Gardena, Worx und Bosch im Vergleich

Vier Mähroboter ab 800 Euro im Test

Im TECHBOOK-Vergleich treten an (von links nach rechts): Al-Ko Robolinho, Bosch Indego, Worx Landroid S und Gardena Smart Sileno. Der Testgarten ist mit weichem Boden und vielen Unebenheiten eine besondere Herausforderung.
Foto: TECHBOOK

Im großen Vergleichstest hat sich TECHBOOK für Sie verschiedene Mähroboter angeschaut. Doch nicht alle sind so einfach in der Handhabung, wie es versprochen wird. Vier Modelle ab 800 Euro im Check.

Ein perfekter Vorgarten, wo die Kinder toben können – mit richtig schönem Rasen. Das wünschen sich viele Haushalte Deutschlands. Doch der Weg dorthin ist mit viel Arbeit verbunden: Sähen, Düngen, Gießen, Mähen. Zumindest den letzten Schritt übernehmen zunehmend die Maschinen. Ab rund 800 Euro können Sie sich einen Rasenmäher-Roboter in den Garten stellen. TECHBOOK hat vier Modelle getestet.

 

Gardena Smart Sileno: Das Dickschiff

Äußerlich macht der Smart Sileno von Gardena einen mächtigen Eindruck. Mit einer Preisempfehlung von 1.599 Euro ist er der teuerste Roboter im Vergleichsfeld. Dafür packt er laut Hersteller auch die größte Rasenfläche an. Bis zu 1.000 Quadratmeter sollen laut Hersteller drin sein. Zum Vergleich: Der Al-Ko Robolinho und Worx Landroid sind für 700 Quadratmeter ausgelegt. Der Bosch-Roboter schafft laut Hersteller nur 350 Quadratmeter.

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Der Sileno braucht einen Draht mehr als die Konkurrenz

Alle Mähroboter waren im Einsatz leise (< 65dB) – insbesondere im Verhältnis zu konventionellen Rasenmähern. Foto: TECHBOOK

Der Lieferumfang ist vollständig. Das Konzept der Drähte im Boden etwas anders: Während alle Roboter im Testfeld ein Begrenzungsdraht im Boden brauchen, hat der Sileno zusätzlich noch einen Suchdraht in der Mitte des Gartens. Während sich die anderen Geräte an der Grenze entlang zur Ladestation hangeln, nutzt der Sileno die Abkürzung über den Suchdraht. Clever!

Auch in Sachen Konnektivität schlägt der Smart Sileno andere Wege ein: Per Funk kommuniziert der Roboter mit einer Basisstation. Diese wiederum ist per LAN oder WLAN mit dem Heimnetz verbunden. Nachteil: Sie haben eine zusätzliche Box, die in Gartennähe installiert werden muss. Vorteil: Auch ohne WLAN im Garten ist der Sileno nahezu durchgehend vernetzt.

Der Günstige: Worx Landroid WR 110MI

Der Worx Landroid S ist mit Abstand der günstigste im Testfeld. Rund 800 Euro verlangt der Hersteller für das Modell. Je nach Rasenfläche (zwischen 450 und 700 Quadratmeter) steht ein passendes Modell zur Verfügung. Wenn Sie einen kleineren Garten haben, können Sie also auch getrost das günstigere Modell WR102SI kaufen.

Im Test verrichtete der Worx Landroid beständig seine Arbeit. Besonders die Kletterfähigkeiten überzeugten: Kleine Abhänge und rutschige Stellen machten ihm am wenigsten zu schaffen. Der Lieferumfang ist ebenfalls vollständig und die Bedienungsanleitung sehr ausführlich. Nach einigen Tagen verweigerte unser Gerät jedoch den Dienst. Es war aus dem Grenzbereich gerutscht und der Akku tiefenentladen. Stundenlanges Aufladen an der Basis brachte keine Abhilfe. Der Landroid benötigt eine gewisse Grundspannung, um mit seiner Basis zu kommunizieren. Einzige Lösung: Akku ausbauen und manuell aufladen. Dann lief alles wieder problemlos.

Der Akku-Umstand trübt den Gesamteindruck sehr – So etwas sollte nicht passieren! Darüber hinaus leistete sich der Landroid keine Fehler und lieferte ein gutes Mähergebnis.

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Regensensor und WLAN an Bord im Landroid

Zusätzlich ist der Landroid in zwei Punkten der Konkurrenz voraus: Er hat seine Klingen am rechten Rand und nicht mittig platziert. So schneidet er Rasenkanten besonders präzise. Außerdem erkennt ein eingebauter Sensor automatisch Regen, sodass der Roboter sein Programm abbrechen kann. Regenfest bleibt das Gerät natürlich trotzdem. Die dazugehörige App ist übersichtlich und beherrscht die wichtigsten Funktionen. Nur das WLAN des Roboters kann zum Problem werden: In entlegenen Ecken ohne WLAN ist der Landroid nicht erreichbar. Dort ist die Funklösung von Gardena besser.

