Ratgeber

8K, HDR10+, SUHD, QLED – Kürzel-Wahn beim TV-Kauf

Samsung Q900 8K TV
Schön inszeniert: Samsung verkauft seine Top-TV-Serie Q900 mit 8K-Auflösung in 65, 75, und 85 Zoll. Doch wer braucht schon 8K?
Foto: Samsung

TV-Hersteller versprechen mit ominösen Kürzeln eine Top-Bildqualität. Stimmt das überhaupt oder ist es nur Marketing-Gedöns? TECHBOOK erklärt, welche Technologie hinter welcher Abkürzung steckt und ob sich diese wirklich lohnt.

Neben Smartphones und Digitalkameras gehören Fernseher zu den dynamischsten Technikzweigen. Im Jahresrhythmus kommen neue Technologien auf den Markt, um den Kunden immer wieder neue Kaufanreize zu bieten. Dabei lieben es die Hersteller, mit coolen, werbefreundlichen Abkürzungen Eindruck zu schinden. Doch was cool klingt, muss nicht unbedingt sinnvoll sein. Im schlimmsten Fall wird konventionelle Technik unter einem neuen, gut klingenden Begriff verkauft.

TECHBOOK klärt auf, welche Logos und Bezeichnungen Sie beim TV-Kauf beachten sollten, und welche Sie getrost ignorieren können.

Darauf kommt es beim Kauf eines Blu-ray-Players an

Full-HD – für kleinere TVs

Eigentlich ist die Full-HD-Auflösung (1.920 x 1080 Pixel) nicht mehr zeitgemäß – zumindest vermitteln es uns so die TV-Hersteller. Fakt ist: Das deutsche Fernsehprogramm wird nahezu ausschließlich in Full-HD ausgestrahlt. Auch Netflix, Amazon und Youtube bieten den Großteil ihrer Inhalte in Full-HD und nicht in dem höher aufgelösten UHD-Format an.

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Zudem reicht diese Auflösung für kleinere Fernseher vollkommen aus, wenn sie nicht gerade einen Meter entfernt sitzen. Als grobe Regel gilt: unter 50-Zoll-Diagonale können Sie immer noch einen Full-HD-Fernseher kaufen – und ein echtes Schnäppchen machen! Ab 50-Zoll und je näher sie am Fernseher sitzen empfehlen wir aber einen Fernseher mit UHD beziehungsweise 4K-Auflösung. Denn selbst wenn nur Full-HD-Formate geschaut werden, skalieren sie die 4K-Fernseher hoch auf die vierfache Auflösung, wodurch das Bild schärfer wirkt.

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UHD und 4K – für größere TVs

Die Bezeichnungen UHD (Ultra High Definition) und 4K sind bei aktuellen Fernsehmodellen Standard. Sie beschreiben die Auflösung der Bildschirme. Diese beträgt 3.840 x 2.160 Pixel und ist exakt vier Mal so hoch wie bei den Full-HD-Fernsehern (1.920 x 1080 Pixel). Dadurch sehen Bildinhalte vor allem auf großen Fernsehern ab 50 Zoll richtig scharf aus, auch aus kurzer Distanz. Bei TVs mit weniger als 50 Zoll lohnt sich eine 4K-Auflösung nicht.

Brauche ich wirklich schon einen 4K-Fernseher?

Auch ohne 4K-Filme sehen Inhalte auf einem UHD-Fernseher besser aus. Durch ein sogenanntes „Upscaling“ optimiert der Fernseher die Bildinhalte noch einmal auf die höhere Qualität, indem er die Bilder hochrechnet. Die besten Bilder bekommt man aber mit UHD-Inhalten. Diese bieten beispielsweise Netflix und Amazon an. UHD und 4K werden übrigens oft synonym von den Herstellern verwendet. Doch zwischen UHD und 4K liegt ein kleiner Unterschied.

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8K – kann man sich sparen

Die 8K-Auflösung verkaufen uns TV-Hersteller als den nächsten großen Sprung bei der Bildqualität von Fernsehern. Dabei handelt es sich um die vierfache UHD-Auflösung, also um 7680 x 4320 Pixel. Klingt spektakulär, bringt momentan aber meist nur eines: ein leeres Bankkonto. Denn die günstigsten Geräte mit 65-Zoll-Diagonale liegen bei rund 4.000 Euro – wenn man ein Schnäppchen macht.

Das größte Problem: 8K-Inhalte sind äußerst rar. Außer ein paar Demo-Videos auf Youtube dürfen sich zumindest Japaner auf die Übertragung der Olympischen Spiele 2020 in 8K freuen. Dennoch profitieren auch Inhalte in geringerer Auflösung, da sie auf das 8K-Format hochskaliert werden. Das ergibt allerdings nur Sinn bei wirklich großen Bildschirm-Diagonalen ab etwa 75 Zoll. Hier liegen die Preise bei etwa 6.000 Euro. Kann man sich derzeit noch sparen.

