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Tomtom Curfer

Vor dieser App warnt der ADAC

Der Tomtom Curfer (rechts) wird über ein Wartungsstecker aus.
Der Tomtom Curfer (rechts) wird über ein Wartungsstecker ans Auto angeschlossen. Die Fahrdaten überträgt der Stecker drahtlos an das Smartphone.Foto: TomTom

Sind Sie ein guter Autofahrer? Diese Frage soll der Tomtom Curfer beantworten können. Das Gadget zeichnet Fahrzeugwerte und Fahrstil in Echtzeit auf. Aber ist das auch sinnvoll? TECHBOOK hat zwei Experten befragt.

Der Navihersteller Tomtom hat ein Gerät erfunden, das Fahrern direkt Feedback zum Fahrstil und zu der Leistung des Autos gibt. Es heißt „Curfer“ und kann sich für die Analyse direkt mit der On-Board-Diagnose-Schnittstelle des Autos verbinden. Der Curfer kostet rund 80 Euro. Die ermittelten Daten werden mithilfe einer App direkt aufs Smartphone gesendet und werden dort visuell dargestellt – in Echtzeit!

Heiko Wolframm, Experte vom ADAC Technik Zentrum, sieht solch ein Gerät sehr kritisch: „Für mich ist keine Sinnhaftigkeit zu erkennen. Ich halte das Gerät sogar für nicht ungefährlich. Autofahrer können dadurch schnell abgelenkt sein. Wenn der Fahrer während der Fahrt auf das Gerät schaut, kann dies eine enorme Gefahrenquelle darstellen. Der Fahrer ist nicht mehr aufmerksam. Deswegen gilt grundsätzlich: Die Augen sollten immer auf die Straße gerichtet sein und die Hände am Lenkrad.“

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Daten in Echtzeit aufs Smartphone

Tomtom Telematics beschreibt den Nutzen des Gadgets folgendermaßen: „Mit Tomtom Curfer helfen wir Menschen dabei, bessere Fahrer zu werden. Die Curfer-App verwendet einen neuen Ansatz, um Fahrdaten zu visualisieren und im Blick zu haben.“

Neben den Leistungsdaten des Autos sammelt der Curfer auch Informationen über die Beschleunigung, die Bremseffizienz oder die G-Kräfte, die in Kurven oder beim Bremsen auftreten. Laut des Herstellers liefert der Curfer neben dem Echtzeit-Feedback auch Informationen über den individuelle Fahrstil und langfristige Trends. Auch der Vergleich mit anderen Fahrern ist über soziale Netzwerke möglich.

Auch diese Funktion sehen Experten kritisch. Verkehrspsychologin Nina Wahn appelliert an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen und sagt: „Der Drang nach sozialem Vergleich ist in uns allen verankert und es besteht das Risiko, aus einem Vergleich den Schluss zu ziehen, sein Fahrverhalten spontan ändern zu müssen, ohne andere Faktoren wie das eigene Sicherheitsgefühl mit einzubeziehen.“

Richtig Geld sparen mit dem richtigen Fahrstil?

Nach Angaben des Herstellers können Autofahrer durch einen effizienten Fahrstil mithilfe des Curfers richtig Geld sparen. Einerseits lässt sich der Spritverbrauch senken und andererseits werden Teile am Auto, wie zum Beispiel die Bremsen oder die Reifen, geschont. Wolframm hat statt der Curfer-App einen anderen Tipp für alle Autofahrer: „Der Fahrstil sollte immer vorausschauend sein, unnötiges Beschleunigen und Abbremsen vermieden werden. Der Fahrer sollte sich an Umgebung und Verkehr anpassen und sich nicht nach App-Ergebnissen richten.“

Verkehrspsychologin Nina Wahn pflichtet dem bei: „Grundsätzlich ist der Wunsch sein Fahrverhalten auch an Umweltaspekte anzupassen sehr positiv. Dennoch wird Ablenkung – wie sie durch ein weiteres Gadget im Auto auftreten kann – auch zunehmend als Unfallursache beobachtet. Der Prozess der limitierten Informationsaufnahme und -verarbeitung beim Fahrer ist hauptsächlich dafür verantwortlich. Nebenbeschäftigungen am Steuer beeinflussen in vielfältiger Form das Fahrverhalten und können schnell zu kritischen Situationen führen.“

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