4. August 2025, 7:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Eine neue Website sorgt derzeit für Aufsehen. Unter dem Namen „Panama Playlists“ sammelt sie öffentlich einsehbare Musikdaten von Prominenten, Politikern sowie Tech-CEOs auf Spotify. Dabei geht es nicht nur um harmlose Lieblingssongs, die Plattform wirft auch ernsthafte Fragen zum Datenschutz beim Streaming-Dienst auf.
Laut Betreiber der Seite lassen sich mit etwas Recherche echte Spotify-Konten zahlreicher Persönlichkeiten finden, viele davon unter Klarnamen. Die Website verrät: „Viele verwenden ihre richtigen Namen. Mit ein wenig Detektivarbeit konnte ich mit ziemlicher Sicherheit sagen: Ja, das sind sie. Wir haben ihre Konten seit Sommer 2024 durchforstet. Playlists, Live-Hörfeeds, einfach alles. Ich weiß, welche Songs sie wann und wie oft gespielt haben.“ Betroffen sind unter anderem Promis wie OpenAI-Chef Sam Altman, US-Vizepräsident JD Vance und FTX-Gründer Sam Bankman-Fried, deren Spotify-Playlists offenliegen.
Promis bestätigen Echtheit ihrer Spotify-Playlists
Einige der Betroffenen haben die Daten bereits bestätigt. So etwa Tech-Unternehmer Palmer Luckey, der auf X (ehemals Twitter) schreibt: „Ich kann bestätigen, dass diese Playlist echt ist“. Seine öffentlich einsehbare Spotify-Playlist „Best Music Ever“ enthält hauptsächlich Musik aus den frühen 2000er-Jahren.
Auch weitere Rückmeldungen liegen vor. Das US-Technikportal „The Verge“ hat mit mehreren gelisteten Personen gesprochen. Viele bestätigten die Echtheit der Musikdaten. In manchen Fällen seien jedoch auch Songs aufgetaucht, die etwa bei einem Fitnesskurs gelaufen sein könnten, also nicht unbedingt die tatsächliche Musikauswahl der betroffenen Person widerspiegeln. Dennoch belegt der Fall der offen zugänglichen Promi-Playlists auf Spotify, wie leicht es ist, über öffentlich zugängliche Daten persönliche Vorlieben und Aktivitäten zu analysieren.
Datenschutzlücke bei Spotify?
Standardmäßig sind Spotify-Playlists öffentlich sichtbar. Nutzer müssen aktiv einstellen, wenn sie diese Inhalte privat halten möchten. Einzelne Playlists lassen sich zudem individuell auf privat setzen.
Die Macher der Panama Playlists haben offenbar systematisch nach Spotify-Konten und Playlists bekannter Personen und Promis gesucht und deren öffentliche Inhalte ausgewertet. Doch es bleibt nicht bei öffentlich sichtbaren Listen. Bei einigen betroffenen Journalisten wurden auch Daten zur Häufigkeit der Wiedergabe offengelegt, Informationen, die eigentlich nicht frei einsehbar sind. Wie genau diese Daten beschafft wurden, bleibt unklar. Spotify selbst hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
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Die Panama Playlists führen damit nicht nur zu Schmunzeln über die Musikgeschmäcker prominenter Persönlichkeiten, sondern lenken den Blick auch auf eine potenzielle Datenschutzlücke beim weltweit beliebten Streaming-Dienst.