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IPTV

Waipu.tv-Stick für lineares Fernsehen im Test

Waipu.tv
Waipu.tv gibt es auch als App für Streaming-Boxen. Doch jetzt hat der Anbieter auch einen eigenen Streaming-Stick im Angebot.Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Fernsehen übers Internet ist beliebt. Genau für diese Nutzer bietet Waipu.tv nun einen eigenen Streaming-Stick an. Bei ihm steht das lineare Fernsehen im Mittelpunkt, nicht die klassischen Streaming-Anbieter.

Über Kabel, per Satellit, DVB-T2 oder aber übers Internet – fernsehen lässt sich über verschiedene Empfangsarten. Bekannte Anbieter von IPTV sind beispielsweise Zattoo oder der Konkurrent Waipu.tv. Letzterer bietet ab sofort auch spezielle Hardware für alle Nutzer an, die lineares Fernsehen übers Internet empfangen. Der Streaming-Stick von Waipu.tv bietet dafür nicht nur eine Fernbedienung mit umfangreichem Ziffernblock, sondern auch eine Oberfläche, bei der die TV-Sender im Fokus stehen.

Waipu.tv-Stick im Test – die Versprechen

Waipu.tv verspricht Nutzern des Streaming-Sticks mehrere Vorteile. Zum einen können sie nun auf eigene, speziell auf das TV-Angebot ausgelegte Hardware zugreifen und sind nicht länger von Apps abhängig, was vor allem bei älteren Fernsehern ein Nachteil sein konnte. Über den Streaming-Stick landen sie zudem nach dem Einschalten des Fernsehers direkt auf der Oberfläche, die neben den TV-Sendern auch die Mediathek von Waipu.tv sowie die Programmvorschau anzeigt. Eine separate App muss somit nicht mehr gestartet werden.

Das Kabelfernsehen aus dem Internet
Der Stick kommt an den Fernseher, die Fernbedienung in die Hand – schon kann das Loszappen beginnen.Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Der Streaming-Stick von Waipu.tv – der eigentlich ein kleiner, an einem HDMI-Kabel hängender Adapter ist – wird einfach hinten in den TV gesteckt und über ein Kabel mit dem Strom verbunden. Er braucht keinen Sichtkontakt mit der mitgelieferten Fernbedienung, damit diese funktioniert. Auch ist von Vorteil, dass sich mit ihr nicht nur der Stick, sondern auch der TV bedienen lässt. Zum Ein- und Ausschalten, zum Verstellen der Lautstärke oder zum Wechsel der HDMI-Eingänge benötigen Anwender somit nur noch eine Fernbedienung. Waipu.tv hat nach einer Kundenbefragung bewusst ein Modell gewählt, dass über einzelne Zifferntasten zum Umschalten verfügt. Der Anbieter möchte seinen Nutzern damit die klassische Zappen-durchs-Programm-Erfahrung ermöglichen.

Schnelle Umschaltzeiten und gewöhnungsbedürftige Oberfläche

Während der Einrichtung des Streaming-Sticks – durch die Nutzer Schritt für Schritt innerhalb von etwa fünf Minuten geführt werden – müssen sie auch ihren Waipu.tv-Account angeben. Prinzipiell lässt sich der Stick mit einem kostenfreien Zugang nutzen. Wer allerdings auf den ganzen Umfang des Angebots zugreifen möchte, benötigt einen Bezahl-Account, den es ab 5,99 Euro im Monat gibt. Mit dem Comfort-Paket haben Nutzer Zugriff auf etwa 119 TV-Kanäle und Zusatzangebote wie den 50-Stunden-Aufnahmespeicher. Das volle Programm inklusive HD-Sender und längerem Aufnahmespeicher gibt es mit dem Waipu.tv Perfect Plus für 12,99 Euro im Monat. Zum Vergleich: Für einen klassischen Kabelanschluss werden meist etwa 10 Euro im Monat fällig, mit HD-Option bei den Privaten sogar noch mehr.

Programmübersicht
Fernsehzeitung war gestern. Die Programmübersicht im Waipu.tv ist nochmal eine Spur detaillierter als die von Digi-TV bekannte elektronische Programmzeitschrift EPG.Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Die Oberfläche des Waipu.tv-Sticks ist auf das lineare Fernsehen ausgelegt. Erwarten Nutzer also die klassische Übersicht an Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime Video und Co. werden sie enttäuscht. Auf sie lässt sich zwar auch zugreifen, im Fokus stehen aber die linearen TV-Sender – eben wie beim Einschalten eines Fernsehers mit Kabelanschluss. Hat man sich erst einmal an die ungewohnte Oberfläche gewöhnt, findet man sich schnell zurecht. Besonders praktisch hierbei: Waipu.tv ist es gelungen, die Umschaltzeiten über den Streaming-Sticks zu reduzieren. Die längeren Ladezeiten pro Sender, die ein Nachteil beim IPTV sein können, gibt es somit nicht.

