Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
News Sound Alle Themen
Nicht mehr smart

Bose stellt Support für beliebte Lautsprecher und Soundbars ein

Boses Soundtouch-Musiksystem ist immer noch bei Nutzer beliebt – trotzdem stellt der Konzern nun den Support ein
Boses Soundtouch-Musiksystem ist immer noch bei Nutzer beliebt – trotzdem stellt der Konzern nun den Support ein Foto: picture alliance / Karsten Lemm
Artikel teilen
Przemyslaw Szymanski

13. Oktober 2025, 14:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Viele Besitzer von Bose-Lautsprechern und -Soundbars müssen sich bald auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Der Hersteller stellt den Online-Support für seine Soundtouch-Serie ein – mit Folgen, die bei Kunden für großen Ärger sorgen.

Abschaltung betrifft zahlreiche Geräte

Ab dem 18. Februar 2026 beendet Bose den Cloud-Support für seine Soundtouch-Produkte. Betroffen sind unter anderem der Soundtouch 10, die Soundbar Soundtouch 300 sowie das System Lifestyle 650. Damit verlieren die einst als smarte Multiroom-Lösungen beworbenen Geräte zentrale Funktionen wie Streaming über Spotify oder TuneIn und die Steuerung per App. Für viele, die mehrere Hundert oder sogar über tausend Euro investiert haben, ist das ein herber Rückschlag.

Cloud- und App-Funktionen fallen weg

Mit der Abschaltung entfallen sämtliche Cloud-basierten Dienste. Auch die zugehörige Soundtouch-App wird nicht länger funktionieren. „Die Soundtouch-App wird nach dem 18. Februar 2026 nicht mehr funktionieren“, teilt Bose offiziell mit. Zwar bleibt die Wiedergabe über Bluetooth, AUX oder HDMI weiterhin möglich, doch smarte Features wie Internetradio, Multiroom-Wiedergabe und Fernsteuerung sind danach Geschichte.

Mehr zum Thema

Veraltete Technik als Grund

Das Unternehmen führt technische Gründe für die Maßnahme an. Die 2013 eingeführte Plattform entspreche nicht mehr den heutigen Standards moderner Cloud-Infrastrukturen. „Die Technologie hat sich weiterentwickelt, und wir sind nicht länger in der Lage, die Entwicklung und den Support fortzuführen,“ erklärt Bose. Auch Sicherheitsupdates werde es künftig nicht mehr geben. Das Technikmagazin „Ars Technica“ urteilt, die Geräte würden damit faktisch von „smarten“ zu „dummen“ Lautsprechern.

Der Schritt erinnert an einen Fall beim Konkurrenten Sonos. Dieser beendete den Support für ältere Lautsprecher zwar nicht direkt. Allerdings sind die Geräte nur noch mit einer Legacy-App (Sonos S1) benutzbar und sind damit nicht mit neueren Modellen kompatibel, noch erhalten sie Updates.

Frust in der Community wächst

Auch bei Bose entlädt sich nun Unmut. In Online-Foren und auf Reddit berichten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer von Enttäuschung und Wut. Ein Reddit-Nutzer, der eigenen Angaben zufolge vor weniger als zehn Jahren über 1500 US-Dollar in Soundtouch-Produkte investiert hat, schrieb, er sei „angewidert“ von der Entscheidung und werde „nie wieder ein Bose-Produkt kaufen.“ Andere fordern, Bose solle das Software Development Kit (SDK) der Lautsprecher als Open Source freigeben, damit die Community den Support eigenständig fortführen könne. Eine Reaktion des Unternehmens auf diesen Vorschlag steht bislang aus.

Adrian Mühlroth
Redakteur

Teurer Elektroschrott

„Einerseits habe ich Verständnis dafür, dass Unternehmen irgendwann den Support für ältere Geräte einstellen müssen – denn allein die Aufrechterhaltung der Server-Infrastruktur verschlingt erhebliche Kosten. Bei einer Premium-Marke wie Bose sehe ich das jedoch deutlich kritischer. Zumal die hier genannten Soundtouch-Geräte noch bis 2020 offiziell verkauft wurden. In meinen Augen müssten es ab Kaufdatum mindestens 10 Jahre Support geben.

Ich bin genau aus diesem Grund mittlerweile von dem „connected“- und „always online“-Zug abgesprungen. Man kann den Herstellern einfach nicht trauen, dass sie ihre Hardware langfristig unterstützten. Und selbst wenn die Geräte noch ein Grundmaß an Funktionalität erfüllen, ist das keine Entschädigung. Wer Soundtouch gekauft hat, wollte damit hochwertige Streaming-Lautsprecher und keine Bluetooth-Box haben. Fällt diese Funktion weg, muss die alte Hardware ersetzt werden. Die Folge: Teurer Elektroschrott, den keiner mehr braucht.“

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.