1. Oktober 2026, 11:12 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
George R. R. Martin hat mit seinen Fantasy-Romanen nicht nur Millionen Leser begeistert. Seine Geschichten lieferten auch die Vorlage für „Game of Thrones“ und damit für eines der größten Serienphänomene der vergangenen Jahre. Inzwischen ist Westeros längst zu einem ganzen Serienuniversum angewachsen. Und erstmals soll die Welt von „Game of Thrones“ nun auch mit einem eigenen Film ins Kino kommen.
Das Projekt ist mittlerweile deutlich konkreter als noch vor einigen Monaten. Warner Bros. hat den Film offiziell angekündigt, einen Regisseur verpflichtet und auch einen Zeitraum für den Kinostart genannt.
„Game of Thrones“-Kinofilm soll 2029 starten
Der Film trägt derzeit den Titel „Game of Thrones: Aegon’s Conquest“ und soll im Juni 2029 in die Kinos kommen. Warner Bros. hatte das Projekt im Frühjahr 2026 im Rahmen seiner zukünftigen Kinoplanung vorgestellt. Später bezeichnete Warner Bros. Discovery den Titel auch offiziell als großes Kino-Event. Damit ist der Film inzwischen weit mehr als nur eines der zahlreichen Projekte, die rund um „Game of Thrones“ zeitweise entwickelt wurden.
Für die Regie ist Owen Harris vorgesehen. Mit Westeros kennt sich der Filmemacher bereits aus: Harris arbeitete zuvor an „A Knight of the Seven Kingdoms“. Das Drehbuch schreibt Beau Willimon. Er ist unter anderem als Schöpfer der Netflix-Serie „House of Cards“ bekannt und war außerdem als Autor an der gefeierten „Star Wars“-Serie „Andor“ beteiligt.
Noch offen ist dagegen, wer vor der Kamera stehen wird. Eine Besetzung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Auch einen bestätigten Drehstart gibt es zum aktuellen Stand nicht.
Darum geht es in „Aegon’s Conquest“
Inhaltlich führt der Film weit in die Vergangenheit von Westeros. Im Mittelpunkt steht Aegon I. Targaryen, besser bekannt als Aegon der Eroberer. Gemeinsam mit seinen Schwestern Visenya und Rhaenys machte sich Aegon daran, die bis dahin weitgehend voneinander unabhängigen Königreiche von Westeros zu unterwerfen. Eine entscheidende Rolle spielten dabei die drei Drachen Balerion, Vhagar und Meraxes.
Die Ereignisse liegen rund 300 Jahre vor der Handlung der ursprünglichen „Game of Thrones“-Serie. George R. R. Martin beschreibt diese Epoche unter anderem in seinem Buch „Fire & Blood“, das bereits als Grundlage für „House of the Dragon“ dient.
Welche Teile von Aegons Eroberungsfeldzug Warner Bros. tatsächlich für den Film übernimmt, ist allerdings noch nicht bekannt. Eine ausführliche offizielle Inhaltsangabe gibt es bislang nicht.
Film soll offenbar besonders groß ausfallen
Schon bevor Warner Bros. den Film offiziell ankündigte, berichtete das US-Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“ über die Pläne. Demnach soll das Projekt als besonders aufwendige Kinoproduktion gedacht sein. Als Vergleich wurden dabei die modernen „Dune“-Filme von Denis Villeneuve genannt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Warner Bros. bereits ein entsprechend hohes Budget bestätigt hätte. Weder zu den Produktionskosten noch zum tatsächlichen Umfang der Dreharbeiten gibt es bislang konkrete Angaben.
Fest steht lediglich, dass Warner Bros. Discovery selbst „Aegon’s Conquest“ als großes Kino-Event positioniert. Wie gewaltig der Film am Ende tatsächlich ausfällt, dürfte sich daher erst mit Beginn der Produktion zeigen.
Auch HBO arbeitete an Aegons Geschichte
Für Verwirrung sorgte zwischenzeitlich, dass zwei unterschiedliche Projekte über Aegon den Eroberer entwickelt wurden. Während Beau Willimon am Kinofilm für Warner Bros. arbeitet, beschäftigte sich HBO mit einer möglichen Serienversion. Für diese war Drehbuchautor Mattson Tomlin zuständig. Tomlin hatte noch Anfang 2026 öffentlich über seine Arbeit an dem Stoff gesprochen. Eine Bestellung der Serie durch HBO erfolgte jedoch nicht.
