28. November 2025, 16:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Deutschland lieben es die Menschen, online zu bestellen. Vor allem zur Hochsaison rund um den Black Friday müssen Lieferdienste täglich Tausende Pakete transportieren. Diesen enormen Aufwand möchte sich die DHL in diesem Jahr extra bezahlen lassen und kündigt eine neue Zusatzgebühr an.
Die DHL führt im diesjährigen Vorweihnachtsgeschäft eine neue Sondergebühr von 50 Cent pro Paket ein. Diese soll ausschließlich für Geschäftskunden gelten und zusätzlich zur bereits etablierten Peak-Gebühr von 19 Cent fällig werden. Der Zeitraum betrifft die beiden versandstärksten Wochen zwischen dem 24. November und 7. Dezember 2025. Die Maßnahme stößt auf heftige Kritik, vor allem vonseiten kleiner und mittlerer Online-Händler, die sich durch die Zusatzkosten in ihrer Existenz bedroht sehen.
Neuer Zuschlag zur Hauptsaison des Versandhandels
Bereits seit 2022 erhebt DHL in den Monaten November und Dezember einen sogenannten Peak-Zuschlag von 19 Cent pro Paket, um die Qualität der Zustellung trotz stark erhöhter Sendungsmengen sicherzustellen. Für das Jahr 2025 kündigte der Konzern bereits im Frühjahr eine weitere Gebühr in Höhe von 50 Cent an, die in der Black Week und Cyber Week pro Paket gilt – bekannt auch als „Peak-in-Peak-Zuschlag“. Sie betrifft ausschließlich Geschäftskunden und wird zusätzlich zur bestehenden Abgabe erhoben.
Wie DHL TECHBOOK auf Nachfrage bestätigt, gilt die Sondergebühr sowohl für nationale als auch internationale Pakete, die zwischen dem 24. November und 7. Dezember transportiert werden. Grund für die Maßnahme seien die hohen Sendungsmengen in diesem Zeitraum. Um diese zu bewältigen, investiert DHL in zusätzliches Personal und Fahrzeugkapazitäten. Die dadurch entstehenden Kosten sollen durch den neuen Zuschlag gedeckt werden.
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Heftige Kritik an Paket-Sondergebühr der DHL
Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) spricht von „einer Zumutung“ für Händler. Rechnet man die neue Sonderabgabe von 50 Cent pro Paket auf den bereits bestehenden Peak-Zuschlag auf, ergeben sich Zusatzkosten von bis zu 69 Cent pro Sendung.
Insbesondere kleinere und mittlere Online-Shops könnten durch diese Zusatzbelastung unter Druck geraten. Laut BVOH sind Umsätze im fünfstelligen Eurobereich gefährdet. Der Verband warf DHL vor, strukturelle Anpassungen zu umgehen und stattdessen kurzfristige Aufschläge zu nutzen. Unklar ist, ob Händler die Zusatzgebühr womöglich auf Kunden umlegen.
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So lässt sich die Gebühr umgehen
Die DHL selbst macht Vorschläge, wie Händler die Sondergebühr für Pakete umgehen können. Das Lieferunternehmen verweist darauf, dass Geschäftskunden die neue Zusatzgebühr vermeiden können, wenn sie ihre Sendungen vor dem betreffenden Zeitraum in das System einspeisen.
Auch Logistikunternehmen geben Ratschläge. So schrieb TM Logistik & Services GbR beispielsweise in einem Informationsschreiben an seine Kunden, dass diese zwei Möglichkeiten hätten, den Peak-in-Peak-Zuschlag der DHL zu umgehen. Beide beruhen auf einer Lösung: DHL meiden und stattdessen ein anderes Versandunternehmen wie DPD nutzen. Speziell heißt es hier:
- Für kleine Pakete (bis 3 kg) können Kunden das DPD-Kleinpaket nutzen.
- Zusätzlich startet das Logistikunternehmen eine Aktion: Für alle DPD-Pakete schwerer als 10 kg zahlen Kunden während des Aktionszeitraums den gleichen Preis wie bei DHL ohne Peak-in-Peak-Aufschlag.
Der BVOH hingegen fordert weitergehende strukturelle Lösungen. Unter anderem schlug der Verband vor, während der Hochphasen Pakete aus Fernost – etwa von Plattformen wie Temu – für einige Tage zu verzögern, um das heimische Logistiknetz zu entlasten.