Getestet und für gut befunden

Die 6 besten Mesh-Systeme

Mesh-Router
Mesh-Systeme können für viele Internet-Nutzer sinnvoll sein
Foto: Getty Images

Wenn es ums Heimnetz geht, ist Mesh ein Begriff, um den kaum noch jemand herum kommt. Mithilfe von mehreren WLAN-Geräten, die allesamt vernetzt sind und miteinander kommunizieren, lässt sich ein starkes und flächendeckendes WLAN-Netzwerk im ganzen Haus aufbauen. TECHBOOK zeigt die besten Mesh-Systeme.

Häufig ist die Wohnung oder das Haus schlichtweg zu groß, um mit dem Router jede Ecke abzudecken. Stellen Nutzer dann wahllos WLAN-Geräte auf, sind am Ende meist zu viele Empfänger und Geräte im drahtlosen Netzwerk unterwegs. Eine Lösung bieten sogenannte Mesh-Systeme, die meist aus einer zentralen Steuerung (in der Regel der Router) und mehreren Access Points bestehen. Letztere können WLAN-Repeater, aber auch Powerline-Adapter oder ähnliches sein. Das Besondere an Mesh: Die Zentrale steuert das WLAN intelligent nach Bedarf. Wird an einem Gerät also schnelles WLAN benötigt, legt sie den Fokus auf diesen Access Point. Auch Updates lassen sich zentral synchronisieren und mit wenigen Klicks auf alle Geräte verteilen.

Der Name kommt vom englischen „to mesh“, auf Deutsch „ineinandergreifen“. Während in einem Standard-WLAN nur ein einziger Router alle Geräte speist, greifen im Mesh mehrere Zugangspunkte im Haus ineinander. Gemeinsam sorgen sie für ein flächendeckendes WLAN-Netz.

Das brauchen Sie für ein Mesh-System

Wer an die Einrichtung eines Mesh-Systems denkt, benötigt zuerst einmal einen meshfähigen Router. Dazu gehören beispielsweise die Fritzboxen von AVM oder der Telekom Speedport Smart 3. Aber auch Netgear mit dem Orbi, Google mit dem Nest Wifi oder D-Link mit dem Covr bieten entsprechende Lösungen an. Je nach Anbieter lassen sich bis zu fünf Mesh-Repeater miteinander verbinden. Diese Funkstationen verteilen das Signal dann in der Wohnung oder im Haus hoch bis ins Dachgeschoss, aber auch bis runter in den Keller. So wird im Idealfall wirklich der letzte Quadratmeter mit WLAN abgedeckt.

Das sind die besten Mesh-Systeme

1. Eero (ab 109 Euro)

Anfang 2019 hat der Online-Versandriese Amazon das Unternehmen Eero (und damit auch dessen Produktreihe) übernommen. Eero hat sich auf Mesh-Router spezialisiert und passt perfekt in Amazons Smart-Home-Portfolio, zu dem inzwischen auch die Video-Türklingel Ring gehört. Ein Eero deckt bis zu 140 Quadratmeter Fläche ab (109 Euro), das 3er-Set für bis zu 460 Quadratmeter ist im Paket im Vergleich zum Einzelverkauf etwas günstiger (279 Euro). Die Pro-Varianten für 160 qm bzw. 560 qm benötigen nur die wenigsten User (199 Euro einzeln, 499 Euro im 3er-Paket). Amazon verspricht dank der True-Mesh-Technologie, dass die Datenströme clever so gelenkt werden, dass der Empfang in allen Räumen optimal ist. Das WLAN lässt sich über die App auch mit Freunden teilen. In unseren Tests konnte schon ein einzelner Eero in einer 160 qm großen Testumgebung in den beiden hinteren Zimmern das WLAN bis zum Anschlag ausreizen.

