10. Oktober 2025, 9:35 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ich wollte wirklich offen bleiben. Ehrlich. Ich war bereit, Liam Hemsworth als neuen Geralt von Riva eine faire Chance zu geben. Schließlich kann ja niemand etwas dafür, dass Henry Cavill beschlossen hat (oder für ihn beschlossen wurde), dass es nun Zeit sei, Warhammer-40K-Figuren anzumalen, als weiter Monster zu jagen.
Also habe ich mir den ersten Trailer zu Staffel 4 angeschaut – in der Hoffnung, dass mich die Magie vielleicht doch wieder packt. Aber stattdessen fühlte es sich an, als würde ich eine lächerliche Parodie auf „The Witcher“ sehen. Alles wirkt … falsch. Die Gestik, der Blick, selbst das Timing der One-Liner und Geralts leise Grunzer. Als hätte jemand eine Fan-Fiction mit einem KI-generierten Geralt verfilmt.
Und – das meine ich gar nicht böse – Liam Hemsworth sieht aus wie die Witcher-Version, die man bei Wish bestellt und dann trotzdem zu faul ist, sie zurückzuschicken. Der Look stimmt einfach nicht. Das Gesicht hat die falsche Härte, die Augen den falschen Zorn, und selbst die Perücke scheint zu wissen, dass sie auf der falschen Kopfhaut gelandet ist. Henry Cavill war Geralt – dieses mürrische, aber charismatische Muskelpaket mit latentem Nerd-Glow. Liam dagegen wirkt wie ein cosplayender Bruder, der die Rüstung aus Schaumstoff trägt, weil Metall zu teuer war.
Henry Cavill bleibt für mich Geralt
Natürlich ist Schauspielerei mehr als Optik. Aber „The Witcher“ lebt von genau dieser Mischung aus rauer Coolness, leiser Melancholie und nerdiger Genauigkeit. Cavill hat die Lore gekannt, geliebt, gelebt. Hemsworth hingegen? Der wirkt, als hätte er sich gerade durch ein YouTube-Recap der ersten drei Staffeln gearbeitet und hofft jetzt, dass niemand merkt, wie wenig er über die Schule der Wölfe weiß.
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Vielleicht liegt es auch nicht nur an Hemsworth. Vielleicht ist die Serie einfach über ihren Zenit hinaus. Schon in Staffel 3 hat man gespürt: Die Magie – im übertragenen wie im wörtlichen Sinne – ist weg. Und wenn Netflix jetzt glaubt, man könne das einfach mit einem neuen Gesicht reparieren, dann zeigt das vor allem eins: dass sie Geralt genauso wenig verstanden haben wie viele Dialogschreiber ab Staffel 2.
Ich bin raus. Nicht, weil ich etwas gegen Liam Hemsworth habe – der kann ja nichts dafür, dass er kein Henry Cavill ist. Sondern weil ich keinen Bock habe, noch eine Staffel lang zuzusehen, wie eine ehemals großartige Serie langsam zu Staub zerbröselt. „The Witcher“ hat seinen Zauber verloren – und kein „Aard“-Zeichen der Welt wird ihn wiederbringen.