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Anbieter Grover im Check

Technik mieten – lohnt sich das wirklich?

Frau inmitten von Technik
Technik ist in unserem Leben einfach nicht mehr wegzudenken. Nun muss man die tollen Geräte aber nicht mehr unbedingt alle kaufen, sondern kann sie mieten.Foto: Getty Images

Ob TV, Smartphone oder Waschmaschine – Technik ist teuer und leider schnell wieder veraltet. Wer nur kurzzeitig Bedarf hat oder ein Produkt ausprobieren möchte, kann Geräte auch mieten. TECHBOOK zeigt, wie und wo das geht.

Eine Waschmaschine oder einen Fernseher für wenige Euro im Monat nach Hause holen – geht das? Miet-Portale im Internet machen es möglich, zumindest für einen gewissen Zeitraum. Schossen die Anbieter vor einigen Jahren noch wie Pilze aus dem Boden, sind sie mittlerweile zusammengeschrumpft. Otto Now hat seinen Dienst mittlerweile eingestellt und auch das Portal Leihdirwas gibt es nicht mehr. Ein Anbieter mit produktübergreifender Auswahl ist aber noch übrig: Grover.

Technik mieten – die Vorteile

Warum man Technik lieber mieten statt kaufen sollte? Die aktuellen Trend-Produkte können so kostengünstig ausprobiert werden, bevor der Kunde für das Lieblingsteil tief in die Tasche greifen muss. Aber auch zur Überbrückung eignet sich das Miet-Angebot: Die Waschmaschine ist kaputt, aber das Geld reicht gerade nicht für ein neues Gerät? Ein paar Monate lassen sich so ohne den lästigen Gang zum Waschsalon überwinden. Für den Fußball-Abend muss ein großer Fernseher her? Auch er lässt sich mieten. Oder Kunden nutzen die Elektrogeräte einfach dauerhaft, bis sie sich ein neues Modell anschaffen.

Aber bei welchem Anbieter kann ich was mieten – und was kostet mich das? TECHBOOK macht den Check.

Grover von Media Markt und Saturn

Unter dem Motto „Miet mich!“ sind bei Media Markt im Januar 2017 in Zusammenarbeit mit dem Start-up Grover die Mietwochen gestartet. Auch Saturn ist mittlerweile als Partner eingestiegen. Seither bietet Grover einen Großteil der bei den Händlern erhältlichen Technik zur Miete an. Spätestens mit dem Aus von Otto Now steigt Grover nun zum Branchenprimus im Bereich der Portale auf, die Technik zum Mieten anbieten.

Wer sich dafür entscheidet, Technik bei Grover zu mieten, muss aber das nötige Kleingeld haben. Denn günstig sind die Monatsraten nicht. Im Schnitt etwa zehn Prozent des Kaufpreises kostet eine Monatsmiete, wobei sich die Kosten auch nach der Mietdauer orientieren. Immerhin: Lieferung und Rückversand sind im Preis inklusive und die Geräte sind häufig neu, zumindest aber immer professionell überarbeitet und gereinigt.

Kunden können bei Grover zwischen einer Mietdauer von einem und zwölf Monaten wählen. Je länger die Leihdauer, desto günstiger fällt die Miete pro Monat aus. Ein Beispiel: Das iPhone 12 Pro Max kostet mit 128 GB im Kauf ab 1019 Euro. Bei Grover lässt sich das Smartphone ausleihen – für eine monatliche Gebühr von 54,90 Euro bei 12-monatiger Mietdauer, bis hin zu 124,90 Euro für die einmonatige Miete. Die Beispiele zeigen, dass das Mieten von Technik bei Grover nicht günstig ist.

Positiv bei Grover ist, dass der Anbieter im Schadensfall 90 Prozent der Reparaturkosten übernimmt. Das sogenannte „Grover Care“ ist im Mietpreis enthalten und sichert Kunden vor den übrigen Kosten ab.

Bei Grover Geräte kaufen

Wer möchte, kann gemietete Produkte auch übernehmen, also kaufen. Das ist dann möglich, wenn Kunden insgesamt einen Monat mehr Miete für ein Gerät bezahlt haben, als dessen Verkaufspreis aktuell beträgt. Der Kauf ist dann mit einem symbolischen Euro zusätzlich abgeschlossen. Die Kauf-Option bei Grover sollte aber gut durchdacht sein. Sie bietet sich nur für Kunden an, die schon viel Geld in die Miete investiert haben. Als Ratenzahlungsmodell oder ähnliches ist sie nicht geeignet, da Käufer hier draufzahlen. Beim besagten iPhone 12 Pro Max setzt Grover beispielsweise einen Verkaufspreis von 1204 Euro an. Er liegt somit knapp 200 Euro über den Kosten, die andere Händler für das gleiche Modell verlangen.

Insgesamt ist die Miet-Option von Grover ideal für Menschen, die gerne die neueste Technik ausprobieren möchten, ohne sie direkt zu kaufen. Die Produktauswahl ist dabei sehr vielfältig. Sie reicht von Smartphones ab 20 Euro im Monat, über Staubsauger und weiße Ware bis hin zu Spielekonsolen, VR-Produkte und Wearables.

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Otto Now

Der Versandhandel Otto bot mit Otto Now ab Dezember 2016 Elektrogeräte aus den Bereichen Technik, Haushalt und Sport zur Miete an. Die Auswahl war vielfältig, die Produktpalette reichte von Soundsystemen über Drohnen bis hin zu Trocknern und Fernsehern. Zum 30. Juni 2021 hat Otto Now jedoch seine Pforten geschlossen. Wie der Anbieter auf seiner Webseite schreibt, laufen bereits bestehende Mietverträge aber bis zum Ende der Mindestvertragslaufzeit weiter. Ist diese erreicht, sollen Kunden die gemieteten Geräte an den Händler zurücksenden.

Andere Miet-Portale

Abseits von Grover gibt es natürlich noch andere Portale, die sich auf die Vermietung von Technik spezialisiert haben. Allerdings ist die Auswahl bei vielen oft auf eine bestimmte Produktgruppe beschränkt. Die Webseite Computermiete.de bietet beispielsweise genau das an – Laptops PCs und Zubehör wie Monitore und Drucker zur Miete. Pad4Rent vermietet hingegen die neuesten iPads und iMacs, aber auch iPhones und einige Samsung-Smartphones. Allerdings ist das Portal auf Business-Kunden spezialisiert. Kamera-Equipment, Drohnen und Mikrofone gibt es hingegen bei Gearflix. Alle Produkte sind hier als neuwertig ausgezeichnet oder haben minimale Gebrauchsspuren.

Verbraucherschützer warnen vor Schuldenfalle

Wer Technik mietet, sollte sich die dafür anfallenden Kosten genau durchrechnen. Für den Notfall oder ein spezielles Event ist die Miet-Lösung durchaus geeignet, für die reguläre Nutzung jedoch weniger. „Solche Mietangebote eignen sich nicht, um das gesamte technische Equipment auf mieten auszurichten“, so Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu TECHBOOK. Wer Geräte bei Miet-Portalen leiht, sollte einiges beachten. Der Nutzer müsse genau prüfen, wie die Bedingungen des jeweiligen Anbieters sind. „Für den Dauergebrauch sind die Haushaltsgeräte zu teuer“, sagt Tryba. Gerade für junge Leute könnten Mietangebote bei zusätzlichen Ratenkrediten zur Schuldenfalle werden. Der Verbraucherschützer rät deswegen: „Treffen Sie Ihre Geldentscheidungen bewusst.“