Praktisch: Über einen Sensor auf dem Deckel erkennt der Worx Landroid automatisch Regen und verschiebt sein Programm. Foto: TECHBOOK

Durchgefallen: Robolinho 1.100 von Al-Ko

 

Ein kleines Sternchen in der Bedienungsanleitung verursacht großen Frust: Den benötigten Begrenzungsdraht sollen Kunden extra kaufen. Foto: AL-KO

Der Robolinho von Al-Ko für 1.299 Euro belegt in diesem Vergleich deutlich den letzten Platz. Was fehlt: Der Begrenzungsdraht ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Man kann das Gerät also nicht nutzen, muss sich einen Draht extra besorgen. Für 150 Meter Draht verlangt Al-Ko noch einmal 54,90 Euro extra. Hier denkt man nicht an den Kunden, sondern bittet zur Kasse!

Auch die Einrichtung bei dem Gerät fiel im Test schwer. Die Kalibrierung schlug immer wieder fehl mit der Meldung: „CN016: Cal : orientat“. Nach rund zwei Stunden und etlichen Versuchen, Umpositionierungen und Messungen des Kabels konnte der Roboter endlich seinen Dienst verrichten. Die Bedeutung der Fehlermeldung konnte man nur erahnen – die Bedienungsanleitung gab leider keine Hilfestellung.

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Keine Vernetzung im Robolinho 1.100

Unabhängig von allen Schwierigkeiten: Das Rasenergebnis des Robolinho 1.100 war gut. Im Vergleich zu allen anderen Geräten hielt der Roboter sogar am Längsten durch. Während andere Modelle in Ihrer Ladebasis neuen Strom saugten, drehte der Robolinho fröhlich seine Runden. Nur mit weichen, sandigen Böden kommt der Mähroboter nicht gut klar. Mögliche Ursache: Die Räder sind sehr hart und haben recht wenig Profil. Die andere Modelle hatten an gleicher Stelle im Testgarten keine Probleme.

Eine Verbindung zur Außenwelt fehlt dem Robolinho von Al-Ko komplett. Alle Einstellungen, Zeitpläne und andere Dinge müssen kompliziert über das kleine Display auf der Rückseite vorgenommen werden. Die Basisstation macht im Vergleich mit den anderen Geräten einen besonders billigen Eindruck, wirkt etwas instabil. Keine Vernetzung, kein Begrenzungsdraht, komplizierte Einrichtung: Bei einem Preis von 1.200 Euro kann man von diesem Gerät nur abraten.

Gegenüber TECHBOOK kündigt Al-Ko an, dass Kunden ab kommenden Jahr ihre Robolinho-Geräte in Bezug auf Vernetzung nachrüsten können. Ein entsprechender Adapter wird rund 200 Euro kosten. Außerdem weist der Hersteller darauf hin, dass der Robolinho 1.100 vom örtlichen Fachhändler persönlich ausgeliefert wird. Dieser gibt auch Tipps für die Inbetriebnahme. Für eine vollständige Installation erstellt der ausliefernde Händler den Kunden gerne ein individuelles Angebot, erklärt Al-Ko auf seiner Homepage.

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Außer Konkurrenz: Der defekte Bosch Indego 350 Connect

Im Testfeld war der Bosch Indego 350 der kleinste Roboter – schließlich hat er mit 350 Quadratmetern auch die kleinste Fläche zu pflegen. WLAN ist auch an Bord und, besonders spannend, der Indego fährt angeblich Ihren Garten nach einem logischen Muster ab. Ein Novum! Alle anderen Geräte setzen mehr oder weniger auf das Chaos-Prinzip.

Auch Aufschrauben und Messen brachte nichts: Das Testgerät von Bosch Indego war elektrisch tot. Foto: TECHBOOK

Der Lieferumfang ist vollständig. Die Verpackung am angenehmsten. Alles ist gut sortiert und übersichtlich im Karton angeordnet. Nur ein Problem: Auch nach zahlreichen Versuchen und Ladevorgängen wollte unser Testroboter nicht starten. Er hatte einfach keine Energie. Die Messung ergab: Die Ladestation liefert keinen Strom, der Roboter will trotz Spannung im Akku nicht starten.

Deshalb konnte der Indego 350 Connect auf dem Rasen nicht sein Können demonstrieren. Doch die äußerlich gute Verarbeitung und die versprochene intelligente Mähweise lassen vermuten. Wenn der Hersteller hält, was er verspricht, ist das der schlaueste Rasenmäher am Markt. Das will sich Bosch auch bezahlen lassen: 1.100 Euro ruft der Hersteller als Preis auf. Für einen Vorgarten-Mini-Roboter ganz schön viel – zu viel – Geld!

Fazit: Mähroboter im Test

Der Roboter ist mit Suchdraht, Diebstahlalarm und fester Basisstation am Besten durchdacht. Dafür müssen Kunden leider auch ordentlich Geld in die Hand nehmen.

In Puncto Mähqualität haben alle Geräte eine gute Leistung abgeliefert (der defekte Bosch-Mäher außen vor). Bis der Rasen in einem perfekten Zustand ist, vergehen jedoch zwei bis drei Wochen. Die Höhe kann bei allen Geräten individuell eingestellt werden. In der Praxis hat sich eine 40 Millimeter Schnitthöhe bewährt.

Der Gardena Smart Sileno ist gut vernetzt, hochwertig verarbeitet und liefert auf dem Rasen ein tolles Ergebnis. Foto: TECHBOOK

Bis auf den Batterieausfall leistete sich der Worx Landroid S ebenfalls keine Patzer, stellte sich im Test sogar als kleiner Bergsteiger heraus. Mit rund 800 Euro sind die Anschaffungskosten auch deutlich geringer. WLAN auch an Bord – unser Preis-Leistungs-Sieger.