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Noch 2026

ARD und ZDF stellen TV-Sender ab! Was Nutzer wissen müssen

Noch in diesem Jahr verabschieden sich ARD und ZDF von einigen Sendern – nicht ganz freiwillig
Noch in diesem Jahr verabschieden sich ARD und ZDF von einigen Sendern – nicht ganz freiwillig Foto: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

3. November 2026, 10:46 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

ARD und ZDF ziehen Konsequenzen aus dem neuen Reformstaatsvertrag und stellen zum 31. Dezember 2026 gleich drei Fernsehsender ein. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten reduzieren damit ihr lineares Angebot deutlich – und setzen künftig stärker auf gemeinsame Programme mit klarer Ausrichtung.

Hintergrund der Entscheidung ist die Umsetzung der Vorgaben des neuen Reformstaatsvertrags, der am 1. Dezember 2025 in Kraft getreten ist. Dieser verpflichtet die Anstalten ARD und ZDF, die Zahl ihrer linearen Sender zu verringern und diese ausschließlich gemeinsam zu veranstalten. Betroffen von der aktuellen Anpassung sind ONE, tagesschau24 und ARD alpha.

Die Bundesländer hatten die Neuausrichtung im 7. Medienänderungsstaatsvertrag festgeschrieben. Angebote sollen künftig gebündelt und Doppelstrukturen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern reduziert werden.

Fokus auf gemeinsame Angebote

Im Zuge der Reform ordnen ARD und ZDF vor allem ihre Spartenprogramme neu. Eine zentrale Rolle spielen dabei die gemeinsamen Angebote phoenix, neo und info.

phoenix bleibt als gemeinsames Informationsangebot von ARD und ZDF bestehen. Der Sender soll Nachrichteninhalte mit Parlaments- und Ereignisberichterstattung sowie Gesprächsformaten verbinden.

Auch die bisherigen ZDF-Sender ZDFneo und ZDFinfo werden in die neue Struktur überführt. Aus ZDFneo wird das gemeinsame Angebot neo von ARD und ZDF, das sich vor allem an junge Erwachsene richtet. ZDFinfo geht in info von ARD und ZDF auf und wird als gemeinsamer linearer Dokumentationskanal weitergeführt.

ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler erklärte zur Neuausrichtung, dabei komme „das Beste aus beiden Welten zusammen“. Dennoch sei der Prozess für beide Häuser keine leichte Aufgabe gewesen. Die Gespräche seien in einer konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre verlaufen. Man habe sich an den Interessen der Zielgruppen orientiert und Angebote ausgewählt, bei denen ARD und ZDF gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen könnten.

Was passiert mit den bisherigen Inhalten?

Dass ONE, tagesschau24 und ARD alpha als eigenständige lineare Kanäle eingestellt werden, bedeutet nicht zwangsläufig das Ende sämtlicher bisheriger Inhalte. Teile können in den gemeinsamen Angeboten oder über die digitalen Plattformen von ARD und ZDF weitergeführt werden.

Gleichzeitig gewinnt die digitale Verbreitung im Zuge der Neuordnung an Bedeutung. Statt zahlreiche eigenständige lineare Spartenprogramme zu betreiben, sollen Inhalte stärker unter gemeinsamen Marken und über digitale Angebote gebündelt werden. Damit richtet sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch stärker auf ein Publikum aus, das Fernsehen zunehmend non-linear nutzt.

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DJV fordert Erhalt der Arbeitsplätze

Die Reform hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigten. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte im März 2026 auf die angekündigte Einstellung von alpha, ONE und tagesschau24. Er begrüßte den Erhalt von phoenix, neo und info sowie den Ausbau der Digitalangebote, forderte zugleich aber, die redaktionellen Arbeitsplätze zu erhalten. Außerdem sprach sich der Verband dafür aus, Beschäftigtenvertreter in die Arbeitsgruppen zur weiteren Ausgestaltung der Reform einzubeziehen.

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Gesamtportfolio ab 2027

Ab Januar 2027 umfasst das gemeinsam veranstaltete Portfolio neben Arte auch 3sat unter Federführung des ZDF und KiKA unter Federführung von ARD und MDR.

Hinzu kommen info und neo unter Federführung des ZDF sowie phoenix unter Federführung von ARD und WDR. Ebenfalls zum gemeinsamen Portfolio gehört funk unter Federführung von ARD und SWR. Anders als die übrigen genannten Angebote ist funk allerdings kein klassischer linearer Fernsehsender, sondern das gemeinsame Onlineangebot von ARD und ZDF für ein jüngeres Publikum.

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