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Erster großer Elektronikhändler nimmt kein Bargeld mehr an

In Deutschland

Elektronikhändler Gravis nimmt kein Bargeld mehr an

Gravis-Filiale in Deutschland
Händler Gravis wagt einen radikalen Schritt. Foto: Getty Images

In Deutschland wird es immer schwieriger, an Bargeld zu kommen. Viele Banken bauen ihre Geldautomaten ab. Doch auch bei der Bezahlung mit Bargeld scheint es einen Wandel zu geben. Nun hat der erste deutsche Elektronikhändler angekündigt, künftig keine Barzahlung mehr anzunehmen.

Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gibt es bei der Kartenzahlung in Deutschland noch einige Einschränkungen. Vor allem auf Märkten, beim Bäcker oder in kleineren Läden ist oftmals nur die Barzahlung möglich. Vor diesem Hintergrund kommt die Ansage von Elektronikhändler Gravis überraschend. In allen 40 Filialen in Deutschland können Kunden künftig nur noch per Karte zahlen, Bargeld nimmt das Unternehmen selbst bei kleinen Beträgen nicht mehr an.

Die meisten Kunden wollen laut Gravis keine Bargeldzahlung

Gravis bezeichnet sich selbst als Deutschlands führender Apple-Händler. Das Unternehmen bietet nicht nur iPhones, MacBooks und andere Apple-Geräte inklusive Zubehör an, in den bundesweit verteilten Filialen können Nutzer ihre Geräte auch reparieren lassen. Gravis gilt dabei als autorisierter Apple Service Provider (AASP). Wie der „Spiegel“ berichtet, zahlt jedoch nur noch „ein kleiner einstelliger Prozentanteil“ der Kunden bar. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen entschlossen, künftig auf diese Zahlungsmethode zu verzichten. Der Entscheidung ging eine erfolgreiche Testphase in ausgewählten Stores voran.

Über die Umstellung beim Bezahlen informiert Gravis seine Kunden auf verschiedene Wege. Der Händler hat sowohl seine AGB entsprechend angepasst, als auch entsprechende Informationen im Kassenbereich aufgestellt. Schwierigkeiten für Kunden durch den Verzicht auf Barzahlung sieht der Händler nicht. Viele hätten sich mittlerweile ans bargeldlose Bezahlen gewöhnt und bräuchten die alternative Bezahlmethode gar nicht mehr. Man erwarte zu Beginn zwar „vereinzelt noch Erklärungsbedarf“, insgesamt würden die meisten Kunden den Schritt aber nachvollziehen können.

Einige Kunden werden abgehängt

Gravis malt somit ein relativ positives Bild von einem Schritt, der viele überraschen dürfte. Die Barzahlung in einem Geschäft abzuschaffen, hat es so noch nicht gegeben. Doch warum ist es überhaupt dazu gekommen? Durch den Verzicht auf die Barzahlung in den Gravis-Store kann der Händler laut eigener Aussage einiges an Kosten und Zeit einsparen. Kunden könnten so länger von stabilen Preisen profitieren, so das Versprechen. Das mag stimmen, dennoch dürfte die Entscheidung für einige Kunden bedeuten, dass sie künftig nicht mehr bei Gravis einkaufen. Viele Menschen in Deutschland wollen nämlich gar nicht ausschließlich per Karte zahlen, da man dadurch leicht den Überblick über Ausgaben verlieren kann. Auch gibt es einige Konten, bei denen Banken ihren Kunden Gebühren für bargeldlose Transaktionen berechnen. Dabei handelt es sich laut der Webseite biallo.de oft um Girokonten im sogenannten Basis- oder Einzelpreismodell. Bis zu 75 Cent pro Bezahlvorgang können so zusätzlich anfallen.

Beim Thema Geld und Bezahlen hat sich in den vergangenen Monaten in Deutschland einiges geändert. Immer mehr Banken haben ihre Girokarte und Kreditkarte kostenpflichtig gemacht und geben stattdessen nur noch Debitkarten aus, die aber nicht selten Einschränkungen haben. Bei einigen Banken wird das Abheben von Bargeld zudem immer schwieriger, da immer mehr Geldautomaten abgeschafft werden. Andere Banken verzichten indes komplett auf die Ausgabe und Einzahlung von Bargeld und haben dadurch einen wichtiger Geschäftsstrang eingestellt. Kunden sind durch diese Veränderungen derzeit immer wieder gezwungen, sich umzustellen. Oftmals haben sie gar keine andere Wahl, auch wenn die Banken und Geschäfte ihre Entscheidungen oft damit verargumentieren, dass vielen Nutzern die teils radikalen Einschränkungen nichts ausmachen.

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