agenten“. Diese sollen Nutzer bei Anträgen unterstützen und Prozesse automatisieren.
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Als weiterer Partner wurde Schwarz Digits genannt. Das Unternehmen soll den Messenger Wire als Kommunikationslösung integrieren. Diese Angaben beziehen sich jedoch offenbar nur auf den aktuellen Prototyp.
Viele Details sind noch offen. Zu Informationen wie dem Starttermin, den Kosten und dem offiziellen Namen gibt es noch keine Angaben. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) brachte jedoch bereits den Namen „Deutschland-App“ ins Gespräch.