Im September 2026 erklärte HBO-Chef Casey Bloys zudem, dass es aktuell neben „House of the Dragon“ und „A Knight of the Seven Kingdoms“ keine weiteren aktiven „Game of Thrones“-Serienprojekte gebe. Damit spricht vieles dafür, dass die separate Serienidee über Aegons Eroberung derzeit nicht weiterverfolgt wird. Offiziell eingestellt hat HBO das Projekt allerdings nicht. Kinofilm und Serienentwurf sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
So geht es mit „Game of Thrones“ im TV weiter
Auch abseits des Kinofilms bleibt das „Game of Thrones“-Universum für Warner und HBO wichtig. Die dritte Staffel von „House of the Dragon“ lief 2026. Eine vierte Staffel ist bereits geplant und soll 2028 erscheinen. Sie soll zugleich den Abschluss der Serie bilden.
Daneben hat HBO mit „A Knight of the Seven Kingdoms“ eine weitere Serie im Programm. Sie erzählt die Abenteuer von Ser Duncan dem Großen, genannt Dunk, und seinem jungen Knappen Egg. Die Handlung spielt ungefähr ein Jahrhundert vor den Ereignissen von „Game of Thrones“. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt und soll 2027 erscheinen.
Über die Jahre wurden noch zahlreiche weitere mögliche Ableger bekannt – darunter Projekte zu Jon Snow, Nymeria und Corlys Velaryon. Viele davon kamen jedoch nie über eine frühe Entwicklungsphase hinaus. Zum aktuellen Stand nennt HBO keine weiteren Serien neben „House of the Dragon“ und „A Knight of the Seven Kingdoms“ als aktive Produktionen.
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Was die Warner-Übernahme für „Game of Thrones“ bedeutet
Auch hinter den Kulissen befindet sich Warner Bros. Discovery in einer außergewöhnlichen Phase. Paramount Skydance hat Warner Bros. Discovery allerdings noch nicht übernommen. Beide Unternehmen schlossen im Februar 2026 einen verbindlichen Vertrag über einen Zusammenschluss. Paramount bietet dabei 31 US-Dollar je WBD-Aktie in bar. Der Deal bewertet Warner Bros. Discovery mit einem Unternehmenswert von rund 110 Milliarden US-Dollar.
Zuvor hatte auch Netflix einen Vertrag mit Warner Bros. Discovery geschlossen. Dieser bezog sich allerdings nicht auf den gesamten Konzern, sondern auf wesentliche Teile des Studio- und Streaminggeschäfts nach einer geplanten Aufspaltung von WBD. Nachdem Paramount sein Angebot erhöhte, entschied sich Netflix gegen ein weiteres Nachbessern. Insofern setzte sich Paramount im Bieterwettstreit durch. Abgeschlossen ist die Übernahme jedoch noch nicht.
Für „Game of Thrones: Aegon’s Conquest“ hat das bislang keine erkennbaren Folgen. Warner führt den Film weiterhin in seiner Kinoplanung.
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„Game of Thrones“ sollte schon viel früher ins Kino kommen
Die Idee eines „Game of Thrones“-Kinofilms ist übrigens nicht neu. Nach späteren Aussagen der damaligen Showrunner David Benioff und D. B. Weiss reichen entsprechende Überlegungen bis etwa 2013 zurück. Die beiden wollten das Ende der ursprünglichen Serie demnach lieber auf der großen Leinwand erzählen. Statt der letzten TV-Episoden sollen zeitweise drei Kinofilme im Gespräch gewesen sein. HBO entschied sich jedoch dafür, „Game of Thrones“ als Fernsehserie zu Ende zu führen.
Mehr als ein Jahrzehnt später bekommt Westeros nun doch seinen ersten eigenen großen Kinofilm – allerdings nicht mit Jon Snow, Daenerys oder Tyrion im Mittelpunkt, sondern mit jenem Targaryen, der die politische Ordnung von Westeros Jahrhunderte zuvor entscheidend geprägt hat.
Bis „Game of Thrones: Aegon’s Conquest“ tatsächlich auf der Leinwand zu sehen ist, dauert es allerdings noch: Der Kinostart ist derzeit für Juni 2029 vorgesehen.