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HDR und HDR10 – verwirrend

Das Kürzel HDR steht für „High Dynamic Range“. Diese Technologie ermöglicht kontrastreichere Bilder durch tiefere Schwarzwerte und eine höhere Displayhelligkeit sowie einen größeren Farbumfang. Noch besser sind HDR10-Displays, wobei die 10 für die Bit-Anzahl steht. Während herkömmliche Fernseher mit 8 Bit nur 256 Helligkeitsstufen darstellen können, können die 10-Bit-Displays 1024 Helligkeitsstufen wiedergeben. Zudem haben HDR10-Displays mindestens eine Helligkeit von 1.000 Nits (das bezeichnet die Leuchtdichte ), während HDR-Fernseher „nur“ 800 Nits haben müssen. Ein guter Durchschnittsfernseher liegt übrigens bei etwa 350-500 Nits.

Das Problem ist, dass viele Hersteller ihrem Fernseher ein HDR-Logo verpassen, obwohl dieser kein richtiges HDR wiedergeben, sondern diese Inhalte nur verarbeiten kann, um sie überhaupt anzeigen zu können. Hier am besten den Verkäufer fragen, ob es sich um ein „echtes“-HDR-Display handelt.

Übrigens: Im Gegensatz zu UHD bringt HDR10 tatsächlich einen großen Sprung bei der Bildqualität. Vor allem die hohe Helligkeit der Displays sorgt für eindrucksvolle, brillante Bilder.

Dolby Vision und HDR10+ – zukunftssicher

Dolby Vision ist ein konkurrierendes Bildformat zu HDR10. Wie bei HDR sorgt Dolby Vision für höhere Kontraste, mehr Helligkeit und einen größeren Farbumfang. Allerdings auf einem nochmals höheren Niveau. Hier werden sogar 12-Bit-Daten verarbeitet mit mehr Farben und Helligkeitsabstufungen als bei HDR10. Größter Unterschied zu HDR10: Die Dolby-Vision-Daten sind nicht statisch, sondern dynamisch. Das heißt, die Produzenten können für jede Szene und jedes Bild optimale Werte einstellen, während bei HDR10 eine Kompromiss-Einstellung für den ganzen Film vorgenommen wird.

Deswegen hat die Konkurrenz (unter anderem Samsung und Amazon) jetzt HDR10+ entwickelt, das auch dynamisch arbeitet. Im Gegensatz zu Dolby Vision handelt es sich bei HDR10 und HDR10+ um offene Formate, während Dolby Vision lizensiert werden muss und somit die Geräte teuerer und exklusiver macht.

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Ultra HD Premium – garantiert gut

Wer dieses Logo an einem Fernseher sieht, kann sicher sein, dass aktuellste Bildschirm-Technologien verbaut sind für eine hervorragende Wiedergabe.
Foto: UHD Alliance

Weil die vielen TV-Standards derart verwirrend geworden sind, wurde das „Ultra HD Premium“-Logo ins Leben gerufen. Dieses garantiert einen UHD-Standard mit HDR10-Wiedergabe. Damit erwirbt man einen Fernseher auf sehr hohem Niveau mit hervorragender Bildqualität. Nur Dolby Vision und der neue HDR10+ Standard können das übertreffen.

SUHD – veralteter Begriff

Als sich der Trend zu sehr hellen und kontrastreichen Displays abzeichnete, hat Samsung den Begriff „SUHD“ erfunden, um seine Topmodelle von den Standard-UHD-Fernsehern abzugrenzen. Diese Displays sind nicht nur besonders hell, sondern bieten auch eine hohe Farbvielfalt. Man könnte es als eine Art HDR-Vorstufe von Samsung sehen. Allerdings ist das tatsächlich eine Marketingerfindung – die Samsung jetzt schon durch QLED ersetzt hat.

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QLED – steht für extrem helle Bilder

Samsung ist als TV-Markführer besonders erfindungsreich bei der Vermarktung von Fernsehern und prahlt mit der neuesten QLED-Technik. Doch diesmal hat sich der südkoreanische Hersteller auch mit den chinesischen Unternehmen Hisense und TCL verbündet, um QLED zu etablieren. Und hier handelt es sich um eine Umbenennung von SUHD in QLED, denn auch die neuen QLED-Fernseher arbeiten mit der sogenannten Quantum-Dot-Technologie (Nano-Kristalle sorgen für hohe Helligkeit und Farbvielfalt), die Samsung schon seit zwei Jahren in seinen SUHD-Fernsehern verbaut hat.

Die neuesten QLED-Displays sorgen für eine enorm hohe Helligkeit von über 1.500 Nits. Sie überbieten damit deutlich die OLED-Fernseher der Konkurrenz, die hier meistens unter 1000 Nits liegen. Wer speziell in einer hellen Umgebung TV schaut, der profitiert ganz besonders von der starken Leuchtkraft.

Super UHD – LG-Marketingerfindung

Hierbei handelt es sich um einen Marketingbegriff von dem TV-Hersteller LG. Unter der Bezeichnung „Super UHD“ werden Fernseher vermarktet, die sowohl HDR10- und Dolby-Vision-Vorgaben erfüllen, besonders schmal sind und guten Ton haben sollen. Allerdings ist das keine unabhängig zertifizierte, herstellerübergreifende Bezeichnung. Hier entscheidet nur LG, was als „Super UHD“ verkauft wird.

