30. März 2026, 16:43 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Google möchte Android sicherer machen und plant, das bislang recht offene Betriebssystem mit neuen Regeln drastisch abzuriegeln. Schon zuvor hatte der Konzern angekündigt, dass Entwickler ihre Identität offenlegen müssen, um Apps verbreiten zu dürfen.
Die neuen Maßnahmen betreffen das sogenannte Sideloading, eine bislang zentrale Android-Funktion, die das Installieren von Apps aus anderen Quellen als dem Google Play Store erlaubt. Diese Möglichkeit schränkt der Konzern künftig stark ein.
Zwei Wege für Entwickler
Google unterscheidet beim Sideloading künftig zwischen verifizierten und nicht verifizierten Entwicklern. Wer sich bei Google registriert, kann Apps weiterhin relativ unkompliziert bereitstellen. Ziel dieser neuen Vorgaben ist laut Google mehr Sicherheit. Besonders unerfahrene Nutzer sollen so besser vor unsicheren Apps geschützt werden, wie es im Android Developers Blog heißt.
Kritiker sehen darin ein Problem für Entwickler, die aus persönlichen Gründen anonym bleiben müssen. Etwa Personen, die um Verfolgung in ihren Heimatländern fürchten müssen. Die Initiative „Keep Android Open“ geht bereits gegen Google vor, um die neuen Sideloading-Pläne zu verhindern.
24-Stunden-Timer vor der Installation
Googles neue Regelung sieht vor, dass Nutzer ab August mehrere Hürden überwinden müssen, um eine App aus externen Quellen zu installieren. Der Prozess besteht aus vier einzelnen Schritten, die sie aktiv durchführen müssen.
Zunächst muss der Nutzer bestätigen, dass die Installation freiwillig erfolgt – um Einflussnahme durch Angreifer auszuschließen. Danach folgt ein Neustart des Geräts. Dieser soll als zusätzliche Absicherung Verbindungen wie Anrufe oder Remote-Zugriffe unterbrechen. Ziel ist es, Betrugsversuche zu erschweren.
Danach beginnt ein 24-Stunden-Timer, erst danach lässt sich die App tatsächlich installieren. Google begründet diese Pause damit, dass Betrüger oft mit Zeitdruck arbeiten. Eine längere Wartezeit soll solche Angriffe verhindern. Warum aber genau 24 Stunden – und nicht 3, 6 oder 12 – erklärt das Unternehmen nicht.
Apple-Geräte bald mit alternativen App Stores nutzbar
iOS 17.5 ist da – alle Neuerungen des wichtigen iPhone-Updates
Android macht Sideloading unattraktiv
Die neuen Regeln dürften dazu führen, dass viele Nutzer auf alternative Apps verzichten. Wer Apps nicht über einen Store, sondern direkt von Entwicklerseiten bezieht, muss diesen Prozess im schlimmsten Fall alle sieben Tage wiederholen. Immerhin ermöglicht Google Nutzern, den 24-Stunden-Timer nach dem ersten Durchlauf komplett zu deaktivieren.
Der Konzern selbst stärkt mit der neuen Regelung seine eigene Plattform. Der Google Play Store wird zur einzig attraktiven Anlaufstelle für Apps. Für Entwickler bedeutet das, dass sie kaum noch am offiziellen Store vorbeikommen. Wer Nutzer erreichen möchte, muss sich stärker an die Vorgaben von Google halten.
Auch interessant: Wer das nicht tut, verliert sein Gmail-Konto
Weniger Vielfalt im App-Angebot
Alternative Apps und kleinere Projekte könnten unter den neuen Regeln leiden. Gerade unabhängige Entwickler haben bisher oft Nischen besetzt und spezielle Anwendungen angeboten, die es im Play Store nicht gibt. Wenn diese Möglichkeiten eingeschränkt werden, könnte sich das Angebot verändern. Besonders Anwendungen außerhalb des Mainstreams könnten darunter leiden. Damit verliert Android einen Teil seiner bisherigen Offenheit.