Das Tinder für Essen

Mit der Foodguide-App sollen Sie überall das beste Essen finden

In welches Restaurant soll ich gehen? Wenn Sie sich das öfter fragen, dann hat die App Foodguide vielleicht eine Antwort darauf. Basierend auf dem Tinder-Prinzip will die App mit der Hilfe von Fotos von Speisen das perfekte Restaurant in der Nähe finden.

Das Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“ scheint zu stimmen, zumindest im Fall von Malte Steiert. Als der damalige Student ein Auslandssemester in Thailand verbrachte, verliebte er sich sofort in das thailändische Essen. Wieder zurück in Deutschland kam dann die Ernüchterung. „Man geht hier nicht essen wegen der Zutaten, sondern vielmehr, weil man satt werden möchte“, sagt der 24-Jährige zu TECHBOOK. Seine Liebe ließ ihn nicht mehr los: Immer wenn er auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant gewesen sei, hätten die Google-Suche und andere Bewertungsportale ihn enttäuscht. 

Es war wohl die Geburtsstunde einer Idee, die ihn und seinen Partner Finn Fahrenkrug letztlich in die Höhle der Löwen trieb. Was mit mehreren kuratierten Food-Accounts auf Instagram anfing, wurde schließlich im September 2015 zu einer eigenen AppWir sind Europas größte Foodie für Foodie Plattform“, erklärt Malte Steiert.

Tinder für Essen: So funktioniert die App

Nutzer der App Foodguide fotografieren ihr Essen im Restaurant und laden diese in die App hoch. Bewertet werden das Essen oder Restaurant aber nicht. Es gehe lediglich darum, anhand der Bilder einen Eindruck über das servierte Essen in dem jeweiligen Restaurant zu vermitteln.

Zuerst werden dem Nutzer der App Bilder von Speisen aus nahegelegenen Restaurants angezeigt.

Nutzern zeigt die App Fotos von Speisen aus Restaurants in der Umgebung.

Nutzern zeigt die App Fotos von Speisen aus Restaurants in der Umgebung.
Foto: Foodguide

Anschließend kann der Nutzer die Speisen tindern: Die Fotos, die ihm gefallen, kann er nach rechts wischen.

Nutzer entscheiden über ihren Geschmack oder ihre Wünsche wie bei Tinder: Ein Wisch nach links bedeutet nein, ein Wisch nach rechts signalisiert Interesse.

Nutzer entscheiden über ihren Geschmack oder ihre Wünsche wie bei Tinder: Ein Wisch nach links bedeutet nein, ein Wisch nach rechts signalisiert Interesse.
Foto: Foodguide

Am Ende muss sich der Nutzer aus seiner Favoritenliste nur noch für ein Restaurant seines Geschmacks in der Umgebung entscheiden.

Die finalen Ergebnisse werden dem Nutzer angezeigt.

Die finalen Ergebnisse werden dem Nutzer angezeigt.
Foto: Foodguide

Inzwischen nutzen in rund 200 europäischen Städten ungefähr eine halbe Millionen Menschen die Food-App. Doch das reicht den Gründern noch nicht, sie wollen mehr erreichen. Auf 450.000 Euro von einem Löwen hoffen sie im Gegenzug für 15 Prozent ihrer Firma. „Es war eine spannende Erfahrung, auch die vielen Kameras zu sehen. Die sieht man sonst vor dem Fernseher ja nicht. Aber die haben uns natürlich auch ein wenig nervös gemacht“, berichtet Steiert. Die Foodguide-App gibt es für iOS und Android.

Deal or no deal? Das ist hier die Frage. Die Gründer der App Foodguide erhoffen sich ein Investment von 450.000 Euro für 15 Prozent ihres Unternehmens.

Deal or no deal? Das ist hier die Frage. Die Gründer der App Foodguide erhoffen sich ein Investment von 450.000 Euro für 15 Prozent ihres Unternehmens. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

So ging der Deal aus

Für ihren Pitch schickten sie kurzerhand Löwin Judith Williams auf einen Städte-Trip nach Paris. Um in der Stadt der Liebe ein gutes Restaurant zu finden, ging sie mit Foodguide auf ein Speed-Dating mit Gerichten aus der Umgebung. „Also ich finde ja, ihr geht ein super Thema an. Ich finde den Auftritt toll. Unglaubliches Auftreten, sehr selbstbewusst, auf alles eine Antwort – also dich kann man losschicken“, sagte Ralf Dümmel nach dem Pitch – und stieg anschließend aus. Als Malte Steiert von einem geplanten vierwöchigen Trip in die USA berichtet, kontert Frank Thelen: „Aber euer Umsatz ist Micky Maus.“

Vor allem einem Löwen schien die Idee aber zu schmecken: Carsten Maschmeyer ging auf das Angebot ein. Darauf hatten die beiden Gründer auch vorab spekuliert. „Wir hatten es auf Maschmeyer abgezielt. Wir wussten, dass er uns am meisten helfen kann und vor allem unser Netzwerk in den USA aufbauen kann“, sagt Geschäftsführer Malte Steiert. Er habe nicht nur ausreichend Kapital, sondern biete dem Unternehmen auch die nötige Perspektive.

Maschmeyer beteiligt sich an Foodguide

Für 450.000 Euro wollte Maschmeyer allerdings 16,6 Prozent mehr haben (insgesamt 31,6 Prozent). Daraufhin kam es zu einem Novum in der Höhle der Löwen. Die beiden Gründern genehmigten sich ein Glas Rotwein, um über dieses Angebot nachzudenken. Letztlich nahmen sie aber an. „Jetzt habe ich vier Söhne. Ich hatte zwei, jetzt habe ich vier“, resümiert Maschmeyer.

„Er ist ein cooler und empathischer Typ, der uns alle Freiheiten lässt“, so Steiert ein halbes Jahr nach dem Deal.