So erkennen Sie, ob Ihr Fernseher veraltet ist

Triluminos – Sonys hohe Farbvielfalt

Auch Sony hat sich einen markanten Namen für seine besonders farbstarken Fernseher einfallen lassen. Ähnlich wie Samsung nutzt Sony hierbei die Quantum-Dot-Technologie, um besonders reine und viele Farben erzeugen zu können. Von dem erweiterten Farbraum profitieren die Bilder deutlich.

OLED – hervorragende Bildqualität

OLED-Displays bestehen aus organischen Leuchtdioden. Das heißt, jedes Pixel leuchtet von alleine, eine Hintergrundbeleuchtung wie bei LCD-Fernsehern (egal ob SUHD, QLED oder Super UHD) wird nicht benötigt. Das sorgt für konkurrenzlose Kontraste: Ein einzelnes Pixel kann komplett dunkel sein, während ein benachbartes leuchtet. Damit ist die Durchzeichnung in dunklen Szenen besonders gut und tiefstes Schwarz neben helleren Bildinhalten möglich. Zudem können Hersteller unfassbar dünne Displays bauen, da keine Hintergrundbeleuchtung mehr ins Gehäuse eingebaut werden muss.

Allerdings ist diese Technik teuer! Auch die Lebensdauer ist kürzer als bei LCD-TVs. OLED-Displays leuchten zudem nicht so strahlend hell wie etwa Samsungs QLED- oder LGs Super-UHD-Modelle. Wer seinen Fernseher oft in einer hellen Umgebung betreibt, der sollte lieber zu einem der neuen LCD-TVs greifen.

Den Unterschied zwischen OLED und LCD haben wir in einem gesonderten Beitrag erklärt: Warum OLED nicht besser ist als LED

Flat und Curved – reine Geschmackssache

Damit Kunden einen neuen Kaufanreiz haben, wurden Displays einfach mal nach innen gebogen. Unter dem Begriff „Curved“ werden also alle gebogenen Fernseher verkauft. Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern soll auch in Verbindung mit einem großen Durchmesser den Zuschauer stärker ins Geschehen ziehen.

Was gut klingt, hat aber auch Nachteile. Speziell, wenn man seitlich sitzt, kehrt sich dieser Effekt ins Negative um. Und an der Wand hängend sieht das auch komisch aus. Dann vielleicht doch lieber zu einem flachen Fernseher (Flat-TV) greifen.

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HDMI-ARC und HDMI-CEC – sinnvolle Verbindung

Auch bei den Verbindungsstandards gibt es Verwirrung. Dabei sind zwei Formate besonders interessant für Nutzer: HDMI-ARC bedeutet, dass ein Fernseher nicht nur Audio-Signale, beispielsweise von einem Blu-ray-Player, empfangen kann, sondern auch ein Audio-Signal ausgeben kann. Das ist heutzutage besonders wichtig, da viele Kunden ihren Fernseher um eine Soundbar ergänzen und dann nur noch ein einzelnes HDMI-Kabel benötigen.

HDMI-CEC ist wiederum wichtig, wenn man mit nur einer Fernbedienung mehrere Geräte steuern will. Diese müssen dann mit dem TV per HDMI-Kabel verbunden sein, wie eine Soundbar, ein Blu-ray-Player oder eine Surround-Anlage. Allerdings sind auch hier die TV-Hersteller erfindungsreich und haben ihre eigenen Bezeichnung für den HDMI-CEC-Standard. Bei Samsung heißt er Anynet+, bei Sony Bravia Sync und bei Philips EasyLink.

Mit diesem Tool finden Sie immer das richtige Kabel!

Fazit zum Abkürzungswahn

Wenn Sie sich einen Fernseher kaufen möchten, sollte er eine UHD-Auflösung haben – vorausgesetzt die Bildschirmdiagonale liegt bei mindestens 50 Zoll. In Zukunft wird es immer mehr UHD-Sender und -Inhalte geben. Wer hervorragend gute Bilder möchte, der sollte den Aufpreis für Dolby Vision und die HDR10-Technologie einmal genau für sich abwägen.

Wenn Sie das „Ultra HD Premium“-Logo sehen, können Sie auch zugreifen, denn hier haben Sie garantiert einen hohen Bild-Standard, der HDR10+ unterstützt – aber nicht unbedingt Dolby Vision.

SUHD, QLED, Super UHD und Triluminos sind hingegen Marketingbegriffe der TV-Hersteller. Sie markieren die jeweiligen Topmodelle mit neuester Technik, aber entziehen sich damit einer verlässlichen Zertifizierung, wie das zum Beispiel beim Ultra-Premium-Logo oder dem Dolby Vision der Fall ist.

Bei den Verbindungsstandards sollten sie prüfen, ob der gewünschte Fernseher HDMI-ARC und HDMI-CEC unterstützt.