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Strengere EU-Regeln gefordert

Hersteller warnen vor Sicherheitsrisiken bei Internet-Routern

Fritz!, Devolo und Co. fordern strengere Sicherheitsregeln für Netzwerktechnik
Fritz!, Devolo und Co. fordern strengere Sicherheitsregeln für Netzwerktechnik Foto: Getty Images
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

15. Juni 2026, 13:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Bereits häufiger gab es in der Vergangenheit Kritik an Routern und anderer Netzwerktechnik, die nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt waren. Vor diesem Hintergrund fordern fünf Hersteller nun strengere Vorgaben für Netzwerktechnik in Europa.

Im Mittelpunkt stehen mehr Transparenz bei der Herkunft von Geräten und Firmware, ein stärkerer Einsatz europäischer Technologien in sensiblen Bereichen sowie zusätzliche Sicherheitsanforderungen für Router und andere Netzwerkkomponenten. Die Unternehmen – Fritz!, Devolo, Lancom Systems, TDT AG und Teltonika Networks – begründen dies mit dem Ziel, die digitale Souveränität Europas zu stärken und mögliche Sicherheitsrisiken durch intransparente Lieferketten zu reduzieren.

Vorbild Mobilfunk

Alle Hersteller haben ihren Sitz in Europa. Abgesehen von Teltonika Networks in Litauen stammen sie allesamt aus Deutschland. Alle fünf haben sich im neu gegründeten Branchenverband Safenet zusammengeschlossen. Nach ihrer Auffassung sollte die Europäische Union bei Netzwerktechnik stärker auf Transparenz, Sicherheit und vertrauenswürdige Lieferketten setzen.

Die Hersteller verweisen auf die bereits bestehenden Sicherheitsvorgaben für den Mobilfunkbereich und fordern vergleichbare Regelungen für Router und andere Netzwerktechnik. Die Forderungen knüpfen zudem an die seit Jahren geführte Debatte über mögliche Sicherheitsrisiken bei Netzwerktechnik aus China an. In diesem Zusammenhang hatten mehrere EU-Staaten bereits Einschränkungen für Huawei und ZTE beim 5G-Ausbau beschlossen.

Nach Angaben des Verbands reichen die bestehenden Regelungen für Router und andere Netzwerktechnik bislang nicht aus. Während Mobilfunknetze in Europa bereits besonderen Sicherheitsanforderungen unterliegen, gebe es für viele andere Komponenten der digitalen Infrastruktur noch vergleichsweise wenige Vorgaben.

Transparenz bei Geräten und Firmware

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen stehen drei zentrale Maßnahmen im Fokus. Die erste Forderung richtet sich an Hersteller und Internetanbieter.

Nach Vorstellung der Unternehmen sollen Hersteller und Internetanbieter künftig klar ausweisen, an welchen Standorten Geräte produziert und entwickelt werden. Dies betrifft nicht nur die Hardware selbst, sondern auch die Firmware. Die Herkunft und Entwicklung der eingesetzten Technik soll dadurch für Nutzer und Verantwortliche nachvollziehbar werden.

Nach Ansicht der Hersteller reicht es dabei nicht aus, lediglich den Produktionsort eines Geräts zu nennen. Auch die Entwicklung und Pflege der Firmware spiele eine wichtige Rolle, da Sicherheitslücken oder mögliche Manipulationen häufig auf Softwareebene entstehen. Transparenz über die gesamte Lieferkette soll deshalb die Vertrauenswürdigkeit der eingesetzten Technik erhöhen.

Einsatz europäischer Netzwerktechnologie

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung europäischer Netzwerktechnologie. Die Unternehmen sprechen sich dafür aus, entsprechende Lösungen in bestimmten Bereichen bevorzugt einzusetzen. Dies betrifft insbesondere staatliche Stellen und weitere sensible Einrichtungen.

Konkret nennen sie Behörden, Betreiber kritischer Infrastruktur sowie öffentlich finanzierte Einrichtungen. Diese Bereiche sollen nach den Vorstellungen der Unternehmen auf europäische Netzwerktechnik zurückgreifen.

Die Forderung steht im Zusammenhang mit der seit Jahren geführten Debatte über digitale Souveränität in Europa. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken gegenüber Technologien aus Drittstaaten sowie die Sorge vor möglichen Abhängigkeiten bei zentralen IT- und Kommunikationssystemen. Besonders in kritischen Infrastrukturen wie Energieversorgung, Verkehr oder öffentlicher Verwaltung sollen deshalb europäische Lösungen stärker berücksichtigt werden.

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Forderung nach zusätzlichen Sicherheitsvorschriften

Die dritte Forderung richtet sich an die Europäische Union. Hier sprechen sich die Unternehmen für weitere Sicherheitsvorgaben im Bereich der Netzwerktechnologie aus.

Als Orientierung verweisen sie auf das bestehende 5G-Instrumentarium. Vergleichbare Regelungen sollen ihrer Auffassung nach auch für Router und andere Netzwerktechnologien geschaffen werden. Damit gehören Sicherheitsanforderungen zu den zentralen Punkten ihres Forderungskatalogs.

Die Hersteller argumentieren, dass Router und andere Netzwerkkomponenten eine ähnlich wichtige Rolle für die IT-Sicherheit spielen wie Mobilfunktechnik. Deshalb sollten Risikobewertungen von Herstellern sowie einheitliche Sicherheitsanforderungen auch auf diese Produktgruppen ausgeweitet werden.

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Hersteller zu mehr Sicherheit verpflichtet

Bereits heute verschärft die Europäische Union die Vorgaben für vernetzte Geräte. Mit dem Cyber Resilience Act werden Hersteller künftig zu umfassenderen Sicherheitsmaßnahmen, Update-Pflichten und der Meldung von Schwachstellen verpflichtet. Zudem gelten seit 2025 zusätzliche Cybersicherheitsanforderungen für zahlreiche Funkgeräte, darunter auch Router. Die nun vorgebrachten Forderungen würden über diese bestehenden Regelungen hinausgehen.

Ob und in welchem Umfang die Europäische Union die Vorschläge aufgreift, ist derzeit offen. Mit ihrem Vorstoß wollen die Hersteller die Sicherheitsdebatte, die bislang vor allem den Mobilfunkbereich geprägt hat, auf Router, Switches und weitere zentrale Komponenten der digitalen Infrastruktur ausweiten.

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