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Dubiose Shops im Visier

Mega-Netzwerk aus 119.000 Fakeshops entdeckt

Vorsicht vor Fakeshops im Netz
Tausende mutmaßliche Fakeshops sollen Teil des Netzwerks „DoppelCart“ sein Foto: Getty Images/500px Plus
Przemyslaw Szymanski

11. September 2026, 12:44 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Professionell gestaltete Shop-Seiten und vermeintliche Schnäppchenangebote locken täglich Käufer an. Sicherheitsforscher haben nun eines der größten bekannten Netzwerke mutmaßlicher Fakeshops entdeckt.

Die Münchner Sicherheitsfirma Nebty hat nach eigenen Angaben ein riesiges Netzwerk von Fakeshops identifiziert. Die Forscher tauften den Verbund „DoppelCart“ und kamen ihm bei Untersuchungen mehrerer Unternehmen auf die Spur. Dabei stießen sie wiederholt auf ähnliche technische Merkmale und Shop-Strukturen.

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Anschließend werteten die Experten öffentliche Webseiten-Scans aus und konnten zahlreiche weitere Domains miteinander verknüpfen. Insgesamt ordnet Nebty dem Netzwerk rund 119.000 Webadressen zu. Gemessen an der Zahl der Domains handelt es sich laut den Forschern um das bislang größte bekannte Fakeshop-Netzwerk. Besonders auffällig: 118.787 der erfassten Adressen nutzen die Domain-Endung „.shop“.

Die Betrugsseiten wirken täuschend echt

Für Verbraucher sind viele der Seiten nur schwer als Fälschung zu erkennen. In den untersuchten Fällen übernahmen die Betreiber Produktfotos, Beschreibungen und Artikelnamen von seriösen Online-Händlern. Teilweise wurden Bilder sogar direkt von den Bildservern der Originalanbieter geladen.

Nach Angaben von Nebty gingen die Betreiber teilweise noch einen Schritt weiter. Selbst ausführliche Produktinformationen wurden demnach wortgleich kopiert. Hinzu kommt, dass einige Fakeshops die Kontakt- und Supportdaten echter Unternehmen übernehmen. Kommt eine Bestellung nicht an, wenden sich betroffene Kunden deshalb häufig an die falsche Firma. Diese muss sich dann mit Beschwerden auseinandersetzen, obwohl sie weder den Verkauf abgewickelt noch Zahlungen erhalten hat.

Viele Domains sind weiterhin erreichbar

Besonders problematisch ist nach Einschätzung der Sicherheitsforscher, dass ein großer Teil des Netzwerks weiterhin online sein soll. Nicht alle zugeordneten Domains waren zwar gleichzeitig erreichbar, dennoch sehen die Experten weiterhin ein erhebliches Risiko für Verbraucher und Unternehmen.

Deshalb hat Nebty die Ergebnisse der Untersuchung in einer öffentlich zugänglichen Datenbank veröffentlicht. Unternehmen können dort prüfen, ob ihre Marken oder Domains von Fakeshops missbraucht werden. Wer bereits auf einen betrügerischen Shop hereingefallen ist, sollte möglichst schnell handeln. Banken oder Kreditkartenanbieter können unter Umständen helfen, Zahlungen zu stoppen oder zurückzufordern. Zudem empfiehlt es sich, Belege und Informationen zum Kauf zu sichern und gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

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