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Ab 20. November

Neue Airbnb-Regeln! Das dürfen Vermieter nicht mehr verlangen

Reinigungsgebühr zahlen und trotzdem putzen? Airbnb setzt Vermietern bei diesen Aufgaben künftig klare Grenzen.
Reinigungsgebühr zahlen und trotzdem putzen? Airbnb setzt Vermietern bei diesen Aufgaben künftig klare Grenzen. Foto: Getty Images
Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

26. Oktober 2026, 11:38 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Eine Ferienwohnung buchen, eine Reinigungsgebühr bezahlen und vor der Abreise trotzdem noch die Betten abziehen und das Geschirr spülen: Solche Vorgaben von Airbnb-Vermietern sorgen bei Reisenden immer wieder für Unmut. Ab November schiebt die Plattform bestimmten Forderungen nun einen Riegel vor.

Airbnb führt zum 20. November 2026 neue Regeln für Gastgeber ein. Dabei geht es insbesondere um die Hausregeln und Aufgaben, die Vermieter ihren Gästen während des Aufenthalts oder vor der Abreise auferlegen können. Künftig müssen solche zusätzlichen Anforderungen „zumutbar“ sein. Gleichzeitig führt Airbnb seine bisherigen Check-out-Anweisungen mit den Hausregeln an einer Stelle im Inserat zusammen.

Was zunächst nach einer kleinen Änderung klingt, kann für Reisende durchaus relevant sein. Denn Airbnb legt erstmals wesentlich konkreter fest, welche Arbeiten Gastgeber von ihren Gästen verlangen dürfen und welche nicht.

Diese Aufgaben dürfen Airbnb-Vermieter nicht mehr verlangen

Die wohl wichtigste Neuerung betrifft typische Arbeiten beim Check-out. Airbnb zieht hier künftig eine Grenze zwischen kleinen Handgriffen, die Gästen weiterhin zugemutet werden können, und Aufgaben, die eigentlich zur Reinigung der Unterkunft gehören.

So dürfen Vermieter ihre Gäste nach den neuen Vorgaben nicht mehr dazu verpflichten, benutztes Geschirr zu spülen und wegzuräumen. Auch das Abziehen der Bettwäsche oder das Starten einer Waschmaschine darf nicht verlangt werden. Ebenso dürfen Gäste nicht verpflichtet werden, Abfall außerhalb der Unterkunft zu entsorgen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Urlauber künftig überhaupt nichts mehr machen müssen. Gastgeber dürfen durchaus verlangen, dass benutztes Geschirr in die Spüle gestellt oder gebrauchte Handtücher zusammengetragen werden. Auch Müll und Recycling dürfen Gäste in dafür vorgesehene Behälter innerhalb der Unterkunft sortieren. Beim Verlassen der Unterkunft kann zudem etwa das Ausschalten der Klimaanlage verlangt werden.

Neu ist damit vor allem der Umfang der erlaubten Aufgaben.

Auf TECHBOOK-Anfrage erklärt eine Airbnb-Sprecherin:

„Hausregeln helfen Gästen zu verstehen, was Gastgeber:innen erwarten. Wir haben jedoch aus unserer Community erfahren, dass sie oft verwirrend, belastend und schwer umsetzbar sein können. Deshalb haben wir sie überarbeitet: Sie sind nun leichter zu finden und einfacher festzulegen. Zudem gibt es eine neue Richtlinie, die sicherstellt, dass Anforderungen angemessen bleiben und es keine bösen Überraschungen gibt.“

Auch interessant: Wer steckt eigentlich hinter Airbnb?

Auch die Hausregeln bei Airbnb ändern sich

Die neuen Bestimmungen beschränken sich nicht auf die Reinigung. Airbnb ordnet gleichzeitig das System der Hausregeln neu.

Gastgeber können künftig sieben Standardregeln festlegen. Dazu gehören die maximale Zahl der Übernachtungsgäste, Ruhezeiten, Veranstaltungen, Haustiere, Rauchen, kommerzielle Foto- und Filmaufnahmen sowie das Abschließen beim Check-out. Bei Letzterem können Gastgeber zusätzlich festlegen, wo beispielsweise Schlüssel zurückgegeben werden sollen.

Daneben können Vermieter weiterhin individuelle Anforderungen stellen. Genau für diese zusätzlichen Aufgaben greift jedoch die neue Vorgabe: Sie müssen zumutbar sein.

Für Reisende soll damit bereits vor der Buchung nachvollziehbarer werden, was während des Aufenthalts und beim Check-out von ihnen erwartet wird.

Was versteht Airbnb unter „zumutbar“?

Gerade dieser Begriff lässt zunächst einigen Interpretationsspielraum. TECHBOOK hat deshalb bei Airbnb nachgefragt, was darunter konkret zu verstehen ist.

