Ebay muss nach Mobbing-Aktion über 50 Millionen US-Dollar zahlen
Nach einem jahrelang aufgearbeiteten Fall zahlt Ebay Millionen an zwei Betreiber eines Handels-Newsletters Foto: Getty Images
Artikel teilen
Andy Voß
1. August 2026, 16:13 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Ein Blogger-Ehepaar aus den USA erhält von Ebay mehr als 50 Millionen US-Dollar Entschädigung. Hintergrund ist eine monatelange Einschüchterungskampagne durch ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens. Die Entschädigungszahlung geht auf einen Vergleich zurück, mit dem die Beteiligten das Zivilverfahren beendet haben. Neben Zahlungen an die Betroffenen sollen auch Nonprofit-Organisationen unterstützt werden.
Ehemalige Mitarbeiter verschickten Kakerlaken und Drohungen
Verurteilt wurden sieben frühere Ebay-Beschäftigte. Sie wollten Ina und David Steiner aus Natick im US-Bundesstaat Massachusetts einschüchtern. Das Ehepaar betreibt einen Newsletter zum Online-Handel.
Zu den anonym verschickten Sendungen gehörten lebendige Kakerlaken, ein Trauerkranz und eine mit Kunstblut beschmierte Schweinemaske. Die Täter schickten auch einen Ratgeber zum Umgang mit dem Tod des Partners an die Adresse des Ehepaars. Bereits 2024 hatte Ebay im Zusammenhang mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft 3 Millionen US-Dollar Strafe gezahlt.
Von der Gesamtsumme von mehr als 50 Millionen US-Dollar erhalten Ina und David Steiner 46,15 Millionen US-Dollar. Weitere 6 Millionen US-Dollar stellt Ebay für die Unterstützung von Nonprofit-Organisationen bereit.
Zusätzlich zahlt der ehemalige Ebay-Chef Devin Wenig 2 Millionen US-Dollar an das Ehepaar. Aus Verfahrensunterlagen geht hervor, dass er 2019 mit der Berichterstattung des Newsletters unzufrieden war und ein Vorgehen dagegen angeregt hatte. Die Strafverfolgungsbehörden leiteten jedoch kein Strafverfahren gegen ihn ein. Wenig erklärte zudem, nichts von dem Ausmaß der Aktionen durch Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung gewusst zu haben. Darüber hinaus spendet er 1 Million US-Dollar an eine Stiftung für Redefreiheit.
Der Fall wird als Beispiel für die Folgen von Machtmissbrauch in Unternehmen gesehen. Die hohe Vergleichssumme soll deutlich machen, dass Einschüchterungsversuche gegenüber kritischen Stimmen erhebliche Konsequenzen haben können.
Für Blogger und Journalisten, die über Unternehmen berichten, bekräftigt der Fall das Recht auf freie Berichterstattung. Das gilt auch dann, wenn Unternehmen mit der Berichterstattung nicht einverstanden sind.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.