24. Oktober 2025, 9:33 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Jeder Monat bringt viele neue Filme und Serien zu Netflix. Darunter sind neben lizenzierten Titeln vor allem stets exklusive Premieren und Eigenproduktionen, von denen sich das Unternehmen besonders viel erhofft und sie deshalb entsprechend bewirbt. So auch „A House Of Dynamite“.
Übersicht
Darum geht es im Netflix-Film „A House Of Dynamite“
Es ist scheinbar ein Tag wie jeder andere auf der Welt, auch für das Personal des Weißen Hauses und des US-Militärs. Scherze werden gemacht und Neuankömmlinge erhalten Tipps, welche Sandwiches man am besten früh aus der Cafeteria mitnimmt, um ja nicht den Betrieb aufzuhalten.
Alles ändert sich aber schlagartig, als plötzlich eine Rakete unbekannten Ursprungs Kurs auf die USA nimmt. Schnell geht man vom Schlimmsten aus – handelt es sich etwa um einen nuklearen Erstschlag? Wer ist dafür verantwortlich und warum? Millionen Leben stehen auf dem Spiel.
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Und während sich das Geschoss nähert, müssen alle Verantwortlichen in Windeseile ihre diplomatischen Beziehungen bemühen und auch überlegen, ob und wie man bereits zum Gegenschlag ausholt. Es bleiben nur wenige Minuten, über das Schicksal der Weltbevölkerung zu entscheiden.
Stars vor und hinter der Kamera
Mit „A House Of Dynamite“ meldet sich Star-Regisseurin und zweifache Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow („Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, „Zero Dark Thirty“) eindrucksvoll und nach langer Pause zurück. Seit 2017 und „Detroit“ hat sie keinen Spielfilm mehr in Szene gesetzt, dazwischen hat sie lediglich einige Kurzfilme gedreht und bei anderen Projekten mitproduziert.
Die auf spannende Action-, Thriller- oder politische Stoffe abonnierte Bigelow ist also wieder in ihrem vertrauten Terrain unterwegs. Mit dabei hat sie eine beeindruckende Besetzung voller bekannter Namen, von denen einige mitunter nur für einzelne Szenen zu sehen sind. Unter anderem spielen Idris Elba („Fast & Furious: Hobbs & Shaw“), Rebecca Ferguson („Mission: Impossible – Fallout“), Jared Harris („Chernobyl“), Tracy Letts („Homeland“), Greta Lee („Past Lives“), Jason Clarke („Planet der Affen: Revolution“) und Kaitlyn Dever („The Last Of Us – Staffel 2“) mit.
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So gut ist „A House Of Dynamite“
Bei „A House Of Dynamite“ handelt es sich um einen der besten Netflix-Originalfilme des Jahres. Bei Metacritic etwa, wo professionelle Kritiken zu einem Gesamtpunktwert gesammelt werden, steht Bigelows jüngste Regie-Arbeit derzeit bei sehr starken 80 Punkten. Zum Vergleich: Selbst der erfolgreichste Netflix-Film aller Zeiten „KPop Demon Hunters“ schaffte es es „nur“ auf 77 Punkte.
Das Lob ist gerechtfertigt, denn auch ich habe das Werk bereits sehen können. Das Drehbuch macht keine Gefangenen, und nach nur wenigen Minuten zieht die Spannungskurve mit Erscheinen der Rakete drastisch an, um für den Rest der Laufzeit kaum nachzulassen. Dabei gelingt es dem Filmschnitt, das plötzlich hektische und angsterfüllte Treiben spürbar zu machen, obwohl man vornehmlich nur Menschen beim Sprechen zuschaut.
Auch interessant: Im Grunde zeigt Bigelow die gleiche Handlung dreimal, allerdings immer aus anderen Blickwinkeln. Obwohl die groben Abschnitte damit dieselben bleiben, fiebert man trotzdem aufs Neue mit den jeweils anderen Figuren mit. Die gelungenen Darbietungen und die höchst effektive Musik, irgendwo zwischen der nervenaufreibenden Unruhe von „Der Weiße Hai“ und „Sicario“, runden den Gesamteindruck ab.
Warum läuft „A House Of Dynamite“ vorab im Kino?
Der Polit-Thriller gehörte zu den großen Neustarts bei Netflix im Oktober 2025 und steht seit dem 24. Oktober als Stream zur Verfügung. Zuvor ist er bereits am 9. Oktober im Kino gestartet.
Denn Netflix bringt jährlich ausgewählte Werke für kurze Zeit auf die große Leinwand. Im Regelfall handelt es sich um besonders prestigeträchtige Projekte großer Filmemacher und mit Starbesetzung, mit denen der Streamer vor allem auf Ansehen und Preise schielt – Stichwort: Oscars. Um sich für diese zu qualifizieren, ist aber ein regulärer Kinostart erforderlich.
Bei „A House Of Dynamite“ handelt es sich genau um einen solchen Film. Deswegen hat ihn Netflix auch schon beim angesehenen Filmfest von Venedig gezeigt, wo er ins Rennen um die Hauptauszeichnung ging. Wie gut er sich letztendlich in der sogenannten Awards-Season, also der Saison der Preisverleihungen, schlagen wird, bleibt abzuwarten. Mit Bigelow ist aber immer zu rechnen: „The Hurt Locker“ gewann seinerzeit sechs Oscars, „Zero Dark Thirty“ einen bei mehreren Nominierungen. Und für „Dynamite“ kann ich mir mindestens Nominierungen für Schnitt und Musik sehr gut vorstellen.