Vorteile:

  • einfache Einrichtung ohne komplizierte Konfiguration
  • kompatibel mit allen großen Netzanbietern
  • intuitive kostenlose App zur Einrichtung (iOS/Android)
  • grafische Aufbereitung der Verbindungsstärke
  • kompatibel mit der Sprachassistentin Alexa
  • Eero liefert automatische Updates aus, damit der Nutzer immer auf dem neuesten Sicherheitsstand ist

Nachteil:

  • nur die Pro-Modelle funken im Triband statt im Dualband

2. Google Nest Wifi (ab 155 Euro)

Google hat aktuell die 2. Generation seiner Mesh-Systeme am Start. Die 1. Generation war nicht komplett ausgereift. In unseren Langzeit-Tests versagten gleich zwei Satelliten nach fünf Monaten komplett den Dienst. Sie ließen sich nicht mehr verbinden. Die 2. Generation läuft deutlich besser. Mit ein Grund dafür ist die verlässliche Einbindung der Technologien des Herstellers Nest, den Google 2014 gekauft hatte. Nest Wifi fungiert im Gegensatz zum Eero auch als Speaker. Wunderdinge sollte man vom Klang aber nicht erwarten, dazu sind die einzelnen Mesh-Router nicht kompakt und groß genug. Google gibt an, ein Router reiche für 120 qm – aber hier würden wir eher das 2er-Paket aus Router und Zugangspunkt (für 160 qm) empfehlen. Die 3er-Kombi mit einem weiteren Zugangspunkt reicht laut Hersteller für 250 qm, konnte aber in unseren Tests ein Haus mit zwei Etagen nicht wirklich bis in die letzte Dachgeschoss-Ecke befeuern.

Vorteile:

  • einfache Installation
  • gute Support-Hotline

Nachteile:

  • geringere Reichweite als beim Eero
  • als Speaker nicht wirklich zu gebrauchen
  • nur kompatibel mit Google Assistant, aber nicht mit Alexa oder Siri
  • preislich am oberen Level (eigentlicher Router 155 Euro, 2er-Paket 253 Euro, weiterer Zugangspunkt satte 135 Euro)
  • optisch etwas klobig, der Vorgänger war kleiner

3. AVM Mesh Repeater 3000 (um 110 Euro)

Gerade für Besitzer einer Fritzox ist das Produkt aus dem Hause AVM eine vielversprechende Mesh-Lösung. Zwar ist der Fritz!WLAN Repeater 3000 auch mit den meisten anderen Routern großer Anbieter kompatibel, doch ins AVM-System passten sich die Mesh-Repeater in unseren Tests optimal an. Schon ein Mesh-Repeater überzeugte in unserer 160 qm Testumgebung, bei der wir den 3000 im mittleren Zimmer der Wohnung platziert hatten. Bis zu 3000 Mbit/s (AC+AC+N) gibt der Hersteller als Option an, das ist nicht zu viel versprochen.

Vorteile:

  • sehr einfach einzurichten (ein Tap jeweils)
  • bietet zusätzlich zwei schnelle Gigabit-LAN-Anschlüsse; über die kostenlose Fritz!-App kann die beste Positionierung des oder der Mesh-Repeater bestimmt werden
  • preislich sehr günstig
  • der stärkste der AVM-Mesh-Repeater funkt auch als einziger im Triband (2x 5 GHz mit maximal 1733, 866 bzw. einmal im 2,4-GHz-Band bei maximal 400 MBit/s)

Nachteile:

  • optisch kein Highlight
  • Kabelzuführung von unten suboptimal für die Standfestigkeit

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4. Telekom Speed Home (ab 69 Euro)

Die All-in-one-Lösung für alle Telekom-Kunden, die ohnehin einen Speedport-Router „Smart 3“ des Konzerns nutzen und preisgünstig ihr System erweitern wollen. Je nach Größe der WLAN-Umgebung können bis zu fünf der Speed-Home-Mesh-Satelliten kombiniert werden. Jeder Solo-Satellit bietet dabei zwei Gigabit-LAN-Ports zum Verkabeln von Konsole, Rechner und mehr. Auf der Website oder in der passenden kostenlosen Magenta-App lässt sich anhand von wenigen Eingaben zur Wohnumgebung rausfinden, wieviele Solo-Satelliten benötigt werden. In unserer Testumgebung von 160 qm reichte ein 2er-Pack erstaunlicherweise aus.

