Ein wichtiger Hersteller von Speicherchips verabschiedet sich schrittweise aus dem Geschäft mit ROM-Speicher. Für Fans physischer Nintendo-Spiele ist das ein Warnsignal, ein baldiges Ende der Switch-Module bedeutet es jedoch nicht.
Macronix fährt ROM-Produktion zurück
Der taiwanische Speicherhersteller Macronix will die Produktion von ROM-Chips schrittweise auslaufen lassen. Das Unternehmen zählt zu den wichtigen Lieferanten von Speicherchips für die Spielmodule der ersten Nintendo Switch. Neue ROM-Produkte sollen künftig nicht mehr entwickelt werden.
Grund dafür ist vor allem die wirtschaftliche Entwicklung. Die ROM-Verkäufe von Macronix gingen innerhalb eines Jahres um 39 Prozent zurück. Im dritten Quartal 2026 entfielen nur noch fünf Prozent des Gesamtumsatzes auf diesen Geschäftsbereich. Im zweiten Quartal 2025 waren es noch 26 Prozent. Für den Chiphersteller wird das klassische ROM-Geschäft damit zunehmend unattraktiv.
Statt ROM-Speicher will Macronix seine Kapazitäten stärker für andere Produkte nutzen. Dazu zählen insbesondere NOR-Flash-Lösungen für Rechenzentren sowie NAND-Speicher. Gerade das Geschäft mit Rechenzentren entwickelt sich für das Unternehmen offenbar lukrativ. Für das dritte Quartal 2026 meldete Macronix einen Rekord-Nettogewinn von umgerechnet rund 337 Millionen US-Dollar.
Für Nintendo-Spieler besteht dennoch kein Grund zur Panik. Macronix ist nicht der einzige Hersteller entsprechender Speicherchips. Zudem dürfte die Nintendo Switch 2 von dem Rückzug nicht unmittelbar betroffen sein: Deren Spielkarten verwenden NAND-Flash-Speicher von ROHM Semiconductor. Eine akute Knappheit physischer Switch-Spiele lässt sich aus der Entscheidung von Macronix daher nicht ableiten.
Digitale Spiele setzen physische Module unter Druck
Für Fans und Sammler physischer Spiele ist die Entwicklung trotzdem bemerkenswert. Denn gleichzeitig steigt bei Nintendo der Anteil digital verkaufter Software. Zwischen April und Juni 2026 machten digitale Inhalte bereits 61,5 Prozent der Software-Verkäufe des Unternehmens aus.
Die klassische Cartridge verschwindet deshalb nicht von heute auf morgen. Der Rückzug eines wichtigen Speicherherstellers verdeutlicht aber, wie sich der Games-Markt verändert. Digitale Verkäufe gewinnen an Bedeutung, während das Geschäft mit physischen Datenträgern schrumpft. Für Sammler dürfte deshalb entscheidend sein, wie lange Nintendo und seine Partner die Produktion klassischer Spielmodule wirtschaftlich attraktiv halten können.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.