7. August 2026, 13:23 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer ab dem 12. August im Supermarkt einkauft, wird die Veränderungen eventuell kaum bemerken. Dennoch beginnt an diesem Tag die Anwendung neuer EU-Vorgaben für Verpackungen, die den Umgang mit Verpackungsmüll in Europa grundlegend verändern sollen.
Die neuen Vorgaben gelten für nahezu alle Verpackungen, die Verbraucher täglich nutzen – vom Joghurtbecher über die Käseverpackung bis zur Obstschale. Die Europäische Union möchte dadurch langfristig Verpackungsabfälle reduzieren, das Recycling stärken und problematische Stoffe schrittweise aus dem Alltag verdrängen.
Weniger Verpackung, weniger Leerraum
Ein zentrales Ziel der neuen Verordnung ist es, unnötiges Verpackungsmaterial zu vermeiden. Hersteller müssen künftig stärker darauf achten, dass Verpackungen nur so groß und schwer sind, wie es für Schutz, Transport und Verkauf tatsächlich erforderlich ist. Ein riesiger Amazon-Karton für eine Packung Schrauben? Das geht dann nicht mehr. Auch Produktverpackungen selbst sollen auf die reelle Größe des Produktes ausgerichtet sein und keinen Inhalt vorgaukeln, den es nicht gibt. So sollen Rohstoffe eingespart und Abfallmengen reduziert werden.
Für Verbraucher bedeutet das jedoch nicht, dass ab dem 12. August plötzlich alle Verpackungen kleiner werden. Nach und nach könnten jedoch kompaktere Verpackungen im Supermarkt häufiger werden. Auch sogenannte Mogelpackungen geraten stärker unter Druck, weil Unternehmen Verpackungsvolumen künftig besser begründen müssen.
Strengere Vorgaben für Lebensmittelverpackungen
Direkt relevant für Supermarktkunden sind neue Anforderungen an Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Bestimmte PFAS-Verbindungen, die wegen ihrer extrem langen Haltbarkeit häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden, werden künftig deutlich strenger reguliert.
Betroffen sind vor allem bestimmte Beschichtungen, die Verpackungen fett- oder wasserabweisend machen – etwa Fast-Food-Verpackungen. Für Verbraucher wird sich diese Änderung zunächst kaum sichtbar bemerkbar machen. Hersteller müssen jedoch ihre Verpackungen überprüfen und teilweise auf andere Materialien oder Beschichtungen umstellen, um problematische Chemikalien langfristig aus Lebensmittelverpackungen zurückzudrängen.
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Mehr Recycling soll zum Standard werden
Die Verordnung setzt außerdem stärker auf Kreislaufwirtschaft. Verpackungen sollen künftig einfacher recycelt und häufiger aus wiederverwerteten Rohstoffen hergestellt werden.
Das könnten Verbraucher künftig auch im Supermarktregal bemerken. So könnten etwa Kunststoffschalen für Fleisch, Käse oder Obst häufiger recycelte Materialien enthalten. Gleichzeitig geraten Verpackungen aus mehreren schwer trennbaren Materialien zunehmend unter Druck, da sie das Recycling erschweren.
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Was Kunden ab dem 12. August direkt merken
Rund um die neue Verordnung kursieren derzeit viele Missverständnisse. Tatsächlich treten zwar erste Vorschriften in Kraft, die meisten sichtbaren Veränderungen kommen jedoch erst nach und nach.
Das ändert sich ab dem 12. August:
- Für Hersteller gelten strengere Vorgaben bei Verpackungsdesign und Materialeinsatz.
- Lebensmittelverpackungen müssen neue Anforderungen bei bestimmten PFAS-Chemikalien erfüllen.
- Unternehmen werden stärker in die Verantwortung genommen, recyclingfreundliche Verpackungen zu entwickeln.
Das bleibt zunächst unverändert:
- Die bekannten Entsorgungs- und Recyclingsymbole bleiben erhalten.
- Verbraucher müssen Verpackungen nicht nach neuen Mülltrennungsregeln entsorgen.
- Neue europaweite Kennzeichnungen und Piktogramme kommen erst zu einem späteren Zeitpunkt.
- Im Supermarktregal wird es zunächst keine flächendeckende Umstellung geben.
Für Verbraucher ändert sich ab Mitte August somit erst einmal wenig. Die Verpackungen im Supermarkt sollen künftig jedoch sparsamer, recyclingfreundlicher und schadstoffärmer werden. Genau dafür stellt die EU jetzt die Weichen.