2. April 2026, 9:49 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Neue Fritzbox-Modelle verzichten derzeit auf eine bislang praktische Funktion: Sie lassen sich nicht mehr als WLAN-Repeater einsetzen. Viele Nutzer dürften das kaum bemerken, doch der Wegfall sorgt für Fragen. Der Hersteller hat nun erklärt, warum die Option gestrichen wurde und ob sie künftig zurückkehrt.
Fritzboxen gehören in vielen deutschen Haushalten zur Standardausstattung, wenn es um leistungsstarkes WLAN und umfangreiche Funktionen geht. Neben hohen Geschwindigkeiten bieten die Geräte zahlreiche Zusatzoptionen, die regelmäßig auch in Tests überzeugen.
Repeater-Funktion bei neuen Modellen gestrichen
Eine dieser Funktionen wurde bei neueren Modellen jedoch vorerst entfernt. Aktuelle Fritzboxen lassen sich derzeit nicht mehr als WLAN-Repeater nutzen. Diese Möglichkeit erlaubte es bislang, ältere Geräte weiterzuverwenden, um das heimische WLAN zu verstärken.
Dabei war die Umstellung vergleichsweise einfach: Nach dem Zurücksetzen auf Werkseinstellungen konnten Nutzer ihre ältere Fritzbox per LAN-Kabel mit einem neuen Router verbinden und über das Menü entsprechend konfigurieren. So entstand ein erweitertes WLAN-Netz, das als sogenanntes Mesh-System alle Geräte im Haushalt effizient versorgt.
Der Vorteil lag nicht nur in der technischen Funktionalität. Viele ältere Fritzboxen unterstützen weiterhin den WLAN-Standard Wi-Fi 6, der für die Signalverstärkung ausreichend ist. Selbst spezialisierte Geräte wie der Fritz!Repeater 6000 nutzen diesen Standard. Zudem konnten Nutzer durch die Weiterverwendung älterer Hardware Geld sparen und Ressourcen schonen.
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Nur noch Accesspoint statt Mesh-Repeater
Bei aktuellen Top-Modellen wie der Fritzbox 7690 für DSL sowie den Glasfaser-Routern 5690 und 5690 Pro fehlt diese Option jedoch. In der Benutzeroberfläche der aktuell offiziellen Firmware Fritz!OS 8.20 ist die Einstellung für den Mesh-Repeater-Modus nicht mehr vorhanden. Stattdessen steht nur noch der Betrieb als Accesspoint zur Verfügung.
Ein Accesspoint erweitert das WLAN ebenfalls, allerdings ausschließlich über eine Kabelverbindung zum Hauptrouter. Im Unterschied zum Repeater erfolgt die Signalweitergabe also nicht drahtlos, sondern per LAN-Kabel.
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Hersteller plant spätere Rückkehr der Funktion
Hersteller Fritz! (ehemals AVM) begründet die Entscheidung mit einem veränderten Fokus bei der Entwicklung seiner Spitzenmodelle. Wie ein Sprecher uns auf Nachfrage erklärt, seien diese Geräte in erster Linie für den direkten Einsatz am Internetanschluss vorgesehen. Daher habe die Implementierung der Repeater-Funktion zu Beginn des Produktzyklus keine Priorität.
Gleichzeitig stellt das Unternehmen in Aussicht, die Funktion zu einem späteren Zeitpunkt per Software-Update nachzureichen. Einen konkreten Zeitraum nennt Fritz! jedoch nicht. Dass dies aber grundsätzlich geplant ist, zeigt ein Blick auf ältere Modelle: Die Fritzbox 7590 AX erhielt die Repeater-Funktion erst nachträglich mit dem Update auf Fritz!OS 8.20.
Die Entscheidung dürfte unterschiedlich aufgenommen werden. Einerseits reduziert sie den Entwicklungsaufwand und konzentriert sich auf zentrale Funktionen. Andererseits könnte der vorübergehende Wegfall einer bewährten Option bei manchen Nutzern für Unverständnis sorgen.