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Digital Markets Act

Apple und EU streiten über Start von Siri AI

Smartphone mit Siri Ai-Logo
Siri AI soll deutlich persönlicher arbeiten, steht in der Europäischen Union aber weiter vor regulatorischen Hürden Foto: picture alliance / NurPhoto
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Przemyslaw Szymanski

21. Juni 2026, 12:15 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Apple und die Europäische Union streiten über die Einführung der neuen KI-Version von Siri. Während viele Nutzer auf eine deutlich leistungsfähigere Variante des Sprachassistenten warten, wird das Angebot in der EU vorerst nicht auf iPhones und iPads erscheinen. Apple sieht den Grund dafür im Digital Markets Act (DMA). Die EU-Kommission widerspricht dieser Darstellung jedoch deutlich.

EU sieht die Verantwortung bei Apple

Mit Siri AI will Apple seinen Sprachassistenten umfangreich erweitern. Künftig soll das System persönliche Zusammenhänge besser erkennen und Aufgaben direkter erledigen. Genau diese Weiterentwicklung sorgt nun für Diskussionen zwischen dem Konzern und den europäischen Behörden.

Nach Angaben des Nachrichtenportals „Reuters“ macht die EU-Kommission deutlich, dass Apple neue Produkte und Dienste grundsätzlich auch in der Europäischen Union anbieten könne. Dass Siri AI nicht gemeinsam mit iOS 27 und iPadOS 27 in der EU erscheint, sei deshalb eine Entscheidung des Unternehmens. Nach Ansicht der Kommission habe Apple den Dienst bislang nicht so entwickelt, dass er den geltenden Regeln auf dem europäischen Markt entspricht.

Streit um die Öffnung von Plattformen

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie offen Apple sein System für andere Anbieter gestalten muss. Der DMA soll sicherstellen, dass große Plattformbetreiber zentrale Dienste nicht ausschließlich für das eigene Ökosystem ausrichten.

Das Ziel besteht darin, Wettbewerbern einen fairen Zugang zu wichtigen Schnittstellen zu ermöglichen. Nutzer sollen dadurch nicht dauerhaft an einzelne Anbieter gebunden bleiben. Bei Siri AI gestaltet sich diese Vorgabe besonders kompliziert, weil zahlreiche Funktionen eng mit iPhone, iPad und persönlichen Daten verknüpft sind.

Apple argumentiert, dass eine stärker personalisierte Siri besonders sensible Informationen benötigt. Der Assistent müsse dafür auf verschiedene Bereiche des Geräts zugreifen können.

Nach Auffassung des Unternehmens könnten andere KI-Dienste unter Umständen ebenfalls Zugriff auf solche Funktionen und Daten verlangen. Dazu gehören etwa Kommunikation, Inhalte auf dem Gerät oder persönliche Zusammenhänge, die Siri für Antworten und Aufgaben nutzen soll. Apple sieht darin mögliche Risiken für Datenschutz und Sicherheit.

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Vorschlag für Übergangsfrist abgelehnt

Laut Reuters hatte Apple den europäischen Regulierern einen Kompromiss vorgeschlagen. Der Konzern wollte eine Übergangsfrist von 18 Monaten erhalten. In diesem Zeitraum sollte eine technische Zwischenlösung entstehen, über die andere KI-Dienste sicher auf Siri AI zugreifen könnten.

Auch interessant: Warum nicht alle Apple-Geräte die neuen KI-Funktionen bekommen

Apple verband damit die Hoffnung, Datenschutz- und Sicherheitsbedenken zu reduzieren und gleichzeitig den Weg für einen Start in der EU freizumachen. Die EU-Kommission lehnte den Vorschlag jedoch ab. Nach ihrer Einschätzung hätte es sich dabei um eine zeitlich begrenzte Ausnahme von den DMA-Vorgaben gehandelt.

Europa bleibt ein wichtiger Markt

Für Apple hat der Konflikt auch wirtschaftliche Bedeutung. Im vergangenen Geschäftsjahr stammten knapp 27 Prozent des weltweiten Umsatzes aus Europa.

Die aktuellen Geschäftszahlen verdeutlichen die Größenordnung. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 erzielte Apple einen Umsatz von 111,2 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 96,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch wenn die Europäische Union nicht mit ganz Europa gleichzusetzen ist, bleibt ihre Bedeutung für internationale Technologiekonzerne groß. Rund 450 Millionen potenzielle Verbraucher machen den Markt attraktiv. Deshalb dürfte Apple weiterhin daran interessiert sein, Siri AI künftig auch in der EU anzubieten.

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