Ihr gutes Recht!

Paket beschädigt? So reklamieren Sie richtig

Beschädigtes Paket auf einer Kommode
Online bestellte Ware legt einen langen Weg durch Lager- und Verteilungszentren zurück ehe es im Zustellfahrzeug landet.
Foto: Getty Images

Im Netz die Ware bestellt und das Paket samt Inhalt kommt beschädigt an? TECHBOOK erklärt, was Ihre Rechte sind und wie Sie beim Anbieter reklamieren.

Der Weg eines Pakets vom Verkäufer bis zum Kunden ist lang – auf dem Weg durch die halbe Republik (und noch weiter bei Auslandsbestellungen) kommen viele Maschinen und Menschen mit der Ware in Kontakt. Schäden sind da nicht auszuschließen – doch wer haftet eigentlich dafür?

Sendung beschädigt – was tun?

Grundsätzlich gilt: Sie sollten die beschädigte Lieferungen nicht annehmen!

Überprüfen Sie vor der Unterschrift beim Paketboten unbedingt alle Seiten des Pakets und suchen Sie nach Spuren, die auf äußerliche Krafteinwirkung hindeuten. Wenn Sie das Paket trotzdem annehmen, lassen Sie sich die Schäden quittieren und machen Sie Beweisfotos. Ansonsten bestätigen Sie mit Ihrer Unterschrift automatisch, dass es unversehrt ist. Eine Reklamation wird dann im Nachhinein problematisch.

Nach Bekanntwerden des Schadens sollten Sie den Verkäufer, etwa Online-Händler wie Amazon, auf den Sachmangel gemäß §434 BGB hinweisen. In Folge dessen können Sie Ihr Widerrufsrecht geltend machen.

 

Paket beim Nachbarn und kaputt?

Übrigens: Sollten der Nachbar das Paket beschädigen, greift die Haftpflichtversicherung.

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Was kann ich tun, wenn ich ein Paket verschicke?

Wenn ein von Ihnen versendetes Paket beschädigt wurde, dann nutzen Sie die Reklamationsformulare der Anbieter, etwa von Hermes, DPD oder DHL. Erklären Sie genau die Umstände und senden Sie Beweise wie Fotos, die Sie vor dem Versand machen sollten, und Quittungen mit.

Wann muss der Paketdienst Schadenersatz zahlen?

Die meisten Paketdienste sichern sich in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegen Erstattung für besonders teure Waren ab. So gelten Schmuck, Gold oder Bargeld oft als außergewöhnliche Wertgegenstände, die nicht von der regulären Paketversicherung abgedeckt sind.

Wenn Sie keinen Nachweis über den Wert des Pakets erbringen können, dann errechnet sich Ihr Schadenersatz über das Gewicht (§431 HGB). Für rund 5 Kilogramm Paketgewicht ergibt sich dann etwa ein Betrag von rund 40 Euro.