Eine universelle Checkliste gibt es demnach nicht. Nach Angaben von Airbnb fließen unter anderem die Art der Unterkunft beziehungsweise des Aufenthalts sowie lokale Gegebenheiten in die Bewertung ein. Je nach Situation können deshalb auch Ausnahmen möglich sein.

Die Grundidee ist dennoch relativ eindeutig: Tätigkeiten, die erheblichen Zeit- oder Arbeitsaufwand verursachen oder normalerweise ein Reinigungsdienst übernehmen würde, sollen nicht auf die Gäste abgewälzt werden. Das Geschirr an einen bestimmten Ort zu stellen, kann also zumutbar sein. Es zu spülen und anschließend wegzuräumen dagegen nicht.

Dass der jeweilige Kontext berücksichtigt wird, zeigt Airbnb selbst anhand einiger Beispiele. In einem Gebiet mit Wildtieren könne es angemessen sein, Gästen besondere Vorgaben zur sicheren Müllentsorgung zu machen. In Regionen, die von Dürre und entsprechenden Wasserbeschränkungen betroffen sind, könne auch die Bitte um eine Begrenzung der Duschzeit zulässig sein.

Gastgeber können ihre Hausregeln und zusätzlichen Anforderungen weiterhin selbst festlegen und verändern. Sie müssen sich dabei aber an die neue Vorgabe der Zumutbarkeit halten, wie Airbnb TECHBOOK erläutert.

Steigen durch die neuen Airbnb-Regeln jetzt die Reinigungskosten?

Die Änderungen dürften bei vielen Reisenden noch eine andere Frage aufwerfen: Wenn Gäste künftig weniger selbst erledigen müssen, werden dann die Reinigungspauschalen höher?

Eine automatische Erhöhung ist mit der neuen Richtlinie nicht verbunden. Auf die konkrete Frage von TECHBOOK, wie wahrscheinlich steigende Reinigungsgebühren infolge der Änderungen sind, hat Airbnb in seiner Stellungnahme keine Prognose abgegeben.

Grundsätzlich legen Gastgeber ihre Reinigungsgebühr weiterhin selbst fest. Die neue Richtlinie koppelt den Betrag auch nicht etwa an die Zahl der erlaubten oder verbotenen Aufgaben. Berichte über die Änderungen bestätigen ebenfalls, dass Airbnb die Reinigungsgebühr nicht abschafft und Gastgeber sie weiterhin selbst bestimmen.

Ob einzelne Vermieter aufgrund des möglicherweise höheren Reinigungsaufwands ihre Preise anheben, lässt sich deshalb derzeit nicht vorhersagen.

Dass diese Möglichkeit unter Gastgebern diskutiert wird, zeigt allerdings die erste Reaktion auf die Ankündigung. Gegenüber der australischen Nachrichtenagentur ABC äußerte eine Airbnb-Gastgeberin beispielsweise die Erwartung, dass manche Vermieter ihre Preise erhöhen könnten, wenn sie die zusätzlichen Arbeiten künftig von jemand anderem erledigen lassen müssen. Das ist allerdings die Einschätzung einer Gastgeberin und keine Ankündigung von Airbnb.

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Können Airbnb-Vermieter die Reinigungspauschale einfach erhöhen?

Auch hier muss man zwischen den neuen Hausregeln und der Preisgestaltung unterscheiden. Die ab 20. November geltende Richtlinie legt fest, welche Anforderungen Gastgeber an Reisende stellen können. Eine neue Obergrenze oder konkrete Berechnungsformel für Reinigungspauschalen enthält die von Airbnb veröffentlichte Änderung nicht.

Die Konsequenz ist wichtig: Aus dem Verbot bestimmter Aufgaben folgt nicht, dass Airbnb gleichzeitig höhere Reinigungsgebühren einführt. Es lässt sich derzeit aber ebenso wenig ausschließen, dass einzelne Gastgeber ihre eigenen Preise beziehungsweise Reinigungspauschalen anpassen.

Reisende sollten deshalb bei einem Preisvergleich weiterhin auf den Gesamtpreis ihrer Unterkunft achten und nicht allein auf den Preis pro Nacht.

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Ab wann gelten die neuen Airbnb-Regeln?

Die neue Richtlinie tritt am 20. November 2026 in Kraft. Airbnb hat die Änderungen am 20. Oktober vorgestellt. Laut Airbnb sollen Gastgeber ihre bestehenden Hausregeln überprüfen und gegebenenfalls an die neuen Vorgaben anpassen.

Für Reisende dürfte die Änderung vor allem beim Check-out spürbar werden: Ein Mindestmaß an Ordnung kann der Gastgeber weiterhin verlangen. Eine umfangreiche Liste mit Arbeiten, die eigentlich zur Reinigung gehören, soll es dagegen nicht mehr geben.

Oder konkret gesagt: Das benutzte Glas in die Spüle stellen: ja. Die Küche vor der Abfahrt noch schnell durchputzen: nein.

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