4. November 2026, 15:58 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Eine eSIM fürs Ausland direkt in der Banking-App buchen: ING will ihren Kunden künftig nicht mehr nur das Bezahlen, sondern auch mobiles Internet auf Reisen organisieren. Nach dem Start in den Niederlanden soll das Angebot auch nach Deutschland kommen. TECHBOOK erklärt, wie die Reise-eSIM funktioniert, was sie voraussichtlich kostet und ob klassische eSIM-Anbieter günstiger sind.
Außerhalb der EU können für mobiles Internet schnell hohe Roaming-Kosten entstehen. Eine Reise-eSIM, die in den lokalen Netzen arbeitet, kann das verhindern. Doch statt am Urlaubsort eine SIM-Karte kaufen zu müssen, lässt sich ein Datenpaket auch digital auf dem Smartphone installieren. Anbieter wie Airalo, Saily oder Holafly haben sich auf solche Tarife spezialisiert.
Nun steigt auch ING in das Geschäft ein. Gemeinsam mit dem Mobilfunk-Spezialisten Gigs integriert die Bank Reisedaten direkt in ihre Banking-App. Das Angebot ist zunächst in den Niederlanden gestartet. Deutschland, Belgien, Polen, Italien, Spanien und weitere Länder sollen folgen. Einen konkreten Starttermin oder Preise für Deutschland gibt es bislang zwar nicht. Einen ersten Anhaltspunkt liefern allerdings die Preise in den Niederlanden. Dort verlangt ING für ein weltweit nutzbares Datenpaket mit 1 GB 14,99 Euro. Und genau an diesem Preis zeigt sich, dass sich für Reisende ein Vergleich lohnt.
So funktioniert die Reise-eSIM von ING
ING wird nicht selbst zum Mobilfunknetzbetreiber. Die Technik liefert vielmehr der Partner Gigs, dessen Plattform Mobilfunkangebote direkt in die Apps anderer Unternehmen integriert. Aus Kundensicht liegt der Vorteil vor allem im Komfort. Das Datenpaket lässt sich direkt innerhalb der ING-App buchen. Eine zusätzliche Reise-eSIM-App samt weiterem Kundenkonto ist nicht nötig.
In den Niederlanden steht die eSIM für mehr als 140 Länder zur Verfügung und ist mit den neuen ING-Kontopaketen verknüpft. Je nach Paket bekommen Kunden bereits ein bestimmtes Datenvolumen:
- ING Go: Daten können hinzugebucht werden
- ING More / Student: 1 GB pro Jahr
- ING Extra: 3 GB pro Monat
- ING Max: 5 GB pro Monat
- Zusätzliches Weltpaket: 1 GB für 14,99 Euro
Wichtig ist: Hier genannt sind die niederländischen Konditionen. Welche Datenmengen und Preise ING in Deutschland anbieten wird, steht noch nicht fest.
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Preisvergleich mit anderen Reise-eSIMs
Die von der ING und Gigs angebotenen Tarife bieten ein weltweit nutzbares Datenvolumen und sind damit insgesamt teurer als beispielsweise speziell auf das Reiseland zugeschnittene Angebote. Gigs nennt eine Abdeckung in mehr als 140 Ländern. Wer nur in ein bestimmtes Land reist, sollte sich daher auch bei anderen Anbietern umsehen.
Einige Beispiele:
ING verlangt in den Niederlanden für ein weltweit nutzbares Gigabyte 14,99 Euro. Beim Anbieter Airalo bekommt man ein solches bereits zu Preisen ab 8 Euro mit einer Gültigkeit von 7 Tagen. Schaut man sich hingegen speziell auf das Reiseland zugeschnittene Tarife an, lässt sich mitunter einiges sparen. Für die USA, die Türkei oder diverse Ziele in Südamerika bietet Airalo Tarife ab 4 Euro an, Tarife für Ägypten gibt es ab 5,50 Euro.
Konkurrent Saily verlangt für ein in den USA oder der Türkei nutzbares Gigabyte, abhängig von der Nutzungsdauer, ab 3,49 Euro. Ein weltweit nutzbares Datenpaket kostet ab 7,99 Euro, wobei die Abdeckung mit 121 Ländern hier geringer ausfällt als die 168 Länder und Regionen bei Airalo bzw. die mehr als 140 Länder bei der ING.
Die Beispiele zeigen jedoch: Beim reinen Datenvolumen ist ING nicht die günstigste Wahl. Wer beispielsweise ausschließlich in der Türkei Urlaub macht, bekommt bei Saily 5 GB für 9,99 Dollar. Das ist mehr Datenvolumen für weniger Geld als das zusätzliche 1-GB-Paket der niederländischen ING.
Wer viele Daten braucht, sollte erst recht vergleichen
Noch wichtiger wird der Vergleich für Reisende, die unterwegs viel Datenvolumen benötigen. Wer Videos streamt, Bilder in die Cloud lädt, Videotelefonate führt oder das Smartphone als Hotspot verwendet, sollte größere Pakete prüfen. Anbieter wie Airalo, Saily und Holafly verkaufen je nach Reiseziel umfangreiche Datenpakete und teilweise Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen.
Bei solchen Nutzungsszenarien kann der Zukauf einzelner Gigabyte schnell unattraktiv werden. Welcher Anbieter am günstigsten ist, hängt allerdings stark von Reiseziel und Datenbedarf ab.
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Der größte Vorteil der ING-eSIM ist der Komfort
Trotzdem wäre es zu einfach, die ING-eSIM allein anhand des Gigabyte-Preises zu beurteilen. Ihr entscheidender Vorteil liegt an anderer Stelle: Bequemlichkeit. ING-Kunden müssen keinen separaten eSIM-Anbieter auswählen, keine weitere App installieren und kein zusätzliches Kundenkonto anlegen. Sie können die Verbindung fürs Ausland direkt dort organisieren, wo sie ohnehin ihr Bankkonto verwalten.
Noch interessanter wird das Modell, wenn Reisedaten bereits im gebuchten ING-Paket enthalten sind. In den Niederlanden bekommen Kunden von ING Extra beispielsweise 3 GB und von ING Max 5 GB pro Monat.
Wer ein solches Paket ohnehin nutzt, hat wenig Grund, auf die enthaltenen Reisedaten zu verzichten. Ein teureres Kontopaket allein wegen der eSIM zu wählen, erscheint dagegen weniger attraktiv. Dafür gibt es bei spezialisierten Anbietern zu viele günstige Alternativen.
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Für den EU-Urlaub braucht man Reise-eSIM nicht
Für den klassischen Urlaub in Spanien, Italien oder Frankreich braucht man eine zusätzliche Reise-eSIM in der Regel gar nicht. Innerhalb der EU sowie des Europäischen Wirtschaftsraums können deutsche Mobilfunkkunden ihren bestehenden Tarif grundsätzlich über das regulierte Roaming weiterverwenden. Interessant wird eine Reise-eSIM daher vor allem bei Zielen außerhalb dieses Gebiets, beispielsweise in den USA, der Türkei oder der Schweiz, wobei letztere in den EU-Roaming-Paketen einiger Anbieter bereits enthalten ist.
Gerade bei diesen beliebten Reisezielen lohnt es sich, vor dem Abflug Preise und Datenvolumen verschiedener Anbieter zu vergleichen.