Vorteile:

  • günstig
  • bietet auch Support für MagentaTV bis zu 4K-Auflösung
  • guter, aber nicht preiswerter Vor-Ort-Service
  • 2er-Pack mit leichtem Vorteilspreis (130 statt 140 Euro beim Einzelkauf), 3er-Pack um 200 Euro/5er-Pack um 340 Euro
  • einfaches Hinzufügen von Smartphone oder Tablet über die WPS-Taste auf der Rückseite des Satelliten

Nachteile:

  • das Teller-Design ist gewöhnungsbedürftig und wirkt in einer normalen Wohnumgebung zu aufdringlich
  • Vor-Ort-Support durch Techniker erfreulich, kostet aber ab 99 Euro/Stunde

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5. Linksys Velop AC4400 2er-Pack (200 Euro)

Die perfekte Alternative zum Netgear-Orbi-System ist der Linksys Velop, der auch von Testern für sein schnelles WLAN und eine solide Reichweite von Basis und Satelliten gelobt wurde. Auch durch Wände schickt der Velop sein Signal zuverlässig. Die Einrichtung über die kostenlose iOS- und Android-App ist auch für Anfänger kein Problem. Zu guter Letzt punktet der Velop mit seinem guten Energiemanagement.

Vorteile:

  • preislich mit 200 Euro noch im Rahmen
  • weitere Satelliten (von Linksys übrigens „Nodes“ genannt) können nachgerüstet werden
  • auch fürs schnelle 5-GHz-Band gerüstet
  • Access Points können untereinander für die beste Verbindung an der jeweiligen Stelle in Haus oder in der Wohnung kommunizieren

Nachteile:

  • verfügt nicht über USB-Anschlüsse und bietet keine gute Kindersicherung (z.B. fehlen für Kids Zeitbudgets)
  • Sperrung von Seiten nach Listen sucht man vergeblich
  • säulenartige Optik der Nodes misslungen

6. Netgear Orbi (ab 375 Euro)

Die Netgear Orbi-Reihe gibt es schon seit einer ganzen Weile. Mittlerweile umfasst sie ganz unterschiedliche Geräte. Für den Einstieg eignet sich das Paket Orbi RBK50 besonders gut, das sowohl den Router als auch einen Satelliten (Repeater) beinhaltet. Die Form der Geräte ist leicht geschwungen, wodurch sie sich recht gut in den Wohnraum einfügen. Die integrierten Funkmodule versprechen maximale Datenraten von 400 Mbit/s im 2,4-GHz-Band und bis zu 1,7 Gbit/s im 5-GHz-Band. Das Orbi-System RBK50 nutzt Wifi 5, die neueren Generationen Orbi RBK852 und RBK853 unterstützen sogar Wifi 6. Die Verwaltung der Systeme erfolgt entweder über den Browser oder aber per Orbi-App für Android und iOS.

Vorteile:

  • Startpaket mit 375 Euro ziemlich teuer
  • weitere Satelliten (etwa 232 Euro) können nachgerüstet werden
  • auch fürs schnelle 5-GHz-Band gerüstet
  • deckt Häuser und Wohnungen mit einer Fläche von bis zu 350 qm ab
  • Access Points können untereinander für die beste Verbindung an der jeweiligen Stelle in Haus oder in der Wohnung kommunizieren
  • USB 2.0-Anschluss vorhanden

Nachteile:

  • große Geräteauswahl kann zu Beginn verwirren
  • Preise eher im oberen Segment, neuste Modelle sind sehr teuer (RBK852 ab 735 Euro, RBK853 ab 1040 Euro)

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