15. Juli 2026, 14:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Spätestens seit „Batman Begins“ 2005 ist es immer ein großes Ereignis, wenn ein neuer Film von Christopher Nolan in die Kinos kommt. Bei seinen Werken kommt das nach Spektakeln lechzende Massenpublikum ebenso auf seine Kosten wie Filmkunst-Enthusiasten. Nun startet dieser Tage mit „Die Odyssee“ sein bislang ambitioniertestes Projekt – und dafür nehmen Fans eine ganze Menge auf sich.
Jagd auf 70mm-Vorführungen von „Die Odyssee“
Nolans Filme sind schon lange stets aufwendige Produktionen mit intellektuellem Anspruch auf handwerklich höchstem Niveau. Während die meisten schlichtweg staunen und sich unterhalten fühlen dürfen, schätzen Cinephile vor allem die immer noch authentische und möglichst analoge Herangehensweise. Klar, digitale Effekte gibt es immer. Aber Nolan dreht viel draußen, direkt vor Ort an echten Schauplätzen und mit echten Filmrollen. Damit ist er einer der wenigen, die das noch auf Blockbusterniveau machen (dürfen).
Und für „Die Odyssee“ hat er noch einen draufgesetzt, denn der Film ist der erste in der Filmgeschichte, der vollständig auf IMAX-Filmkameras gedreht wurde, wie etwa „The Hollywood Reporter“ berichtete. Zu diesem Zweck ließ der Filmemacher extra neue Kameras entwickeln, die deutlich leichter und vor allem leiser sind als bisherige Modelle.
Das bedeutet auch, dass Nolan seinen Film erneut neben regulären digitalen Kopien auch auf 70mm-Film in die Kinos bringt. Das Problem wie auch schon bei seinen vorherigen als auch Werken anderer Regisseure: Weltweit gibt es nur noch wenige Kinos, die überhaupt technisch dazu in der Lage sind, 70mm-Kopien abzuspielen. Dabei bieten sie die mit Abstand beste Bildqualität und stellen die künstlerische Intention genau wieder.
Da greift dann wieder das altbekannte Prinzip von Angebot und Nachfrage – und für die entsprechenden Vorstellungen ist schon vor einiger Zeit ein Rennen um die begehrten Tickets entbrannt. Für das Filmerlebnis ist einigen Fans kein Weg zu weit und selbst die Familienplanung wird hintenangestellt.
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Schwanger werden? Hängt von „Die Odyssee“ ab
Das US-Branchenmagazin „Variety“ berichtet jetzt etwa von der 29-jährigen Amber Connaghan. Die hat ihr Ticket bereits vor einem Jahr gekauft und muss „nur“ drei Stunden mit dem Auto zum Kino fahren. Die Mutter solle einmal von einer Freundin auf ihr mögliches zweites Kind angesprochen worden sein. Daraufhin habe sie entgegnet, sie müsse einige Monate mit dem Schwangerwerden warten. Sonst würde die Geburt zu nah an den Kinostart von „Die Odyssee“ rücken.
Dass in den USA Filmfans dafür in andere Bundesstaaten reisen, ist da beinahe schon gang und gäbe. Tim McHugh und sein Bruder fliegen sogar quer durchs ganze Land dafür – vom Osten zur Westküste, fast 4000 Kilometer von Pittsburgh nach Los Angeles.
Ein Ticket? Viel zu wenig!
Der Ansturm auf die Tickets, insbesondere in den USA, ist so groß, dass sich sogar Vorstellungen um 2 Uhr nachts gut verkaufen. Zudem gestaltete sich das Erlebnis für viele so ähnlich wie der Versuch, Konzertkarten für einen großen Künstler zu kaufen – Websites, die unter der enormen Last nicht richtig funktionierten, und Leute, die frenetisch den Browser aktualisierten.
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Manche gingen leer aus, andere waren besonders erfolgreich: Ein Fan etwa buchte gleich 18 Vorstellungen. Einige hatten das Glück, in der Nähe eines entsprechenden Kinos zu arbeiten oder zu wohnen, und spazierten persönlich an die Kinokasse.
„Die Odyssee“ erscheint am 16. Juli 2026 auch in deutschen Kinos. Hierzulande gibt es nur wenige Standorte, die 70mm-Filmvorführungen anbieten.