3. November 2026, 12:53 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Berliner KitKatClub sind Kameras normalerweise unerwünscht und Smartphones streng tabu. Für eine neue ARD-Dokumentation wurde nun jedoch eine Ausnahme gemacht: „One Night at KitKat“ gewährt erstmals einen Einblick in eine der geheimnisvollsten Welten des Berliner Nachtlebens.
Ein Club, der seine Gäste abschirmt
Seit mehr als drei Jahrzehnten ist der KitKatClub eine feste Größe der internationalen Clubszene. Menschen aus aller Welt kommen nach Berlin, um dort Techno, Fetisch und sexpositive Kultur in einem Umfeld zu erleben, das bewusst mit gesellschaftlichen Konventionen bricht. Der Zutritt ist allerdings selektiv – die strenge Türpolitik gehört ebenso zum Konzept wie der Schutz der Privatsphäre.
Gerade diese Abschirmung macht den Club für Außenstehende schwer zugänglich. Fotos und Videos sind im Inneren normalerweise nicht erwünscht. Deshalb gab es bislang nur wenige authentische Eindrücke von den bekannten Samstagnächten. Für die ARD-Produktion „One Night at KitKat“ durfte ein Filmteam nun direkt vor Ort drehen und Menschen aus der Clubszene begleiten.
Persönliche Geschichten statt Partybilder
Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen nicht allein Musik und Nachtleben, sondern die Menschen hinter dem Mythos. So begleitet der Film unter anderem den KitKat-DJ Don Basti und seine Freundin Nora. Beide sprechen über persönliche Krisen, das eigene Körpergefühl und Erfahrungen, die zu mehr Selbstvertrauen geführt haben.
Auch die ehemalige Köchin Megan, die heute als Domina arbeitet, kommt zu Wort. Ihre Geschichte dreht sich um sexuelle Selbstbestimmung, aber auch um die Grenzen der Freiheit. Die Dokumentation beschäftigt sich damit, wie ein Club möglichst viel persönlichen Freiraum ermöglichen und gleichzeitig für die Sicherheit seiner Gäste sorgen kann. Themen wie Vertrauen, Kommunikation und gegenseitiger Respekt spielen dabei eine zentrale Rolle.
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Premiere in der Mediathek Ende September
Die Regisseure Mohsen Najafimehri und Diba Darbari wollen mit „One Night at KitKat“ nach eigenen Angaben einen möglichst vielschichtigen Blick auf den Berliner Club und seine Besucher ermöglichen. Dabei soll weder eine Bewertung noch ein voyeuristischer Blick im Vordergrund stehen, sondern die unterschiedlichen Geschichten und Erfahrungen der Beteiligten.
Wegen enthaltener Nacktheit und sexueller Inhalte ist die Dokumentation ab 16 Jahren freigegeben. „One Night at KitKat“ startet am 30. September 2026 in der ARD Mediathek; täglich ist er dort allerdings erst ab 22 Uhr freigeschaltet. Im Fernsehen ist der Film anschließend am 8. Oktober 2026 um 22.55 Uhr bei 3sat zu sehen.
Voller Erfolg für „One Night at KitKat“
Mittlerweile gibt es erste Streaming-Zahlen für die brisante Dokumentation zu vermelden. Dafür verantwortlich ist die AGF (Arbeitsgemeinschaft Videoforschung, bis 2017 noch Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung), die im Rahmen von AGF Census+ die Streamingleistung der berücksichtigten Angebote in Deutschland misst. Für Oktober 2026 gibt es eine neue Auflistung der 25 erfolgreichsten Inhalte.
Während auf den vorderen Rängen wenig überraschend vor allem Fußball und Reality-TV-Formate dominieren, hat sich „One Night at KitKat“ einen sehr guten elften Rang gesichert, mit rund 1,8 Millionen Zugriffen. Damit ist der Film nicht einfach nur die stärkste Doku, sondern rangiert auch vor vielen anderen Reality- und Sportinhalten. Sogar der im Oktober stärkste „Tatort“ („Unter Freunden“) schaffte es lediglich auf den 16. Platz mit circa 1,6 Millionen Views.
Interessant auch: „One Night at KitKat“ erschien am 30. September um 20 Uhr. Das heißt, die ersten Zugriffe sind gar nicht in die Analyse eingeflossen und dürften real sogar noch höher ausfallen. Wie repräsentativ die Zahlen wirklich sind, ist nicht ganz eindeutig. Wie „DWDL“ ergänzt, zählt als View lediglich der Start eines Streams, nicht, wie lange er am Ende geschaut wurde. Wiederholte Starts werden als mehrfache Views gezählt.