16. Dezember 2025, 14:37 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Bestimmte Inhalte sind einfach nicht für einen gemütlichen Filmabend mit der ganzen Familie geeignet. Exzessive Gewaltszenen gehören selbstverständlich dazu, und auch mit Anzüglichkeiten sollte die Handlung besser geizen. Genau das war aber nicht der Fall, als zahlreiche Kunden bei Amazon Prime Video unerwartet „Love and other Drugs“ zu sehen bekamen.
Prime Video zeigte Familien „Love and other Drugs“
Man muss dazu sagen, dass „Love and other Drugs“ bei weitem kein schlimmer Film ist. Schließlich handelt es sich hierbei um eine romantische Mainstream-Komödie aus Hollywood, die mit Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway auch zwei Superstars in den Hauptrollen aufbietet. In Deutschland hat die FSK eine harmlose Freigabe ab 12 Jahren vergeben. Mit der sogenannten „Parental Guidance“-Regelung des Jugendschutzgesetzes hätten ihn hierzulande sogar Kinder ab 6 zusammen mit ihren Eltern im Kino sehen können.
Im Vereinigten Königreich sah man das aber einst ein wenig anders. Dort ist der Film nämlich erst ab 15 Jahren, wegen „starkem Sex, sexuellen Anspielungen und [vulgärer] Sprache“, wie „Deadline“ berichtet. Die örtliche Behörde ist der Ansicht, dass der Titel wirklich nichts für Kinder sei.
Doch als Familien eines Tages die Kinderbuchverfilmung „Gregs Tagebuch“ streamen wollten, bekamen sie bei Prime Video „Love and other Drugs“ zu sehen. Und erst als es zu ersten sexuellen Inhalten kam, bemerkte man den Fehler. Insgesamt sollen Hunderte von diesem Vorfall betroffen gewesen sein.
Amazon entschuldigt sich
Weil Kunden zunächst vergeblich versuchten, Amazon deswegen zu kontaktieren, wandten sie sich an die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom. Dort stellte man einen Verstoß gegen eigene Richtlinien vonseiten Amazons fest.
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Der Online-Versandhändler habe eigenen Angaben nach den Fehler nach 48 Stunden behoben und sich dafür entschuldigt. Ferner habe Amazon Content-Partner um einzigartige Kennzeichen für alle Filme gebeten und interne Prozesse aktualisiert, damit so etwas nicht wieder passiert. Ofcom betont, dass „Love and other Drugs“ nicht im Abo von Prime Video zur Verfügung stand, sondern online zu leihen war. Demnach haben Einstellungen für ein etwaiges Kinderprofil nicht gegriffen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon ins Visier von Ofcom gerät. Erst 2024 machte ein User die Behörde erstmals auf Amazon aufmerksam, weil in einem Film bei Sexszenen zwischen Erwachsenen auch stets ein Baby anwesend war. Die Rede war von dem philippinischen Film „Pamasahe“.