Netflix, Disney+ und Co.

Betrug an Streaming-Kunden! Wie Kriminelle die Corona-Krise ausnutzen

Symbolbild falsche Streamingseiten: Mann am Computer
Immer wieder versuchen Betrüger, die aktuelle Situation auszunutzen
Foto: Getty Images

Dass Betrüger sich die besonderen Umstände der Corona-Krise zunutze machen, um Daten abzugreifen oder Viren auf Computern einzuschleusen, ist leider nichts Neues. TECHBOOK klärt über die aktuellen Betrugsmaschen auf, die speziell auf Streaming-Nutzer abzielen.

So paradox es auch klingen mag, aber es gibt sie – die Gewinner der Corona-Pandemie. Dazu gehören unter anderem auch die Streaming-Dienste, die sich in Zeiten des Homeoffice und Homeschoolings über viele Nutzer freuen können. Die Leute vertreiben sich die viele Zeit zu Hause gerne mit dem Streamen von Filmen und Serien. Das ist bereits erwartet worden, bevor die Einschränkungen in vielen Ländern wirklich griffen und hat sich nun mit den veröffentlichten Zahlen zum ersten Quartal des Jahres 2020 bestätigt. Marktführer Netflix konnte im Zeitraum von Anfang Januar bis Ende März 16 Millionen neue Nutzer weltweit verzeichnen! So ein großes Wachstum gab es schon eine Weile nicht mehr. Den anderen Anbietern – Disney+, Amazon Prime Video und wie sie alle heißen – geht es ähnlich.

Betrüger nutzen Corona-Pandemie aus

Die gestiegene Begeisterung für Video-Streaming nutzen nun leider Betrüger aus, indem sie die Webseiten der großen Anbieter nachahmen. Diese ebenfalls nicht mehr ganz neue Masche verzeichnete in den vergangenen Wochen einen sprunghaften Anstieg.

Laut The Guardian gibt es derzeit mehr als 700 gefälschte Webseiten im Netz, die explizit die Anmeldeseiten von Netflix und auch von Disney+ imitieren. Und diese Zahl bezieht sich allein auf den Zeitraum zwischen dem 6. und 13. April. Die Daten stammen vom Sicherheitsunternehmen Mimecast, das sich auf Cyberkriminalität spezialisiert hat. „Wir haben einen dramatischen Anstieg verdächtiger Domains gesehen, die sich für schändliche Zwecke als Streaming-Gigant ausgeben“, wird Mimecast-Leiter Carl Wearn im Artikel des Guardian zitiert. „Diese gefälschten Websites locken oft Ahnungslose mit einem Angebot von kostenlosen Abonnements an, um dann wertvolle Daten zu stehlen.“ Dazu gehören unter anderem Name, Adresse und Kreditkartendaten.

Schädliche Links stecken oft in E-Mails

Die Taktik, Schadsoftware in E-Mails zu verstecken oder auf Seiten zu verlinken, die dann im Hintergrund Daten sammeln, kommt ebenfalls zum Einsatz. So verschicken die Betrüger Links, die auf die entsprechenden Fake-Seiten verweisen. Auch dabei wird in erster Linie mit Sonderangeboten geworben; besonders betroffen ist hier wohl Streaming-Riese Netflix.

Eine ähnliche Methode wurde bereits im März angewandt, als massenhaft E-Mails verschickt wurden, die auf die Corona-Karte der renommierten Johns-Hopkins-Universität weiterleiteten. Im Hintergrund wurde währenddessen Schadsoftware installiert und die Nutzerdaten gesammelt – TECHBOOK berichtete.

Auch Fake-Anbieter sind ein Problem

Vor einem weiteren Problem warnten Verbraucherschützer bereits Anfang April. Die Anzahl dubioser Streaming-Anbieter sei ebenfalls gestiegen. Die Masche in diesem Fall: Geschaltete Anzeigen versprechen kostenlose Test-Abonnements für das großes Streaming-Angebot eines neuen Anbieters – der aber gar nicht existiert. Eine Rechnung haben Betroffene trotzdem bekommen, häufig im dreistelligen Bereich. Die Fake-Seiten wirken dabei professionell und seriös, das macht die Masche besonders fies.

So können Sie sich schützen

Haben Sie eine Mail erhalten, die mit besonderen Streaming-Angeboten wirbt? Klicken Sie nicht auf den Link! Generell gilt bei ungefragt zugesendeten Links, egal von welchem Absender, große Vorsicht zu wahren.

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Stoßen Sie auch sonst im Netz auf Sonderangebote für Streaming-Dienste, prüfen Sie unbedingt den Absender. Versichern Sie sich im Zweifelsfall direkt beim Anbieter, ob das Angebot echt ist oder nicht. Und sollten Sie eine merkwürdige Zahlungsaufforderung erhalten, kommen Sie dieser keinesfalls nach; erstatten Sie stattdessen Anzeige. Generell gilt: Wer ein neues Streaming-Abo abschließen und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte das einfach direkt auf den Seiten der Anbieter tun.