TV-Techniker verrät

Worauf es beim Fernseher wirklich ankommt, um ein gutes Bild zu bekommen

Fernseher TV
Die Auswahl des richtigen Fernsehers ist sehr schwer
Foto: Getty Images

Begriffe wie UHD, 4K, HDR und Hertzzahl schwirren beim Fernseherkauf durch den Raum. Am Ende möchten Kunden einfach nur ein gutes Bild haben. TECHBOOK hat mit dem Radio- und Fernsehtechnikermeister Jens Kretschmer gesprochen, um für mehr Klarheit beim Kauf zu sorgen. Denn es kommt nicht nur darauf an, die Begriffe zu kennen, sondern diese auch einordnen zu können.

Jens Kretschmer blickt bereits auf 25 Jahre Erfahrung als Fernsehtechnikermeister zurück. In seinem Geschäft in Ahrensbök in Schleswig-Holstein berät er die Kunden vor Ort. Mit TECHBOOK teilt Kretschmer sein Wissen und verrät, welche Rolle Auflösung, Preis und technische Details beim Kauf spielen und warum viele Angaben der Hersteller mit Vorsicht zu genießen sind.

Mit diesen 5 Tipps holen Sie alles aus Ihrem Fernseher

Auflösung

Die Auflösung dürfte wohl der bekannteste aller Faktoren sein. Mittlerweile werden die meisten neuen TV-Geräte mit einer sogenannten UHD- oder 4K-Auflösung angeboten. Diese sind rund viermal so hoch, wie der einstige Standard Full-HD.

In der Therorie bedeutet eine höhere Auflösung ein schärferes Bild. Das hängt aber immer vom jeweiligen Programm ab. Es werden immer noch nur wenige Inhalte in UHD und 4K zur Verfügung gestellt. Wenn überhaupt gibt es diese bei Netflix oder Blu-Rays und nur vereinzelt bei speziellen TV-Sendern oder einzelnen Übertragungen. Trotzdem sollte ein neues Gerät über die höhere Auflösung verfügen. Laut Jens Kretschmer ist diese die Zukunft: „Von der Norm her ist alles geklärt. UHD macht beim Kauf absolut Sinn.“

Bildschirmdiagonale

Diese beschreibt wie groß der reine Bildschirm ist und wird in Zoll oder Zentimetern angegeben. 1 Zoll entspricht dabei 2,54 Zentimetern. Ein 50-Zoll-TV hat demnach eine Bildschirmdiagonale von 127 Zentimetern. Wie groß der Fernseher sein soll, hängt nicht nur vom persönlichen Geschmack ab. Vielmehr sollten Käufer im Vorfeld den Sitzabstand zum Gerät im eigenen Zuhause abmessen. Anhand des Sitzabstands können Sie bestimmen, welche Größe der TV haben sollte, damit Sie ein bestmögliches Seherlebnis haben. Wie Sie den optimalen Sitzabstand bestimmen, erfahren Sie hier.

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Bildwiederholfrequenz (Hertzzahl)

Die Hertzzahl (Hz-Zahl) gibt an, wie flüssig Bewegungen dargestellt werden. Das kann vor allem bei Sportübertragungen und schnellen Bewegungen in Filmen wichtig sein. Ist hier der Wert zu niedrig, kommst es zu unschönen Verwischeffekten. Grundsätzlich gilt: je höher, desto besser. Mindestens 400 Hz sollten bessere Geräte deshalb mitbringen. Doch Kretschmer warnt, sich hier nicht auf eine Zahl zu verlassen. Die tatsächliche Bildverarbeitung hängt auch von anderen Faktoren, wie dem installierten Betriebssystem, dem Prozessor und der restlichen verbauten Technik ab. Der Fachmann vergleicht die Hertzzahl mit den Pferdestärken bei einem Auto. Nur weil ein Fahrzeug viele PS hat, heißt es noch nicht, dass es auch gut beschleunigt. Wie viel Power der Wagen auf die Straße bringt hängt zuletzt auch immer vom Fahrwerk und dem Gewicht des Wagens ab.

Preis

Hersteller von TV-Geräten werfen gleich mehrere Serien von Fernsehern auf den Markt, um verschiedene Preissegmente zu bedienen. Auf den ersten Blick werden die Unterschiede zwischen einem günstigen und einem teuren Gerät oft nicht klar. Spielt der Preis also keine große Rolle? „Doch!“, sagt Fernsehtechnikermeister Kretschmer. „Ein gutes UHD-Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 50 Zoll sollte mindestens 1000 Euro kosten.“ Dann kann der Kunde auch mit hochwertigen Bauteilen rechnen.

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HDR (High Dynamic Range)

HDR soll kontrastreichere und plastischere Bilder liefern. Der höhere Bildkontrast entsteht durch eine Vergrößerung der Helligkeitsspannbreite und erzielt eine stärkere Tiefenwirkung. Das Bild wirkt plastischer, weil HDR mehr Helligkeitsnuancen erkennt und Objekte besser schattiert. Ob Ihnen tatsächlich ein HDR-Bild angezeigt wird, hängt von mehreren Faktoren ab.

Zunächst muss der gesamte Übertragungsweg HDR unterstützen, also der Bildschirm, der Player, das Verbindungskabel und der Datenträger. Wird der Weg auch nur an einer Stelle unterbrochen, wird das Endbild nicht in HDR ausgestrahlt. Es gibt zudem noch nicht viele TV-Geräte, die HDR wirklich darstellen können, selbst wenn sie sich mit besagtem Logo schmücken. Das Logo bedeutet nur, dass das Gerät die Signale lesen kann. Die Übertragung scheitert meistens daran, dass die Geräte nicht die notwendige Helligkeitspannbreite erreichen. Auch hier ist der Preis ein guter Indikator. Teurere Geräte sind in der Regel in der Lage, HDR wie gewünscht darzustellen.

Auf das Programm kommt es an

Ein gutes Bild liegt nicht nur am Fernseher. Selbst der beste TV, braucht immer das entsprechende Programm. Während Blu-Rays und Streamingdienste hier bereits sehr gute Signale liefern, hängt vor allem das klassische TV-Programm hinterher. Dabei spielt nicht nur der Sender eine Rolle. Selbst innerhalb eines Senders können verschiedene Sendungen in unterschiedlichen Qualitäten produziert sein. Das führt dazu, dass Sie im Optimalfall auch bei jeder Sendung Ihre TV-Einstellungen ändern müssten. Da das im Alltag lästig ist, empfiehlt der Experte, mit den zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten und vermeintlichen Bildverbesserern sparsam umzugehen. Lesen Sie dazu gerne unseren Artikel zu den perfekten TV-Einstellungen.