Der Stick selbst baut auf der Google-Plattform auf. Das zeigt sich unter anderem an der Fernbedienung, die eine spezielle Taste für den Google Assistant hat. Nutzer können mit ihr auf die Sprachsuche zugreifen. Ebenfalls vorhanden sind drei Tasten, die entweder zur Mediathek von Waipu.tv, zu Netflix oder aber YouTube führen.

Lesen Sie auch: Diese Vorteile bringt das Internet-Fernsehen IPTV

Senderauswahl und Fernseh-Erlebnis

Die Zahl der über den Streaming-Stick zur Verfügung stehenden Fernsehsender hängt stark von dem gebuchten Paket von Waipu.tv ab. Für Fernsehen in HD-Qualität ist zwingend das Perfect-Plus-Paket notwendig, das wir oben erwähnt haben. Hier gibt es alle klassischen TV-Sender, aber auch Pay-TV-Angebote wie Universal HD, Kinowelt HD, ProSieben Fun, Sat.1 Emotions usw. Die vollständige Sender-Liste lässt sich hier einsehen.

Die Software des Sticks schafft es, das große Senderangebot sauber zu strukturieren. Die Suche, das Programm mit Informationen zu Filmen, Dokus und Co. funktionierten im Test anstandslos. Sogar das Zappen macht Spaß – das geht mit dem Stick fast so schnell wie früher am analogen Kabelanschluss. Beste Funktion: Einmal Pfeil nach unten drücken – und sofort wird mit einem kleinen Bild und einer Kurzinfo angezeigt, was auf allen anderen Kanälen läuft. QuickZapper nennt Waipu.tv das.

QuickZapper
Was läuft sonst noch? Der QuickZapper zeigt das mit einer übersichtlichen kleinen Leiste am unteren Bildschirmrand.Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Es gibt sogar eine Aufnahmefunktion, die allerdings an einen bezahlten Zugang gekoppelt ist. Die Aufnahmen werden nicht auf dem Stick, sondern im Rechenzentrum von Waipu.tv gespeichert. Dort sind sie nach Serien, Staffeln und Folgen geordnet.

Für wen sich der Waipu.tv-Stick eignet

Den Waipu.tv-Stick gibt es im Rahmen eines Kombi-Angebotes aus Perfect-Plus-Paket und Streaming-Stick für 12,99 Euro im Monat bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Binden sich Nutzer für ein Jahr an den Anbieter, bekommen sie den Stick somit rechnerisch kostenfrei (einmalig fallen Versandkosten von 4,99 Euro an).

Doch für wen lohnt sich der Stick? Vielleicht hilft eine kleine Beispielrechnung: Wer den Kabelanschluss im Mehrfamilienhaus mitmietet, zahlt dafür je nach Hausgröße, Lage und Anbieter meist mehr als das kleinste Abomodell von Waipu.tv. Wer einen Einzelanschluss im Einfamilienhaus hat, zahlt dafür deutlich mehr. Da mittlerweile die meisten Haushalte einen Breitbandanschluss haben, könnte man mit dem Umstieg auf das Fernsehen über das Internet monatlich einige Euros sparen.

Wer die Schüssel am Balkon oder auf dem Dach hat, spart vielleicht das HD+-Abo oder den neuen Empfänger und die Kabelverlegerei für einen weiteren Fernseher. Je nach Abonnement lassen sich bei Waipu zwei bis fünf Geräte gleichzeitig betreiben. Und wer Waipu.tv bisher per App nutzt: Der Stick funktioniert im Vergleich einfach besser.

Wer also TV mit all seinen Eigenheiten mag und dazu noch streamt, fände mit dem Waipu.tv-Stick einen HDMI-Stecker, der all das auf aktuellen und auch auf schon ein paar Jahre alten Fernsehern leicht bedienbar bündelt.

Ob der Stick nun wirklich das Ende von Kabelanschluss und Sat-Schüssel bedeutet, sei mal dahingestellt. Eine prüfenswerte Alternative ist er für Fernsehfreunde aus Kostengründen und wegen der Fülle an Kanälen und Funktionen. Wer sich eh schon längst vom klassischen linearen Fernsehen verabschiedet hat, ist mit den Streamingboxen von Roku, Fire TV, Apple und Co. aber besser bedient.

Mit Material von dpa

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