4. März 2026, 16:23 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Programmieren gilt als eine der großen Stärken moderner KI-Systeme. Heute können selbst Laien eigene Anwendungen erstellen, indem sie einem Chatbot beschreiben, was sie sich wünschen. Für diese Art der Programmierung hat sich der Begriff Vibe-Coding etabliert. Gemeint ist damit, dass man der KI nur grob erklärt, welche Idee man hat, und sie den Code daraus selbst erzeugt.
Bislang war allerdings eine Voraussetzung nötig: Man musste der KI per Sprache oder Texteingabe erklären, was sie entwickeln soll. Der US-Software-Entwickler Caleb Leak hat dieses Prinzip nun noch weiter vereinfacht. Er ging so weit, dass selbst das nicht mehr notwendig ist. Seine Hündin Momo wurde dadurch zur vermutlich ersten tierischen Spieleentwicklerin.
Hund tippt, KI interpretiert
Wie der Kalifornier in seinem Blog berichtet, hat der Zwergpudelmischling mithilfe des KI-Tools Claude Code mehrere Videospiele „entwickelt“. Die Aufgabe des Hundes war dabei denkbar simpel: Momo stapfte wahllos auf einer Bluetooth-Tastatur herum. Das Ergebnis war reiner Zeichensalat.
Damit die KI diese zufälligen Eingaben dennoch als sinnvolle Anweisung versteht, bereitete Leak das System gezielt vor. Er teilte Claude Code mit, die kommenden Eingaben stammten von einem exzentrischen Game-Designer, der nur in kryptischen Rätseln kommuniziere. Hinter diesen Rätseln würden sich jedoch geniale Spielideen verbergen. Die KI akzeptierte diese Vorgabe und deutete die wirren Zeichenfolgen kreativ.
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Aus Buchstaben wird ein Spielkonzept
Für ein Projekt erzeugte Momo etwa die Zeichenkette „wsaqq4e3wd232’21sazqa“. Claude Code leitete daraus ein komplettes Spielkonzept ab. Die Buchstaben „wsa“ deutete die KI als Hinweis auf die in Computerspielen übliche Tastensteuerung „WASD“, die für Bewegungen genutzt wird. Daraus schloss sie auf ein Spiel mit freien Bewegungsmöglichkeiten.
In der Folge „saz“ erkannte Claude Code ein türkisches Musikinstrument gleichen Namens. Die Buchstaben „qa“ verband die KI mit dem Wort Quasar, also den aktiven Kernen ferner Galaxien, sowie mit dem Begriff Amplitude. Aus diesen Deutungen entstand das Konzept „Quasar Saz“. Darin kämpft ein fröhliches Alien namens Zara, gefangen in einer Klangdimension, mithilfe eines kosmischen Saz gegen Gegner und sammelt Musiknoten in vier unterschiedlichen Welten.
KI erstellt Prototyp und erweitert Funktionen
Claude Code entwickelte auf Basis dieser selbst erdachten Arbeitsanweisungen einen Prototyp des Spiels. Anschließend durfte Momo erneut auf die Tastatur drücken. Mit einer 23 und einem „S“ löste sie weitere Anpassungen aus. Die KI erhöhte daraufhin den Schwierigkeitsgrad zwischen der zweiten und dritten Angriffswelle und ergänzte eine Superfähigkeit. Diese erlaubt es Spielern, alle Gegner auf dem Bildschirm gleichzeitig auszuschalten.
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In einem dritten Durchlauf fügte Claude Code Endgegner, alternative Waffensysteme, versteckte Sammelgegenstände und ein an Rollenspiele angelehntes Erfahrungspunktesystem hinzu. Caleb Leak bietet das Spiel in der Originalversion sowie in einer von ihm optimierten Variante auf seiner Website zum Download an. Er räumt ein, dass die Lücke zwischen experimentellen Projekten wie diesem und professioneller Programmierung im vergangenen Jahr deutlich geschrumpft sei und sich dieser Trend rasant fortsetze.