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Rekordsumme

Diese iPhone-Funktion könnte Apple Milliarden kosten

Nahaufnahme eines Smartphone-Displays mit weißem Apple-Logo und Apple-Schriftzug auf blauem Hintergrund.
Apple will gegen das Milliardenurteil im Patentstreit mit Taction Technology Berufung einlegen Foto: picture alliance / NurPhoto
Charlotte Ziesing

29. September 2026, 13:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Eine Funktion, die Besitzer von iPhone und Apple Watch im Alltag ständig nutzen, könnte für Apple ausgesprochen teuer werden. Eine US-Jury hat dem Unternehmen Taction Technology mehr als 5,7 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zugesprochen. Hintergrund ist ein langjähriger Streit um Patente für haptisches Feedback.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Taptic Engine. Diese Technik erzeugt in iPhones und Apple Watches fühlbare Rückmeldungen, etwa Vibrationen bei bestimmten Eingaben oder Benachrichtigungen. Taction Technology wirft Apple vor, mit dieser Technik zwei seiner Patente zu verletzen. Eine Jury in San Diego folgte nun dieser Argumentation.

Milliardenstreit um Vibrationen in Handys und Watches

Konkret dreht sich der Rechtsstreit um die US-Patente 10,659,885 und 10,820,117. Sie betreffen Technologien für „taktile Transducer“, die Vibrationen erzeugen, die ein Nutzer durch Berührung wahrnehmen kann. Nach Angaben des US-amerikanischen Nachrichten-Magazins „CNBC“ setzt Taction Technology seine Technik unter anderem bei Kopfhörern und Gaming-Headsets ein.

Das Unternehmen klagte bereits 2021 gegen Apple. Der Vorwurf: Die Taptic Engine nutze geschützte Erfindungen von Taction Technology, ohne dass dafür eine entsprechende Lizenz oder Erlaubnis vorliege. Apple weist diesen Vorwurf zurück.

Zunächst sah es für Apple gut aus. 2023 entschied ein Bundesrichter zugunsten des Herstellers. Doch der Rechtsstreit war damit nicht beendet. Ein US-Berufungsgericht nahm den Fall 2025 wieder auf. Der Prozess vor der Jury begann schließlich am 14. September 2026. Am 25. September fiel die Entscheidung zugunsten von Taction Technology. Die Jury aus sieben Geschworenen stellte eine Verletzung von Ansprüchen aus beiden Patenten fest. Gleichzeitig wertete die Jury die Patentverletzung nicht als vorsätzlich.

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Apple will das Urteil nicht hinnehmen

Besonders bemerkenswert ist die Höhe des zugesprochenen Schadenersatzes. Die Jury setzte ihn auf exakt 5.721.961.750 US-Dollar fest. Nach Angaben mehrerer US-Medien handelt es sich damit um einen außergewöhnlich hohen Patententscheid und die Summe sei sogar der bislang größte Patent-Schadenersatz, den eine US-Jury je zugesprochen hat.

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Fest steht allerdings bisher nicht, dass Apple die gesamte Summe tatsächlich zahlen muss. Der Konzern hat bereits angekündigt, gegen die Entscheidung vorzugehen. Der Rechtsstreit ist damit nicht abgeschlossen. Gegenüber „CNBC“ erklärte Apple:

„Wir danken der Jury zwar für ihre Prüfung des Falls, sind jedoch mit dem heutigen Urteil und der zugesprochenen Schadensersatzsumme, die durch die Fakten in keiner Weise gestützt wird, absolut nicht einverstanden. Die Taptic Engine von Apple unterscheidet sich grundlegend von der Technologie von Taction, was durch die von Taction selbst durchgeführten Tests der Apple-Produkte während des Verfahrens bestätigt wurde. Apple nutzt die Technologie von Taction nicht, und wir werden Berufung einlegen.“

Damit widerspricht der Konzern sowohl der festgestellten Patentverletzung als auch der Höhe des Schadenersatzes. Nach Ansicht von Apple unterscheidet sich die eigene Technik grundsätzlich von den Entwicklungen von Taction Technology.

Streit ist noch nicht entschieden

Auch wenn die Milliardensumme für Schlagzeilen sorgt, handelt es sich zunächst um die Entscheidung einer Jury und bislang nicht um das endgültige Ergebnis des Rechtsstreits. Apple kann den zugesprochenen Betrag und die Entscheidung weiterhin gerichtlich angreifen. Entsprechend lässt sich derzeit nicht sagen, welchen Betrag der Konzern am Ende tatsächlich zahlen wird.

Für Taction Technology ist das Jury-Urteil dennoch ein wichtiger Erfolg. Gegenüber „CNBC“ sagt Rechtsanwalt Lance Yang, der das Unternehmen in dem Verfahren vertritt, dass man sich über das Urteil der Jury freue. Für Taction habe sich damit nach fünfeinhalb Jahren Wartezeit ein langer Rechtsstreit ausgezahlt.

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