Tarife, Preise, Router

Was Sie über Super Vectoring wissen müssen!

Router
Super Vectroing ist eine Weiterentwicklung von VDSL. Was das bringt und was das kostet, verrät TECHBOOK.
Foto: Getty Images

Seit dem 1. August 2018 bietet die Telekom Super Vectoring an, inzwischen gibt es das superschnelle Internet auch bei Vodafone und 1&1. Doch was ist das überhaupt – und was bringt es den Nutzern? TECHBOOOK erklärt alles, was Sie zum neuen Standard, den Tarifen und den Routern wissen müssen.

Super Vectoring soll der nächste Ausbauschritt zu Vectoring werden und die mögliche Leistung auf bis zu 250 Megabit pro Sekunde (MBit/s) beim Herunterladen von Daten (Download) und 40 Mbit/s beim Hochladen (Upload) heben. Ein ganzes Musikalbum wäre so in nur einer Sekunde auf dem Rechner, ein Full-HD-Film in wenigen Minuten. Die angegebenen Werte sind jedoch nur Maximalangaben, die tatsächliche Geschwindigkeit kann abweichen.

Wie funktioniert Vectoring?

Noch sind in Deutschland viele Leitungen nach wie vor aus Kupfer – etwa bei einem normalen DSL-Anschluss, bei dem der Übertragungsweg von der örtlichen Vermittlungsstelle über den Verteilerkasten auf dem Bürgersteig hin zum Hausanschluss aus langen Kupferkabeln besteht. Diese sind gebündelt, bei angrenzenden Kupferdoppeladern kommt es daher zu gegenseitigen elektromagnetischen Störungen. Auch deshalb ist die Geschwindigkeit bei einem üblichen DSL-Anschluss begrenzt.

VDSL bezeichnet eine Technik, bei der die Leitungen von der Vermittlungsstelle zum Verteilerkasten aus Glasfaser bestehen. Hier sind höhere Geschwindigkeiten möglich, der letzte Weg vom Verteilerkasten zum Hausanschluss besteht aber auch hier aus Kupfer.

Vectoring wiederum bezeichnet eine Erweiterung des VDSL-Standards. Sie soll dafür sorgen, dass die Kupferleitungen zum Hausanschluss weniger störanfällig sind. Hierfür werden die Verteilerkästen quasi modifiziert, ein komplexes System errechnet die Störanfälligkeit der Kupferdoppeladern. Dann wird durch die Kabel neben dem eigentlichen Signal noch ein Gegensignal für die Störung geschickt, was diese fast auslöscht. Durch Vectoring können Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s beim Download und 40 Mbit/s beim Upload erreicht werden

Die Übertragungswege DSL (1), VDSL (2) und VDSL mit Vectoring (3). Foto: Telekom

Wie unterscheidet sich Super Vectoring von Vectoring?

Das neue Super Vectoring erweitert die Geschwindigkeit von Vectoring noch einmal um mehr als das Doppelte. Telekoms Technik-Chef Walter Goldenits erklärt in einem Video-Blog, bei Super Vectoring würden weitere Störsignale durch einen höheren Frequenzbereich eliminiert, was für eine noch höhere Bandbreite sorge.

Super Vectoring soll überall dort entstehen, wo Glasfaserkabel zum Verteilerkasten reichen. Diese wurden von der Telekom bereits im Vorfeld technisch fit für Super Vectoring gemacht.

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Wie viele Haushalte können Super Vectoring jetzt nutzen?

Die Telekom spricht in ihrer Pressemitteilung von sechs Millionen Haushalte, die Super Vectoring seit dem 1. August nutzen können. Bis 2019 soll diese Zahl auf 15 Millionen Haushalte wachsen. Der Ausbau folge zwei Faktoren: Zum einen Gebiete, in denen die Telekom mit hoher Nachfrage rechnet. Zum anderen würden Verteilerkästen, die ohnehin erweitert werden müssen, mit entsprechenden Steckkarten bestückt. Ob Super Vectoring auch nach 2019 weiter ausgebaut wird, hänge davon ab, wie gut das Angebot von den Nutzern angenommen werde.

Ob Super Vectoring auch bei Ihnen verfügbar ist, erfahren Sie auf den Homepages der Telekom,Vodafone und 1&1.

Wer bietet Tarife an und was kosten sie?

Die Telekom bietet den Tarif „Magenta Zuhause XL“ an. Für Neukunden beträgt der Preis in den ersten sechs Monaten 19,95 Euro, danach monatlich 54,95 Euro.

Bei Vodafone gibt es den Tarif „Red Internet & Phone 250“ für Neukunden sogar die ersten 12 Monate für 19,99 Euro im Monat, danach zahlen Nutzer monatlich 49,99 Euro.

Auch 1&1 bietet Super Vectoring an, der Tarif „1&1 DSL 250“ kostet die ersten 12 Monate für Neukunden zwar 29,99 Euro, ist dann aber mit 44,99 Euro monatlich etwas günstiger. Wer unter 28 Jahren ist, zahlt beim Tarif „1&1 DSL Young 250“ die ersten 12 Monate 26,99 Euro, danach ebenfalls 44,99 Euro.

Foto: TECHBOOK

Welchen Router brauche ich für Super Vectoring?

Der Router muss den neuen Standard Super Vectoring 35b beherrschen. Die Telekom hat mit dem Speedport Smart 3 (entweder 4,95 Euro monatlich oder einmalig 159,99 Euro) und dem Speedport W925V (entweder 4,95 Euro monatlich oder einmalig 199,99 Euro) zwei Modelle im Angebot.

Andere Hersteller wie AVM bieten ebenfalls kompatible Geräte an, etwa die Fritzbox 7590 oder die Fritzbox 7530. Ebenfalls fit für den neuen Standard sind der Asus DSL-AC68VG oder der Archer VR2800V von TP Link.

Welche Alternativen gibt es zu Super Vectoring?

Eine Alternative ist Internet über den Kabelanschluss, wie ihn etwa Vodafone anbietet. Hier gibt es im Tarif Red 500 Cable Geschwindigkeiten bis zu maximal 500 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload. Neukunden bekommen diesen Tarif derzeit 12 Monate für 19,99 Euro im Monat, danach kostet er 49,99 Euro im Monat.

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