1. Januar 2026, 12:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Netflix und die große Leinwand sind eigentlich keine naheliegende Kombination. Zwar bringt der Streaming-Anbieter jedes Jahr eine Handvoll Filme ins Filmtheater. Das allerdings meist nur für kurze Zeit, um sich für Preise wie etwa die Oscars zu qualifizieren. Erstmals wird man mit „Stranger Things“ auch eine eigene Serie ins Kino bringen – aber auch in Deutschland?
Finale von „Stranger Things“ kommt in den USA ins Kino
Erst Ende Oktober vermeldete TECHBOOK, dass Netflix die letzte Episode der fünften Staffel von „Stranger Things“ in ausgewählte Kinos bringen wird. Damit wird die beliebte Serie insgesamt zu Ende gehen. Wie „The Hollywood Reporter“ schreibt, sind jetzt auch Laufzeit und teilnehmende Kinos bekannt.
So soll das große Finale 125 Minuten lang sein. Die Spielfilmlänge macht das Finale von daher prädestiniert für eine Auswertung im Lichtspielhaus. Und zumindest in den USA und Kanada werden Fans es in mehr als 500 Kinos zu sehen bekommen. Die besonderen Vorführungen finden nur vom Abend des 31. Dezember bis einschließlich den ganzen 1. Januar statt.
„Stranger Things“ auch in Deutschland im Kino?
Wir von TECHBOOK wollten es aber genauer wissen und herausfinden, ob auch hierzulande solche Fan-Screenings stattfinden werden. Bei einem Titel dieser Größenordnung wäre dies durchaus denkbar und selbst „KPop Demon Hunters“ lief vor Kurzem in einer Version zum Mitsingen in deutschen Kinos. Deshalb haben wir mit Cinemaxx, Cinestar, UCI, Cineplex und Kinopolis die größten Kinoketten Deutschlands sowie mit Yorck einen weiteren bekannten Betrieb angefragt.
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Während sich UCI und Kinopolis bislang (Stand: 22. Dezember 2025) nicht dazu geäußert haben, meldeten sich die anderen bereits zurück. Dabei fiel die Antwort bei Cinemaxx, Cinestar, Cineplex und Yorck gleich aus: Nach aktuellem Kenntnisstand wird das Finale von „Stranger Things“ nicht in deutschen Kinos gezeigt. Derartige Pläne würden nicht existieren. Aufgrund der Kurzfristigkeit ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass sich daran noch etwas ändert. Auch ist es naheliegend, dass es bei den anderen Ketten nicht anders aussehen wird.
Hiesigen Fans bleibt also nichts anderes übrig, als ab dem 1. Januar 2026 die letzte Episode direkt bei Netflix zu streamen.
Klingt nach einer vergeudeten Chance
„Ja, ich weiß, Netflix hat im Normalfall keine Lust aufs Kino. Aber ganz sicher hat Netflix Interesse an extra Geldeinnahmen, und für einen Film verdient man an den Kinokassen immer noch in kurzer Zeit am meisten. ‚Stranger Things‘ ist nicht einfach nur ein prestigeträchtiges Drama, mit dem man sich lediglich für die Oscars positionieren will. Die finale Folge in Spielfilmlänge? Das ist eigentlich ein veritabler Blockbuster!
Wenn der Streamer schon ‚KPop Demon Hunters‘ auch in Deutschland für einen kurzen Moment in die Kinos bringen kann, warum dann nicht auch eines der, wenn nicht sogar DAS Netflix-Aushängeschild der vergangenen neun Jahre? Ohne ‚Stranger Things‘ wäre Netflix nicht da, wo das Unternehmen heute ist. Das Ende gehört standesgemäß zelebriert, und zwar weltweit. Dass aber nur Nordamerika in den Genuss von Kinovorführungen kommen soll, ist eine vertane Chance.
Das Publikum ist ganz sicher dafür da. Aktuell können Fans etwa eine Pop-up-Experience in Berlin am Kurfürstendamm besuchen. Draußen gibt es Waffeln am Stiel wie den ‚Demodog‘, einige Ausstellungsstücke in einem Raum und Glühwein mit hübschen ‚Stranger‘-Tassen (2 Euro Pfand – einfach mal mitnehmen). Drinnen ist es sicher auch ganz nett, aber so weit bin ich gar nicht erst gekommen. Denn die Schlange war einfach unfassbar lang und ging einmal um den Block! Und ich habe im Abstand von mehreren Stunden hingeschaut, in der Hoffnung, später würde sich das schon ausdünnen. Pustekuchen!
Wenn ich mir diesen regen Ansturm auf ‚irgendetwas Stranger Things‘ anschaue, könnte ich mir gut vorstellen, dass viele auch für die finale Episode ins Kino gehen würden. Am besten noch ein ‚Stranger‘-Popcorn-Menü anbieten, etwas exklusives Merchandise, vielleicht ein Gewinnspiel oder ein Quiz im Saal – es gäbe so viele Möglichkeiten, daraus ein tolles Event zu machen. Ich denke, Netflix hat mit der Beschränkung auf Nordamerika einen gewaltigen Bock geschossen.“