„Financial Times“ berichtet

Warum die PlayStation 5 ein Tablet werden könnte

PlayStation-Controller
Gerüchte, dass es keine neue PlayStation mehr gibt, widerlegte Sony kürzlich. Aber wie sieht die neue Hardware aus?
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Wie entwickelt sich die Spiele-Branche in den nächsten Jahren? Experten, Analysten und auch die Gaming-Unternehmen selbst diskutieren diese Frage in den letzten Wochen immer wieder, die Ideen gehen von neuer Hardware mit stärkerem Fokus auf Mobile Games hin zu reinen Cloud-Diensten, die komplett ohne Konsole auskommen. In einem Bericht der „Financial Times“ gibt ein nun erstmals Infos über Pläne einer möglichen PlayStation 5.

Schon länger bezeichnen Experten Cloud-Gaming als mögliches Zukunftsmodell für die Spielebranche: Nutzer zahlen – ähnlich wie bei Netflix – einen festen Betrag im Monat und haben Zugriff auf Tausende Spieletitel, die sie auch vom Tablet, vom Smartphone oder einer Smart-TV-App abrufen können. Sowohl Sony als auch Microsoft haben mit den Diensten „PlayStation Now“ und „Xbox Game Pass“ bereits erste Erfahrungen mit solchen Angeboten gesammelt, bisher allerdings noch nicht wirklich erfolgreich. Während Microsoft vor wenigen Tagen einen neuen Streaming-Dienst namens „Project xCloud“ ankündigte, mit dem man Xbox-Spiele künftig auch auf dem Smartphone oder Tablet spielen kann, schwieg Sony bisher noch zu Plänen für die Zukunft.

Das Geheimnis des besten Playstation-Spielers der Welt

Nach einem Interview mit der „Financial Times“ bestätigte Sony-Chef Kenichiro Yoshida nun, dass es definitiv noch neue Hardware von Sony geben wird und Spiele künftig nicht nur über eine Cloud laufen werden. Doch wie sieht sie aus, die PlayStation 5? Die „Financial Times“ bezieht sich in einem weiteren Bericht auf Branchen-Gerüchte, dass die Japaner künftig unter der PlayStation-Marke ein Tablet veröffentlichen wollen, das sich offenbar mit anderen Geräten verbinden lässt und auch weitere Dienste – etwa Filme von Sony Pictures – zu einer großen Entertainment-Plattform zusammenführt. Branchenexperten stimmen zu, dass der Wegfall von Hardware und die Konzentration auf Cloud-Gaming derzeit noch zu früh kommt, auch weil es dazu hohe Internetgeschwindigkeiten und ein flächendeckender Aufbau des schnellen Mobilfunkstandards 5G bräuchte. Aktuell würde Sony mit reinem Cloud-Gaming noch zu viele Gamer ausschließen. Auch das Problem der sogenannten Latenz  – also einer leichten Verzögerung beim Zocken, die derzeit noch bei Cloud-Gaming auftritt und besonders professionellen Gamern erhebliche Nachteile bei Online-Spielen bringen könnte – ist technisch derzeit noch nicht vollständig gelöst.

Sony öffnet sich beim Cross Play

Mit einer Tablet-Konsole ähnlich der Nintendo Switch würde Sony dem aktuellen Trend zum Mobile Gaming – also das Zocken von Unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet – etwas entgegenkommen. Laut Statista beträgt der Umsatz mit Mobile Games bereits jetzt knapp 445 Millionen Euro im Jahr, Tendenz steigend. Bisher waren die Japaner bei diesem Thema verhalten: Während andere Unternehmen versuchen, die Grenzen des eigenen Ökosystems zu erweitern und Spieler mit der Konsole auch gegen Smartphone-Zocker antreten zu lassen (sogenanntes Cross Play), sträubte sich Sony bisher vehement dagegen – was zu Kritik vieler Gamer in den sozialen Netzwerken führte. Überraschend daher, dass das Unternehmen vor ein paar Tagen ankündigte, dass nun auch PlayStation-Besitzer den Hit „Fortnite“ gegen Handy-, Xbox- oder Switch-Besitzer spielen können.

TECHBOOK meint

„Man kann als Zocker zur Qualität von Mobile Games stehen, wie man will – ignorieren lassen sich Spiele für Smartphones aber nicht mehr, dass zeigt der rasant wachsende Markt sehr deutlich. Und auch Spiele-Gigant Sony darf trotz derzeitiger Beherrschung des Gaming-Marktes nicht träge werden und glauben, man müsse die Branche wie ein Alleinherrscher von oben herab regieren und sich ewig dem von Spielern geforderten Cross Play verweigern. Ansonsten teilen sich den Markt irgendwann eben andere auf – und das kann sich das japanische Unternehmen nicht leisten, nachdem es ohnehin nur noch in der zweiten Reihe der großen Tech-Giganten steht. “ – Steven Plöger, Redaktionsleiter

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